Ulrich Troitzsch

Ulrich Rudolf Troitzsch (* 8. Januar 1938 in Dresden) ist ein deutscher Technikhistoriker.

Ulrich Troitzsch absolvierte ein Studium der Geschichte, Literaturwissenschaften und Pädagogik in Hamburg, promovierte 1966 mit einer Untersuchung über »Ansätze technologischen Denkens bei den Kameralisten des 17. und 18. Jahrhunderts«. Seit 1967 war er Wiss. Assistent am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Technikgeschichte der Ruhr-Universität Bochum, 1972 Habilitation für Technik- und Wirtschaftsgeschichte mit »Untersuchungen zum Innovationsproblem in der Eisenindustrie des Ruhrgebietes zwischen 1850 und 1870. Die Einführung des Bessemerverfahrens in Preußen als Modell eines Innovationsprozesses«. 1972 wurde er Dozent am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften der TH Darmstadt. Seit 1975 lehrte er als Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Hamburg, Arbeitsstelle Sozialgeschichte der Technik, mittlerweile entpflichtet.

Troitzsch hielt zusammen mit Wolfhard Weber auf dem 31. Deutschen Historikertag am 24. September 1976 in Mannheim den programmatischen Aufsatz „Methodologische Überlegungen für eine künftige Technikhistorie“. Dieser beschäftigt sich mit zu klärenden systematischen Fragestellungen, um die Etablierung der damals noch jungen Technikgeschichte als selbstständige Disziplin zu fördern.

Troitzsch arbeitete mit mehreren wissenschaftlichen Mitarbeitern (u. Herbert Aagard, Günter Bayerl, Rolf-Jürgen Gleitsmann, Klaus Schlottau, Gabriele Wohlauf) an dem langfristigen Forschungsprojekt »Die Technologie des Manufakturwesens in Deutschland im 18. Jahrhundert unter Berücksichtigung des sozioökonomischen Kontextes«.

Mehrfach befasste sich Troitzsch mit dem nach der Shoah in Vergessenheit geratenen Hugo Theodor Horwitz, den er „zu den originellsten Köpfen der Technikgeschichtsschreibung in der Zwischenkriegszeit“ zählte. Gemeinsam mit Thomas Brandstetter veröffentlichte er 2008 dessen Schriften zur Technikgeschichte.

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Ulrich Troitzsch: Ansätze technologischen Denkens bei den Kameralisten des 17. und 18. Jahrhunderts. (= Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte. 5) Duncker u. Humblot, Berlin 1966.
  2. ↑ Ulrich Troitzsch: Untersuchungen zum Innovationsproblem in der Eisenindustrie des Ruhrgebietes zwischen 1850 und 1870. Die Einführung des Bessemerverfahrens in Preußen als Modell eines Innovationsprozesses. Habilitationsschrift (Ruhr-Universität Bochum), ungedruckt, vlg. Wolfhard Weber, und Günter Bayerl (Hrsg.): Sozialgeschichte der Technik. Waxmann, Münster 1998, S. XIV.
  3. ↑ Herbert Aagard: Die deutsche Nähnadelherstellung im 18. Jahrhundert, Darstellung und Analyse ihrer Technologie, Produktionsorganisation und Arbeitskräftestruktur, Altena 1987
  4. ↑ Günter Bayerl, Ulrich Troitzsch: Die Antizipation der Industrie – der vorindustrielle Großbetrieb, seine Technik und seine Arbeitsverhältnisse. In: Claus Grimm (Hrsg.): Aufbruch ins Industriezeitalter. Band 1: Linien der Entwicklungsgeschichte, R. Oldenbourg, München 1985, S. 87–106.
  5. ↑ Ulrich Troitzsch: Die Technologie des Manufakturwesens in Deutschland im 18. Jahrhundert. Ein Projekt der Universität Hamburg. In: Jahrbuch der historischen Forschung 7 (1982/83), S. 26–31.
  6. ↑ Ulrich Troitzsch: Hugo Theodor Horwitz, ein fast vergessener Theoretiker der Technikgeschichte. In: Technikgeschichte 50 (1983), H. 4, S. 337–358.
  7. ↑ Ulrich Troitzsch: Hugo Theodor Horwitz (1882–1941/42). In: Technikgeschichte 76 (2009), H. 4, S. 347–354.
  8. ↑ Thoms Brandstetter und Ulrich Troitzsch (Hrsg.): Hugo Theodor Horwitz: Das Relais-Prinzip. Schriften zur Technikgeschichte. Löcker, Wien 2008. ISBN 978-3-85409-476-0.
Personendaten
NAME Troitzsch, Ulrich
ALTERNATIVNAMEN Troitzsch, Ulrich Rudolf (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Technikhistoriker
GEBURTSDATUM 8. Januar 1938
GEBURTSORT Dresden