Ulrich Heimlich

Ulrich Heimlich (* 1955 in Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Professor für Lernbehindertenpädagogik im Ruhestand.

Laufbahn

Nach dem Studium der Sonderpädagogik in Dortmund war Heimlich zehn Jahre als Lehrer für Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen tätig. 1988 wurde er zum Doktor der Erziehungswissenschaften promoviert. Er arbeitete nach der Promotion zunächst an der Universität Dortmund. Nach einer C3-Professur 1994 an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg wurde Heimlich 1995 zum Universitätsprofessor (C4) an der Universität Leipzig ernannt. 2001 folgte der Ruf an die Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) auf den Lehrstuhl für Lernbehindertenpädagogik, wo er bis zu seiner Emeritierung 2021 forschte und lehrte.

An der LMU München war er im Auftrag des Bayerischen Landtags zehn Jahre Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Inklusion. Ab 2015 war er Beauftragter für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung.

Die Forschungsschwerpunkte Heimlichs lagen im Bereich der Inklusionsforschung, der inklusiven Didaktik und der Förderung durch Spielpädagogik.

Heimlich leitete von 2015 bis 2020 das Forschungsprojekt Modellregion Inklusion Kempten (M!K). Zusammen mit Markus Gloe war Heimlich zudem von 2015 bis zu seiner Emeritierung für das mit Mitteln des BMBF geförderte Forschungsprojekt Inklusionsdidaktische Lehrbausteine (!DL) verantwortlich. Außerdem initiierte er 2017 das Projekt Basiswissen Inklusion und Sonderpädagogik im Erziehungswissenschaftlichen Studium (BAS!S), das er ab 2018 gemeinsam mit Ewald Kiel leitete.

2013 forschte Heimlich zur Geschichte der Sonderpädagogik und machte in diesem Zusammenhang publik, dass Erwin Lesch, der zur Zeit des Nationalsozialismus in München in der Hilfslehrerausbildung tätig war und nach dem einige Förderschulen in Bayern benannt waren, die Ideologie der Nationalsozialisten mitgetragen und in seinen Ausbildungsgängen weitergetragen hatte. Infolge der Veröffentlichung der Ergebnisse Heimlichs änderten die nach Lesch benannten Förderschulen ihre Schulnamen.

Schriften (Auswahl)

Monografien (als alleiniger Verfasser)

Monografien (mit anderen Verfassern gemeinsam)

Herausgeberschaften

Einzelnachweise

  1. 1 2 Prof. Dr. Ulrich Heimlich - Vita. In: lmu.de. Abgerufen am 28. April 2025.
  2. ↑ Rotes Sofa 2021: Im Gespräch mit Ulrich Heimlich (Video auf youtube.com). 14. Dezember 2021, abgerufen am 28. April 2025.
  3. ↑ Inklusion und Qualifikation: Festschrift zur Emeritierung von Ulrich Heimlich. In: deutsche-digitale-bibliothek.de. Abgerufen am 28. April 2025.
  4. 1 2 Prof. Dr. Ulrich Heimlich. In: gmk-net.de. Abgerufen am 28. April 2025.
  5. 1 2 3 4 Prof. Dr. Ulrich Heimlich - Forschung. In: lmu.de. Abgerufen am 29. April 2025.
  6. ↑ Erstmalige Vorstellung der Lernplattform "Inklusionsdidaktische Lehrbausteine" an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In: qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de. Bundesministerium für Bildung und Forschung, abgerufen am 29. April 2025.
  7. ↑ Unser Projekt - Basiskompetenzen Inklusion (BAS!S). In: lmu.de. Abgerufen am 29. April 2025.
  8. ↑ Ulrich Heimlich: Bayerische Sonderpädagogik in der Nazi-Zeit - dargestellt am Beispiel des Münchener Hilfschullehrers Erwin Lesch, In: Spuren. Sonderpädagogik in Bayern (3/2013)
  9. ↑ Irmengard Gnau: Unterhaching: Förderzentrum ehrt NS-Opfer. In: sueddeutsche.de. 21. Oktober 2022, abgerufen am 29. April 2025.
Personendaten
NAME Heimlich, Ulrich
KURZBESCHREIBUNG deutscher Erziehungswissenschaftler, Lernbehindertenpädagoge und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 1955
GEBURTSORT Nordrhein-Westfalen