Ulrike Auga

Porträt v. Ulrike E. Auga
Ulrike E. Auga (2017)

Ulrike E. Auga, geb. Ernst (* 24. November 1964 in Ostberlin) ist eine deutsche Evangelische Theologin, Kultur- und Religionswissenschaftlerin sowie Gendertheoretikerin. Sie ist Professorin für Evangelische Theologie und Geschlechterstudien im Rahmen der Religionswissenschaft, Interkulturellen Theologie und Ökumenik. Zurzeit ist sie Gastprofessorin am Intersectional Centre for Inclusion and Social Justice (INCISE) der Canterbury Christ Church University (UK).

Biografie

Ulrike E. Auga studierte in Berlin, Cambridge (UK) und Genf Theologie und Philosophie. Darauf folgten mehrjährige internationale Forschungsaufenthalte: 1999–2001 mit dem Projekt „Geschlecht, Race und Nation in Südafrikas politischer Transition“, Johannesburg; Bamako, 2001-02 „Geschlecht, Kultur, Islam und Indigene Religion in Westafrika“ und 2002-04 „Geschlecht in Konflikten“ sowie „Jerusalem Berlin Forum. Divided Cities in Transition“, Jerusalem. Sie wurde 2005 an der Humboldt-Universität zu Berlin in Kulturwissenschaften bei Christina von Braun und Flora Veit-Wildt mit der Arbeit Dissidenz und Legitimierung – Eine Kritik der Intellektuellen und der nationalen Kulturdiskurse im Kontext der Transition Südafrikas mit summa cum laude promoviert.

Auga lehrte 2008-16 auf der Juniorprofessur für Geschlechter Studien und Religionswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie wirkte 2009-13 als Mitantragstellerin im DFG-Graduiertenkolleg „Geschlecht als Wissenskategorie“, der Humboldt-Universität zu Berlin mit. 2012-15 war sie Mitglied des Forschungsprojekts „Postkoloniale, Post-säkulare und Queere Erforschung von Geschlecht und Religion“ der Niederländischen Forschungsgemeinschaft. Für die Zeit von 2013 bis 2014 erhielt Auga den Bonhoeffer-Stiftungspreis und lehrte als Gastprofessorin an der Columbia University, New York. In den Jahren 2015-16 erhielt sie einen Forschungspreis der Templeton Stiftung und der NASA und forschte in dem Projekt „Soziale Implikationen außerirdischen Lebens. Geschlecht, Race, Religion und Visualität in Weltraumbildern“ am CTI Princeton. In den Jahren 2016-17 gewann sie zusammen mit Regina Kunzel, Princeton University den Humboldt-Princeton-Strategic-Partnership Preis in Gender and Sexuality Studies mit dem Forschungsprojekt „Gender, Sexuality, Race, Class, and Religion in Political Transitions in Europe and the USA“. Im gleichen Zeitraum wurde sie auf eine Gastprofessur für Gender, Diversity und Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin zu berufen. Im Sommersemester 2017 wurde ihr die Käthe-Leichter-Preis Gastprofessur für Frauen und Geschlechterforschung der Universität Wien verliehen. Im Jahr 2019 forschte sie als Mary-Douglas-Gastprofessorin am Institut de sciences sociales des religions (ISSR), Faculté de théologie et de sciences des religions an der Universität Lausanne.

Seit 2017 ist Auga Mitglied des Forschungsnetzwerkes „Other Europes/Europe’s Others“ am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin unter der Leitung von Regina Römhild und Arjun Appadurai. Der Forschungsansatz basiert auf kritischen Migrationsstudien und zielt darauf ab, das europäische Projekt durch alternative, emanzipatorische und solidarische Mobilisierungspraktiken neu zu gestalten, um die aktuellen Diskurse von „Otherness“ im Bereich der Migration zu transformieren.

Auga ist Gründungsmitglied der deutschen Fachgesellschaft Geschlechterstudien und Mitglied der International Research Association of Institutions of Advanced Gender Studies (RINGS). Sie war an der Etablierung des Selma-Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg im Jahr 2012 beteiligt. Auga ist Mitbegründerin der International Association for the Study of Religion and Gender (IARG), dessen Präsidentin sie ist.

Im November 2018 nahm Auga als Expertin an einer Anhörung im Europäischen Parlament in Brüssel auf Einladung des Committee on Women’s Rights and Gender Equality teil. Auga und Annette von Alemann (Universität Paderborn) berichteten als Mitglieder der International Association for Institutions of Advanced Gender Studies (RINGS), einem Verbund von mehr als 60 internationalen Institutionen der Geschlechterforschung, über Angriffe der politischen Rechten auf die wissenschaftliche Forschung, Gender Studies als Fach und LGBTIQ* Leben in Europa.

Forschungsschwerpunkte

Mit Schwerpunkten in feministischer Erkenntnistheorie und -kritik gehört sie zu den wenigen deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, die Gender und Queere Theorie mit postkolonialen und postsäkularen Ansätzen verbindet. Sie etablierte Gender und Religion als deessentialiserte, intersektionale Kategorien des Wissens.

Augas gegenwärtige Forschungsfelder umfassen:

Dabei setzt Auga in ihrer Forschungsarbeit an Konstruktions- und Regulierungsmodellen verschiedenen religiösen und säkularen Wissens über Geschlecht, Kollektivkörper und Leben im Vergleich verschiedener Glaubensgemeinschaften (Judentum, Christentum, Islam) an, und befragt jene nach dem Verhältnis von Religion und (epistemischer) Gewalt sowie Handlungsmacht. Augas Untersuchungen und wissenschaftliche Arbeiten beziehen Diskurse um Gesundheits- und sexuelle Rechte als Menschenrechte sowie HIV/AIDS-Diskurse mit ein.

Publikationen

Monographien

Herausgaben

Aufsätze

Commons: Ulrike Auga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Rezensionen

Einzelnachweise

  1. ↑ Homepage Ulrike Auga. Abgerufen am 24. März 2020 (englisch).
  2. ↑ schererdevries: INCISE Visiting Professor Dr. Ulrike Auga: IDAHOBIT and Inaugural Lecture, 21 May 2018. In: Intersectional Centre for Inclusion and Social Justice. 9. April 2018, abgerufen am 24. März 2020 (englisch).
  3. ↑ CV. Abgerufen am 22. März 2018.
  4. ↑ Research. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. März 2018; abgerufen am 22. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Research. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Juni 2018; abgerufen am 5. Juni 2018 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ CV. Abgerufen am 22. März 2018.
  7. ↑ CV. Abgerufen am 22. März 2018.
  8. ↑ Viola Beckmann: Prof. Dr. Ulrike Auga — Geschlecht als Wissenskategorie. Abgerufen am 22. März 2018.
  9. ↑ Research. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. März 2018; abgerufen am 22. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. ↑ Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft mbH & Co. KG: „mittwochgespräche“ fragen nach der Erfindung von Sünde und Geschlecht. In: lokalkompass.de. (lokalkompass.de [abgerufen am 22. März 2018]).
  11. ↑ Program - Center of Theological Inquiry. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2018; abgerufen am 22. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  12. ↑ Princeton University: Humboldt - Princeton - International Princeton. Abgerufen am 22. März 2018.
  13. ↑ Funded Projects 2016 — Humboldt-Universität International. Abgerufen am 5. Juni 2018.
  14. ↑ CV. Abgerufen am 22. März 2018.
  15. ↑ Gender-Ausschuss der Kulturwissenschaftlichen Fakultäten » SS 2017: Ulrike Auga. Abgerufen am 22. März 2018.
  16. ↑ Unisciences - UNIL - Ulrike Auga. Abgerufen am 24. März 2020.
  17. ↑ Research. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Juni 2018; abgerufen am 5. Juni 2018 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. ↑ RINGS CONFERENCE 2017 | RINGS - The International Research Association of Institutions of Advanced Gender Studies. Abgerufen am 22. März 2018 (tschechisch).
  19. ↑ Auga, Ulrike | Selma Stern Zentrum. Abgerufen am 29. März 2018 (amerikanisches Englisch).
  20. ↑ Homepage Ulrike Auga. Abgerufen am 8. Januar 2019 (englisch).
  21. ↑ IARG. Abgerufen am 8. Januar 2019 (englisch).
  22. ↑ Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter | Multimedia centre | Europäisches Parlament. Abgerufen am 18. November 2018.
  23. ↑ Viola Beckmann: Prof. Dr. Ulrike Auga — Geschlecht als Wissenskategorie. Abgerufen am 22. März 2018.
  24. ↑ Research. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. März 2018; abgerufen am 22. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.