
Ulrike Protzer (auch: Protzer-Knolle; * 2. November 1962 in Stuttgart) ist eine deutsche Virologin. Seit 2007 ist sie Professorin am Lehrstuhl für Virologie an der Technischen Universität München (TUM). Ihr Arbeitsgebiet ist die Viruskontrolle des Hepatitis-B-Virus und sie entwickelt mit ihrer Arbeitsgruppe neue Therapieansätze bei den durch das Virus ausgelösten Erkrankungen. Seit der COVID-19-Pandemie gehört außerdem das Virus SARS-CoV-2 zu ihren Forschungsgebieten.
Ulrike Protzer studierte – nachdem sie am Melanchthon-Gymnasium in Nürnberg das Abitur gemacht hatte – von 1982 bis 1988 Humanmedizin an der Universität Erlangen mit Aufenthalten in Basel und Durban. In Erlangen promovierte sie 1989 mit einer Arbeit zu den Ursachen und der Häufigkeit postoperativer Übelkeit. Nach ihrer klinischen Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin mit Schwerpunkt auf Gastroenterologie (Hepatologie) und Infektiologie. 2005 qualifizierte sie sich zusätzlich zur Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. 1996-2000 forschte sie mit einem Habilitationsstipendium am Zentrum für Molekulare Medizin der Universität Heidelberg im Bereich Molekularbiologie und Immunabwehr von Hepatitis B-Viren. Im Jahr 2000 habilitierte sie sich im Fach Virologie zur Virus-Wirt Interaktion der Hepatitis B-Viren. Von 2002 bis 2007 leitete sie einer Nachwuchsgruppe am Zentrum für Molekulare Medizin der Universität Köln.
Ende des Jahres 2007 wurde sie im Rahmen einer Doppelberufung Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München und bei Helmholtz Munich, die sie seitdem leitet. Hier liegt ihr Forschungsschwerpunkt auf der tranlationalen Forschung und der Entwicklung neuer Therapieansätze für chronische Virusinfektionen.
Protzer ist Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Leberstiftung, und das Bayerische Zentrum für präventive Infektionsforschung, zu deren Vorstand sie gehört. International gehört sie seit 2006 dem Organisationskomitee des International Meeting on Hepatitis B Viruses (HBV-Meeting) und war 2012 bis 2015 die deutsche Vertreterin im Global Virus Network, das weltweit die klinischen Virologen vereint. 2011-2018 war sie im Gründungsvorstand des Deutsche Zentrum für Infektionsforschung. Seit 2013 gehört sie zum Aufsichtsrat der Uniklinik Köln.. 2025 wurde sie zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt.
In der COVID-19-Pandemie widmete sie sich mit ihrer Arbeitsgruppe auch der Erforschung des SARS-CoV-2 und war in den Medien und von der Politik als Expertin gefragt. Für ihr Engagement für die Gesellschaft und in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs erhielt sie 2022 den Bayerischer Verdienstorden und 2025 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Protzer ist verheiratet und hat zwei Kinder.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Protzer, Ulrike |
| ALTERNATIVNAMEN | Protzer-Knolle, Ulrike |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Virologin |
| GEBURTSDATUM | 2. November 1962 |
| GEBURTSORT | Stuttgart |