| Universidade Federal do Rio de Janeiro | |
|---|---|
| Motto | A Universidade do Brasil („Die Universität Brasiliens“) |
| Gründung | 7. September 1920 (Universität) 17. Dezember 1792 (älteste beanspruchte Vorgängereinrichtung) |
| Trägerschaft | staatlich (Bund) |
| Ort | Rio de Janeiro |
| Land | Brasilien |
| Rektor | Roberto de Andrade Medronho |
| Studierende | 67.020 (2025) |
| Mitarbeiter | 13.481 (2025; 8.829 technisch-administrative Beschäftigte und 4.652 Lehrende) |
| davon Dozenten | 4.652 (2025) |
| Jahresetat | 4,48 Mrd. R$ (2024) |
| Website | ufrj.br |
Die Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ; deutsch etwa „Bundesuniversität von Rio de Janeiro“) ist eine staatliche brasilianische Forschungsuniversität mit Hauptsitz in Rio de Janeiro. Rechtlich wurde sie am 7. September 1920 als Universidade do Rio de Janeiro gegründet, indem mehrere bereits bestehende Hochschulen zusammengeführt wurden. Ihre institutionelle Traditionslinie führt die Universität auf ältere Einrichtungen zurück, insbesondere auf die 1792 gegründete Real Academia de Artilharia, Fortificação e Desenho, die als eine Vorgängereinrichtung der heutigen Escola Politécnica gilt, sowie auf den seit 1808 organisierten medizinischen Unterricht in Rio de Janeiro.
Die UFRJ ist eine bundesstaatliche Autarkie, die dem brasilianischen Bildungsministerium zugeordnet ist. Innerhalb der gesetzlichen Vorgaben verfügt sie über akademische, wissenschaftliche, administrative und vermögensrechtliche Autonomie. Ihre vier wichtigsten Campus sind die Cidade Universitária, Praia Vermelha, Duque de Caxias und Macaé; daneben unterhält sie zahlreiche historische oder spezialisierte Einrichtungen im Zentrum und in anderen Stadtteilen von Rio de Janeiro. Unterrichtssprache ist überwiegend Portugiesisch.
Nach den institutionellen Angaben mit Stand vom 21. August 2025 zählte die Universität 50.935 aktive oder vorübergehend eingeschriebene Studierende in grundständigen Studiengängen und rund 16.085 Studierende in Spezialisierungs-, Residenz-, Master- und Promotionsprogrammen. Hinzu kamen 4.652 Lehrende sowie 8.829 technische und administrative Beschäftigte. Die UFRJ gab außerdem 1.486 Labore, 44 Bibliotheken, 19 museale Einrichtungen, neun Gesundheitseinrichtungen sowie 1.863 Projekte, Aktivitäten oder Kurse der universitären Extension an. Das Studienangebot umfasste 171 Präsenzstudiengänge, vier Fernstudiengänge, rund 339 Spezialisierungskurse und 136 postgraduale Programme stricto sensu.
Zu ihren Einrichtungen gehören das Museu Nacional, die Faculdade Nacional de Direito, die Escola Politécnica, die Faculdade de Medicina, die Escola de Belas Artes, die Escola de Música und das Instituto Alberto Luiz Coimbra de Pós-Graduação e Pesquisa de Engenharia (COPPE). Die Universität betreibt außerdem einen großen Krankenhauskomplex, einen Technologiepark und zahlreiche Forschungsinfrastrukturen, darunter das LabOceano, das Laboratório Brasileiro de Controle de Dopagem und den Supercomputer Lobo Carneiro.
Der Gesamthaushalt für 2024 belief sich auf 4,48 Milliarden Real. Seit 2023 ist Roberto de Andrade Medronho Rektor; Vizerektorin ist Cássia Curan Turci.
Zu den ehemaligen Studierenden und zu Persönlichkeiten, die an Institutionen ausgebildet wurden, die zur historischen Tradition der UFRJ gehören, zählen zwei Präsidenten Brasiliens, zahlreiche Richter des Supremo Tribunal Federal sowie mehrere Persönlichkeiten mit dokumentierten Nominierungen für einen Nobelpreis. Zu den Absolventen zählt auch Artur Ávila, der 2014 die Fields-Medaille erhielt und damit als erster Lateinamerikaner mit dieser Auszeichnung geehrt wurde.


Die institutionelle Geschichte der UFRJ reicht vor die Universitätsgründung von 1920 zurück. Eine ihrer wichtigsten Traditionslinien führt zur Real Academia de Artilharia, Fortificação e Desenho, die am 17. Dezember 1792 unter der Herrschaft von Maria I. von Portugal gegründet wurde. Die Schule sollte in der Kolonie Fachkräfte für Artillerie, Festungsbau, technisches Zeichnen und Militäringenieurwesen ausbilden. Nach der Übersiedlung des portugiesischen Hofes nach Rio de Janeiro wurde sie 1810 als Academia Real Militar neu organisiert. Über eine Reihe militärischer und ziviler Nachfolgeeinrichtungen entwickelte sie sich zur Escola Central und schließlich zur Escola Politécnica.
Der organisierte medizinische Unterricht in Rio de Janeiro begann offiziell 1808, als der portugiesische Prinzregent Johann von Braganza die Einrichtung einer anatomisch-chirurgisch-medizinischen Schule genehmigte. Während des Kaiserreichs änderte die Einrichtung mehrfach Namen und Status und wurde zu einem der wichtigsten Bestandteile der späteren Faculdade Nacional de Medicina.
Die spätere Faculdade Nacional de Direito entstand aus der Zusammenführung zweier Ende des 19. Jahrhunderts in Rio de Janeiro gegründeter juristischer Hochschulen, der Faculdade Livre de Direito und der Faculdade de Ciências Jurídicas e Sociais, die 1891 staatlich anerkannt wurden. Im gleichen Zeitraum beziehungsweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden weitere spezialisierte Hochschulen, insbesondere in den bildenden Künsten, der Musik und den Naturwissenschaften.
Diese Einrichtungen blieben lange administrativ getrennt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewann die Debatte über die Gründung einer nationalen Universität in intellektuellen und politischen Kreisen an Bedeutung, während die brasilianische Hochschulbildung weiterhin vor allem aus voneinander getrennten berufsbezogenen Hochschulen bestand.

Mit dem Dekret Nr. 14.343 vom 7. September 1920, das unter Präsident Epitácio Pessoa erlassen wurde, entstand die Universidade do Rio de Janeiro. Sie vereinigte vor allem die Escola Politécnica, die medizinische Fakultät und die juristische Fakultät, ließ diesen Einrichtungen jedoch weitgehende akademische Eigenständigkeit. Die neue Universität war damit zunächst eher ein föderativer Zusammenschluss als eine vollständig integrierte Hochschule; die einzelnen Schulen behielten beträchtliche Autonomie.
Der Mediziner, Bibliothekar und Philologe Benjamin Franklin Ramiz Galvão, Mitglied der Academia Brasileira de Letras, wurde erster Rektor. Die ersten Jahre waren von einer schrittweisen Koordinierung der bestehenden Schulen und der Eingliederung weiterer Einheiten geprägt. Gleichzeitig blieb die Universität über das Stadtgebiet verteilt, und mehrere Fakultäten nutzten weiterhin ihre historischen Gebäude.
In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden weitere Institute aufgenommen oder enger an die Universität gebunden. Die nach 1930 eingeleiteten zentralisierenden Bildungsreformen veränderten die Rolle, die der Bundesuniversität im nationalen Hochschulsystem zugedacht war.
Das Gesetz Nr. 452 vom 5. Juli 1937 reorganisierte die Hochschule und benannte sie in Universidade do Brasil um. Im Rahmen der damaligen bundesstaatlichen Hochschulpolitik sollte sie als Modell für das nationale Hochschulsystem dienen. Durch die Eingliederung weiterer Schulen und Institute wurde die Universität ausgebaut und erhielt eine systematischere Gliederung, die Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Künste und reglementierte Berufe umfasste.
Die Reform wird in der Forschung häufig als Ausdruck eines stark staatlich und berufsbezogen geprägten Universitätsmodells mit französischem Einfluss interpretiert. Dem wird etwa das stärker am deutschen Forschungsuniversitätsmodell orientierte Konzept gegenübergestellt, das bei der Gründung der Universidade de São Paulo 1934 eine größere Rolle spielte.
In den 1940er- und 1950er-Jahren wurde die wissenschaftliche Forschung stärker institutionalisiert. Spezialisierte Institute entstanden, Vollzeitstellen für Lehrende nahmen zu und die Beziehungen zu öffentlichen Forschungsförderern wurden ausgebaut. Das 1818 gegründete Museu Nacional wurde 1946 in die Universidade do Brasil eingegliedert.

Das frühere Hospício Pedro II, das Mitte des 19. Jahrhunderts in Praia Vermelha eröffnet worden war, ging Mitte des 20. Jahrhunderts an die Universität über und wurde zum Palácio Universitário. Der Komplex bewahrt seine neoklassizistische Architektur, die Kapelle São Pedro de Alcântara, historische Säle und Gärten und gehört zu den wichtigsten denkmalgeschützten Ensembles des Campus Praia Vermelha.
Seit den 1930er-Jahren gab es mehrere Projekte, die verstreuten Universitätseinrichtungen räumlich zusammenzuführen. Nach langen Diskussionen über den Standort einer Universitätsstadt fiel die Wahl auf die Ilha do Fundão, die durch Aufschüttungen und die Verbindung mehrerer kleiner Inseln in der Guanabara-Bucht entstand. Dort wurde die Cidade Universitária angelegt, die große Komplexe für Lehre, Forschung, Gesundheitsversorgung und Verwaltung aufnehmen sollte.
Die 1950er-Jahre brachten eine beschleunigte Professionalisierung der Wissenschaft. Neue Institute und Forschungsprogramme wurden geschaffen, und die Universität knüpfte engere Beziehungen zum CNPq, zur CAPES und zu weiteren Förderinstitutionen. 1963 wurde die Coordenação dos Programas de Pós-Graduação em Engenharia gegründet, aus der später die COPPE hervorging. Sie baute strukturierte postgraduale Studien- und Forschungsprogramme im Ingenieurwesen auf und trug zur Verbreitung dieses Ausbildungsmodells in Brasilien bei.

Die Bewegung für eine Hochschulreform gewann Ende der 1950er-Jahre an Stärke. Lehrende und Studierende diskutierten unter anderem über die interne Organisation, akademische Mitbestimmung und die Verwendung öffentlicher Mittel. Diese Debatten standen im nationalen Kontext der Hochschulreform von 1968, durch die unter anderem die Departmentsstruktur, postgraduale Studiengänge und die Governance brasilianischer Universitäten verändert wurden.
Mit dem Gesetz Nr. 4.831 vom 5. November 1965 erhielt die Hochschule offiziell den Namen Universidade Federal do Rio de Janeiro. Die Umbenennung war Teil einer Vereinheitlichung der Bezeichnungen der brasilianischen Bundesuniversitäten nach Bundesstaat beziehungsweise Region. Der von 1937 bis 1965 offiziell verwendete Name Universidade do Brasil blieb jedoch mit der Geschichte der Institution verbunden. Im Jahr 2000 erkannte ein Bundesgericht der Universität das Recht zu, den historischen Namen erneut zu verwenden, ohne die geltende rechtliche Bezeichnung aufzugeben; Universidade Federal do Rio de Janeiro und Universidade do Brasil können daher in den zugelassenen institutionellen Zusammenhängen nebeneinander verwendet werden.
Während der 1964 errichteten Militärdiktatur in Brasilien war die UFRJ von den staatlichen Reorganisationsmaßnahmen betroffen und wurde zugleich zu einem wichtigen Ort studentischer Mobilisierung in Rio de Janeiro. Studierende und Lehrende beteiligten sich an Protesten gegen politische Repression und an Debatten über die Gestaltung der Hochschulbildung.
In den 1960er-Jahren kam es im Umfeld der Universität wiederholt zu Repressionen gegen die Studentenbewegung. Eine aktuelle Darstellung der Abteilung für institutionelles Gedächtnis des UFRJ-Bibliothekssystems datiert das als Massacre da Praia Vermelha („Massaker von Praia Vermelha“) bezeichnete Eindringen der Sicherheitskräfte in die damalige Faculdade Nacional de Medicina auf den 23. September 1966; dabei seien rund 600 Studierende verletzt worden. Für den 21. Juni 1968 nennt dieselbe Darstellung die Sexta-feira Sangrenta („Blutiger Freitag“) im Teatro de Arena von Praia Vermelha mit rund 400 verletzten Studierenden. Im Juni 1968 fand im Teatro de Arena zudem eine große Studentenversammlung statt, die mehr Autonomie der studentischen Organisationen forderte und von Militärpolizei und Heerespolizei gewaltsam aufgelöst wurde. Angehörige der Universität nahmen außerdem am Passeata dos Cem Mil („Marsch der Hunderttausend“) am 26. Juni 1968 in Rio de Janeiro teil. Mit dem Ato Institucional Número Cinco (AI-5) im Dezember verschärften sich Verfahren, Ausschlüsse, Verhaftungen und Einschränkungen gegenüber der Studentenbewegung und einzelnen Hochschullehrern.

Parallel dazu wurde die Cidade Universitária weiter ausgebaut. In den 1960er- und 1970er-Jahren verlagerte die Universität zunehmend Einrichtungen auf die Ilha do Fundão, entsprechend dem Plan, die universitären Aktivitäten schrittweise auf dem neuen Campus zu konzentrieren. Praia Vermelha und die historischen Gebäude im Zentrum von Rio behielten jedoch mehrere geistes-, sozial-, rechts- und kunstwissenschaftliche Einrichtungen.
Seit den 1980er-Jahren veränderte die Redemokratisierung Brasiliens das institutionelle Leben der UFRJ. Die Beteiligung der Universitätsgemeinschaft an internen Konsultationen sowie gewerkschaftliche und studentische Organisationen gewannen an Gewicht. Angehörige der UFRJ beteiligten sich auch an Debatten über die Hochschulautonomie während der verfassunggebenden Versammlung von 1987/88. Zugleich wurden postgraduale Studiengänge, universitäre Extension und Forschungskooperationen weiter ausgebaut.
1983 wurde das Sistema de Bibliotecas e Informação (SiBI) geschaffen, das die Bibliothekspolitik und die Dokumentationssysteme der Universität koordiniert. 1986 entstand die Editora UFRJ, der Universitätsverlag für wissenschaftliche, akademische und kulturelle Publikationen, dessen Titel mehrfach nationale Auszeichnungen erhielten.
In den 2000er-Jahren förderten der Ausbau der brasilianischen Bundesuniversitäten und das Programm REUNI die Einrichtung neuer Studiengänge, mehr Studienplätze und die Konsolidierung von Standorten außerhalb der Hauptstadt. Die UFRJ erweiterte insbesondere ihre Aktivitäten in Macaé im Norden des Bundesstaates und in Duque de Caxias in der Baixada Fluminense. Der 2008 geschaffene Standort Xerém entwickelte sich schrittweise zum Campus Duque de Caxias mit Schwerpunkten in Biotechnologie, Biophysik und Nanowissenschaften.
Auch die Gerichtsentscheidung von 2000, die die erneute Verwendung des Namens Universidade do Brasil ermöglichte, gehört in diese Phase der institutionellen Identitätsbildung; die rechtlich geltende Bezeichnung blieb Universidade Federal do Rio de Janeiro.

Das frühe 21. Jahrhundert war durch den Ausbau des 2003 eröffneten Technologieparks der UFRJ, die Zunahme von Laboren in den Bereichen Energie, Offshore-Technologien, Biotechnologie und Mobilität sowie durch neue Verkehrs- und Forschungsinfrastrukturen gekennzeichnet. Die Schrägseilbrücke Ponte do Saber verbesserte die Straßenanbindung des Campus Fundão und entwickelte sich zu einem architektonischen Wahrzeichen der Universität.
Am 2. September 2018 zerstörte ein Brand große Teile des Paço de São Cristóvão, des Hauptgebäudes des Museu Nacional. Ein erheblicher Teil der Sammlungen ging verloren oder wurde beschädigt; zugleich begann eines der bedeutendsten Wiederaufbauprojekte für Kulturerbe in Brasilien. Die wissenschaftliche Arbeit des Museums wurde an anderen Standorten fortgesetzt. Ein Programm unter Beteiligung der UFRJ, der UNESCO, öffentlicher Stellen und privater Partner finanziert die Restaurierung des Palastes und den Wiederaufbau der Sammlungen.

2025 und 2026 wurden restaurierte Bereiche des Paço wieder zeitweise für Besucher geöffnet. Im Juni 2026 zeigten sechs Säle zwei temporäre Ausstellungen, Bastidores da Ciência und Rescaldo das Memórias, die sich mit der wissenschaftlichen Arbeit des Museums beziehungsweise künstlerisch mit den Überresten des Brandes befassten.
Die jüngere Entwicklung war zugleich von Finanzierungsproblemen geprägt. Nach Angaben der Universitätsleitung gingen die für den laufenden Betrieb verfügbaren Mittel in den 2010er- und frühen 2020er-Jahren real zurück, während die Zahl der Studierenden und der Unterstützungsbedarf zunahmen. Im Juni 2026 führte eine neue haushaltstechnische Beschränkung für Bundesuniversitäten dazu, dass die UFRJ vorübergehend eigene bei der Fundação Coppetec verwaltete Mittel einsetzte, um ausgelagerte Verträge und wesentliche Dienstleistungen weiter bezahlen zu können.
Die UFRJ ist eine bundesstaatliche Autarkie im Geschäftsbereich des Bildungsministeriums. Ihre Autonomie umfasst Lehre und Wissenschaft, Verwaltung, Disziplinarangelegenheiten und Vermögen; zugleich unterliegt sie den bundesrechtlichen Regeln zu Haushalt, Rechnungswesen und Kontrolle öffentlicher Einrichtungen. Die Satzung regelt die Beteiligung der verschiedenen Gruppen der Universitätsgemeinschaft an Räten und Kollegialorganen.

Der Rektor ist der oberste Exekutivverantwortliche der Universität. Seit 2023 bekleidet der Mediziner und Professor Roberto de Andrade Medronho das Amt; Vizerektorin ist die Chemieprofessorin Cássia Curan Turci. Die Rektoren brasilianischer Bundesuniversitäten werden nach den gesetzlich vorgesehenen internen Konsultationen und Beschlüssen formell vom Präsidenten der Republik ernannt.
Der Conselho Universitário (Consuni) gehört zu den wichtigsten Beschlussorganen. Er entscheidet unter anderem über die Satzung, die allgemeine Politik, die Schaffung und Umwandlung von Einheiten sowie grundlegende institutionelle Fragen. Zum Kollegialsystem gehören außerdem der Conselho de Curadores, der Conselho de Ensino de Graduação, der Conselho de Ensino para Graduados e Pesquisa, der Conselho Superior de Coordenação Executiva und der Conselho de Extensão Universitária.
Die Exekutivverwaltung ist in sieben Prorektorate (Pró-Reitorias) gegliedert:

Zur Zentralverwaltung gehören außerdem die Superintendência-Geral de Relações Internacionais, die Superintendência-Geral de Comunicação Social, die Superintendência-Geral de Tecnologia da Informação e Comunicação, das Escritório Técnico da Universidade (ETU), die für Teile der materiellen Campusverwaltung zuständige Prefeitura Universitária, die interne Revision, der Archivdienst und weitere übergreifende Koordinierungsstellen.
Verschiedene Persönlichkeiten aus Medizin, Geisteswissenschaften, Wirtschaft und öffentlichem Leben haben die Universität geleitet.
Wie andere brasilianische Bundesuniversitäten erhält die UFRJ den größten Teil ihrer Finanzierung aus dem Bundeshaushalt. Die Gesamtausgaben umfassen Gehälter, Pensionen und andere Pflichtausgaben sowie frei verfügbare Mittel für Instandhaltung, Energie, Wasser, Sicherheit, Reinigung, Studienförderung, Verbrauchsmaterialien und Investitionen. Diese Unterscheidung erklärt, warum der in staatlichen Haushaltsdaten angegebene Gesamtetat deutlich über den Mitteln liegt, die der Universität für den laufenden Betrieb tatsächlich zur Verfügung stehen.
Der ausgeführte oder bewilligte Gesamthaushalt liegt in der Größenordnung mehrerer Milliarden Real, während die frei verfügbaren Mittel wesentlich geringer sind. Die Universitätsleitung weist regelmäßig auf ihren realen Rückgang und auf wachsenden Instandhaltungsbedarf hin. 2025 erklärte die Leitung, die verfügbaren Mittel reichten trotz steigender Studienplatzzahlen und einer größeren Zahl von Begünstigten sozialer Förderprogramme nicht aus, um das reale Niveau der frühen 2010er-Jahre wieder zu erreichen.
Die akademische Struktur der UFRJ wurde lange anhand von sechs großen fachlichen Zentren beschrieben. In der aktuellen Organisation kommt das Centro Multidisciplinar UFRJ-Macaé hinzu, sodass die mittlere Organisationsstufe sieben Zentren umfasst. Ergänzt werden sie durch den Campus Duque de Caxias, den Complexo de Formação de Professores, den Complexo Hospitalar e da Saúde und das Fórum de Ciência e Cultura. Jedes Zentrum koordiniert Fakultäten, Schulen und Institute sowie ergänzende oder interdisziplinäre Einrichtungen.
| Zentrum | Hauptgebiete | Universitäre Einheiten und zugeordnete Einrichtungen |
|---|---|---|
| Centro de Ciências da Saúde (CCS) | Medizin, Biomedizin, Pharmazie, Zahnmedizin, Pflege, Ernährungswissenschaften, Public Health, Sport | Escola de Educação Física e Desportos, Escola de Enfermagem Anna Nery, Faculdade de Farmácia, Faculdade de Odontologia, Faculdade de Medicina, Instituto de Biologia, Instituto de Ciências Biomédicas, Instituto de Estudos em Saúde Coletiva, Instituto de Microbiologia Paulo de Góes, Instituto de Nutrição Josué de Castro; klinische Institute, CENABIO, HUCFF, HESFA, IBCCF, IBqM, NUTES, IPPN, Maternidade-Escola, NUPEM und weitere spezialisierte Einrichtungen. |
| Centro de Tecnologia (CT) | Ingenieurwissenschaften, Technologie, technische Chemie, angewandte Forschung | Escola Politécnica, Escola de Química, Instituto Alberto Luiz Coimbra de Pós-Graduação e Pesquisa de Engenharia (COPPE), Instituto de Macromoléculas Professora Eloisa Mano und Núcleo Interdisciplinar para o Desenvolvimento Social. |
| Centro de Ciências Matemáticas e da Natureza (CCMN) | Mathematik, Physik, Chemie, Informatik, Geowissenschaften, Astronomie | Instituto de Computação, Instituto de Matemática, Instituto de Física, Instituto de Química, Instituto de Geociências, Observatório do Valongo und Instituto Tércio Pacitti de Aplicações e Pesquisas Computacionais (NCE). |
| Centro de Ciências Jurídicas e Econômicas (CCJE) | Rechtswissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Rechnungswesen, Stadtplanung, Internationale Beziehungen | Faculdade de Administração e Ciências Contábeis, Faculdade Nacional de Direito, Instituto de Economia, Instituto de Pesquisa e Planejamento Urbano e Regional (IPPUR), Instituto COPPEAD de Administração und Instituto de Relações Internacionais e Defesa (IRID). |
| Centro de Filosofia e Ciências Humanas (CFCH) | Philosophie, Geschichte, Sozialwissenschaften, Psychologie, Pädagogik, Kommunikation, Soziale Arbeit | Escola de Comunicação, Faculdade de Educação, Escola de Serviço Social, Instituto de Filosofia e Ciências Sociais, Instituto de História, Instituto de Psicologia, Colégio de Aplicação, Escola de Educação Infantil und NEPP-DH. |
| Centro de Letras e Artes (CLA) | Sprach- und Literaturwissenschaften, Architektur, Stadtplanung, bildende Künste, Musik und Design | Faculdade de Arquitetura e Urbanismo, Escola de Belas Artes, Escola de Música, Faculdade de Letras und Núcleo de Pesquisa Habitacional. |
| Centro Multidisciplinar UFRJ-Macaé | Gesundheit, Ernährung, Pharmazie, Medizin, Pflege, Chemie und Ingenieurwissenschaften | Instituto de Alimentação e Nutrição, Instituto de Ciências Farmacêuticas, Instituto de Ciências Médicas, Instituto de Enfermagem, Instituto Multidisciplinar de Química und Instituto Politécnico. |
Das Centro de Ciências da Saúde bildet den größten biomedizinischen Verbund. Die institutionelle Strukturseite nennt 26 zusätzliche Einheiten und Einrichtungen des Zentrums. Die Aktivitäten verteilen sich auf die Cidade Universitária, Praia Vermelha, das Stadtzentrum und weitere Standorte. Neben berufsbezogenen Fakultäten gehören dazu Institute der Grundlagen- und klinischen Forschung, das Centro Nacional de Biologia Estrutural e Bioimagem (CENABIO), das Instituto de Biofísica Carlos Chagas Filho, das Instituto de Bioquímica Médica Leopoldo de Meis, das Instituto de Pesquisa de Produtos Naturais Walter Mors und mehrere Krankenhauseinrichtungen.
Das Centro de Tecnologia bündelt einen großen Teil der ingenieurwissenschaftlichen und technologischen Forschung. Zur Escola Politécnica und Escola de Química kommen die 1963 gegründete COPPE, das Instituto de Macromoléculas und das NIDES. Der Komplex ist eng mit dem Technologiepark, Gründerzentren und zahlreichen Laboren verbunden, die mit öffentlichen und privaten Unternehmen zusammenarbeiten.

Das Centro de Ciências Matemáticas e da Natureza vereint exakte und Naturwissenschaften. Dazu gehören unter anderem Institute für Informatik, Mathematik, Physik, Chemie und Geowissenschaften. Das im historischen Zentrum auf dem Morro da Conceição gelegene Observatório do Valongo gehört ebenfalls zum CCMN und betreibt Lehre und Forschung in Astronomie. Das heutige Instituto Tércio Pacitti (NCE) ist die wichtigste ergänzende Einrichtung für angewandte Informatik und digitale Technologien.
Das Centro de Ciências Jurídicas e Econômicas ist auf die Cidade Universitária, Praia Vermelha und das Zentrum von Rio verteilt. Die Faculdade Nacional de Direito befindet sich im früheren Palácio do Conde dos Arcos; das Instituto de Economia und die Faculdade de Administração e Ciências Contábeis sind mit Praia Vermelha verbunden, während IPPUR und COPPEAD Einrichtungen auf Fundão unterhalten. Das IRID widmet sich Lehre und Forschung in internationalen Beziehungen, Verteidigung und strategischen Studien.

Das Centro de Filosofia e Ciências Humanas umfasst Philosophie, Sozialwissenschaften, Geschichte, Psychologie, Pädagogik, Kommunikation und Soziale Arbeit. Ein Teil der Einrichtungen liegt in Praia Vermelha; das Instituto de Filosofia e Ciências Sociais und das Instituto de História nutzen historische Gebäude am Largo de São Francisco de Paula. Das Colégio de Aplicação und die Escola de Educação Infantil übernehmen Aufgaben in Lehrerbildung und praxisbezogener Pädagogik.
Das Centro de Letras e Artes vereint die Escola de Belas Artes, die Escola de Música, die Faculdade de Arquitetura e Urbanismo und die Faculdade de Letras. Bildende Kunst, Architektur und Sprach- und Literaturwissenschaften sind weitgehend auf Fundão angesiedelt, während die Musikhochschule einen Standort im Zentrum von Rio unterhält.
Das Centro Multidisciplinar UFRJ-Macaé institutionalisiert die Expansion der Universität in den Norden des Bundesstaates. Es besteht aus sechs Instituten für Ernährung, Pharmazie, Medizin, Pflege, Chemie und Ingenieurwissenschaften. In der aktuellen Struktur ist dieses Zentrum vom NUPEM zu unterscheiden, einem dem CCS zugeordneten Institut für Biodiversität und Nachhaltigkeit, das ebenfalls in Macaé liegt.
Zur Darstellung der institutionellen Vielfalt, ohne Zentren, universitäre Einheiten und ergänzende Einrichtungen zu vermischen, führt die folgende Tabelle die wichtigsten Einheiten nach der aktuellen offiziellen Organisationsstruktur auf.
| Bereich | Einheiten und Einrichtungen |
|---|---|
| CCJE | Faculdade de Administração e Ciências Contábeis (FACC); Faculdade Nacional de Direito (FND); Instituto de Economia (IE); Instituto de Pesquisa e Planejamento Urbano e Regional (IPPUR); Instituto COPPEAD de Administração; Instituto de Relações Internacionais e Defesa (IRID). |
| CCMN | Instituto de Computação (IC); Instituto de Matemática (IM); Instituto de Física (IF); Instituto de Química (IQ); Instituto de Geociências (IGEO); Observatório do Valongo (OV); Instituto Tércio Pacitti de Aplicações e Pesquisas Computacionais (NCE). |
| CCS – universitäre Einheiten | Escola de Educação Física e Desportos (EEFD); Escola de Enfermagem Anna Nery (EEAN); Faculdade de Farmácia (FF); Faculdade de Odontologia (FO); Faculdade de Medicina (FM); Instituto de Biologia (IB); Instituto de Ciências Biomédicas (ICB); Instituto de Estudos em Saúde Coletiva (IESC); Instituto de Microbiologia Paulo de Góes (IMPG); Instituto de Nutrição Josué de Castro (INJC). |
| CCS – klinische Institute und ergänzende Einrichtungen | Instituto do Coração Edson Abdala Saad (ICES); Instituto de Doenças do Tórax (IDT); Instituto de Ginecologia (IG); Instituto de Neurologia Deolindo Couto (INDC); Instituto de Psiquiatria (IPUB); Instituto de Puericultura e Pediatria Martagão Gesteira (IPPMG); Centro Nacional de Biologia Estrutural e Bioimagem (CENABIO); Hospital Universitário Clementino Fraga Filho (HUCFF); Instituto de Atenção à Saúde São Francisco de Assis (HESFA); Instituto de Biodiversidade e Sustentabilidade (NUPEM); Instituto de Biofísica Carlos Chagas Filho (IBCCF); Instituto de Bioquímica Médica Leopoldo de Meis (IBqM); Instituto NUTES de Educação em Ciências e Saúde; Instituto de Pesquisa de Produtos Naturais Walter Mors (IPPN); Maternidade-Escola; Núcleo de Bioética e Ética Aplicada (NUBEA). |
| CFCH | Escola de Comunicação (ECO); Faculdade de Educação (FE); Escola de Serviço Social (ESS); Instituto de Filosofia e Ciências Sociais (IFCS); Instituto de História (IH); Instituto de Psicologia (IP); Colégio de Aplicação (CAp); Escola de Educação Infantil (EEI); Núcleo de Estudos de Políticas Públicas em Direitos Humanos Suely Souza de Almeida (NEPP-DH). |
| CLA | Faculdade de Arquitetura e Urbanismo (FAU); Escola de Belas Artes (EBA); Escola de Música (EM); Faculdade de Letras (FL); Núcleo de Pesquisa Habitacional. |
| CT | Escola Politécnica (Poli); Escola de Química (EQ); COPPE; Instituto de Macromoléculas Professora Eloisa Mano (IMA); Núcleo Interdisciplinar para o Desenvolvimento Social (NIDES). |
| Macaé | Instituto de Alimentação e Nutrição (IAN); Instituto de Ciências Farmacêuticas (ICF); Instituto de Ciências Médicas (ICM); Instituto de Enfermagem (IENF); Instituto Multidisciplinar de Química (IMQ); Instituto Politécnico (IPOLI). |

Das Fórum de Ciência e Cultura (FCC) fördert den Austausch zwischen Fachgebieten, Kulturinstitutionen und Gesellschaft. Dazu gehören unter anderem Casa da Ciência, Colégio Brasileiro de Altos Estudos, Editora UFRJ, Museu Nacional, Núcleo de Rádio e TV, Sistema de Bibliotecas e Informação und Universidade da Cidadania. Das Sistema de Museus, Acervos e Patrimônio Cultural (Simap) koordiniert Museen, Sammlungen und die Kulturerbepolitik der Universität.
Die institutionelle Terminologie unterscheidet zwischen universitären Einheiten – Schulen, Fakultäten und Instituten, die für Studiengänge, Departments und Forschung verantwortlich sind – und ergänzenden Einrichtungen, Zentren und spezialisierten Komplexen mit stärkerem Schwerpunkt auf Forschung, Dienstleistungen, Kultur, Gesundheit oder interdisziplinärer Koordination. Die Grenze ist funktional und nicht absolut; mehrere ergänzende Einrichtungen sind unmittelbar an Lehre, postgradualer Betreuung und berufspraktischen Tätigkeiten beteiligt.
Zur Struktur kommen unter anderem der Campus UFRJ Duque de Caxias – Professor Geraldo Cidade, der Complexo de Formação de Professores, der Complexo Hospitalar e da Saúde und das FCC hinzu. Zur Zentralverwaltung gehören außerdem Prefeitura Universitária, Escritório Técnico da Universidade, Auditoria Interna, Sistema de Arquivos, Ouvidoria-Geral und verschiedene übergreifende Superintendências.
Die UFRJ bietet grundständige Studiengänge in Lebens- und Gesundheitswissenschaften, exakten Wissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Geistes- und Sozialwissenschaften, Künsten, Sprach- und Literaturwissenschaften, Rechtswissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und gestalterischen Berufen an. Im August 2025 zählte die Universität 171 Präsenz- und vier Fernstudiengänge; vierzig Programme wurden ganz oder teilweise abends angeboten, um den Zugang für berufstätige Studierende zu erleichtern.
Eine Informationspublikation der UFRJ für die Zulassung 2026 ordnet diese 175 Studiengänge beziehungsweise Abschlüsse 143 bacharelados (akademisch oder beruflich orientierten Bachelorabschlüssen) und 32 licenciaturas (insbesondere lehramtsbezogenen Abschlüssen) zu. Die institutionelle Verteilung lautet:
| Akademischer Bereich | Zahl der Studiengänge | Aufschlüsselung |
|---|---|---|
| CCJE | 10 | 10 Präsenz-bacharelados |
| CCMN | 22 | 18 Präsenz-bacharelados und 4 Präsenz-licenciaturas |
| CCS | 27 | 22 Präsenz-bacharelados und 5 Präsenz-licenciaturas |
| CFCH | 14 | 10 Präsenz-bacharelados und 4 Präsenz-licenciaturas |
| CLA | 67 | 51 Präsenz-bacharelados und 16 Präsenz-licenciaturas |
| CT | 17 | 17 Präsenz-bacharelados |
| Macaé | 9 | 9 Präsenz-bacharelados |
| Duque de Caxias | 3 | 3 Präsenz-bacharelados |
| Studiengänge mehrerer Einheiten | 2 | 2 Präsenz-bacharelados |
| CEDERJ / Fernstudium | 4 | 1 Fern-bacharelado und 3 teilpräsente licenciaturas |
| Gesamt | 175 | 171 Präsenz- und 4 Fern-/Hybridstudiengänge |
Diese Aufschlüsselung erklärt, warum ältere Dokumente unterschiedliche Zahlen von „Studiengängen“ nennen: Teilweise wurden Spezialisierungen, Zeitmodelle oder verschiedene Studienrichtungen eines Programms gesondert gezählt, während die neueren institutionellen Daten 171 Präsenz- und vier Fernstudiengänge unterscheiden.
Die Organisation einzelner Studiengänge kann mehrere Einheiten umfassen. Nanotechnologie ist beispielsweise traditionell interdisziplinär und bindet Lehrende und Labore der Escola Politécnica, des Instituto de Biofísica Carlos Chagas Filho, des Instituto de Física und des Instituto de Macromoléculas ein. Andere Studiengänge sind einer einzelnen Fakultät oder Schule zugeordnet, nutzen aber Lehrveranstaltungen aus mehreren Zentren.
Die folgende Übersicht orientiert sich am akademischen Katalog; Bezeichnungen und Studienrichtungen können sich ändern.
| Fachgebiet | Repräsentative Studiengänge und Spezialisierungen |
|---|---|
| Lebens- und Gesundheitswissenschaften | Biophysik (Bioinformatik, Systembiologie, Strukturbiologie, Biotechnologie), Biomedizin, Biotechnologie, Biowissenschaften (Ökologie, Genetik, Zoologie, Pflanzen- und Meeresbiologie), Sportwissenschaft, Pflege, Pharmazie, Physiotherapie, Logopädie, Gastronomie, Medizin, Mikrobiologie und Immunologie, Ernährungswissenschaft, Zahnmedizin, Public Health und Ergotherapie. |
| Exakte und Geowissenschaften | Astronomie (Astrophysik, computergestützte und instrumentelle Astronomie), Informatik, mathematische und Geowissenschaften, Statistik, Physik, Medizinphysik, Geologie, Physische Geographie, Mathematik, angewandte Mathematik, Meteorologie, Chemie, technische Chemie und technologisch orientierte Chemie. |
| Ingenieurwissenschaften | Bau-, Umwelt-, Lebensmittel-, Bioverfahrenstechnik, Informatik- und Informationstechnik, Regelungs- und Automatisierungstechnik, Werkstoff-, Erdöl-, Wirtschafts-, Elektro-, Elektronik- und Computer-, Maschinenbau-, Metallurgie-, Schiffbau- und Meerestechnik, Kern- und Chemieingenieurwesen. Das Bauingenieurwesen umfasst unter anderem Vertiefungen in Tragwerken, Verkehr, Geotechnik, Hochbau und Wasserressourcen; der Maschinenbau Bereiche wie Akustik, Konstruktion, Produktion und Thermodynamik. |
| Interdisziplinäre Technologien | Nanotechnologie mit Schwerpunkten in Bionanotechnologie, Physik und Materialien; Entscheidungswissenschaften, Informationssysteme, Fernerkundung und Geoinformation; interdisziplinäre Programme zu Umwelt und Raumentwicklung. |
| Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften | Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Volkswirtschaft, Recht, Internationale Beziehungen, Verteidigung und internationale strategische Steuerung, öffentliche Verwaltung, Stadtplanung, Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften, Philosophie, Geschichte und Psychologie. |
| Kommunikation und Information | Kommunikationswissenschaft, Journalismus, Werbung, Verlagswesen, Radio und Fernsehen, Bibliothekswissenschaft, Konservierung und Restaurierung, visuelle Kommunikation und verwandte digitale Bereiche. |
| Architektur, Design und bildende Künste | Architektur und Städtebau, Industriedesign, visuelle Kommunikation, Bühnenbild, Innenraumgestaltung, Landschaft, Malerei, Bildhauerei, Grafik, Konservierung und Restaurierung, darstellende Kunst, Tanz und Tanztheorie. |
| Sprachen und Literatur | Portugiesische Sprache und Literatur sowie Deutsch, Arabisch, Spanisch, Französisch, Altgriechisch, Hebräisch, Englisch, Italienisch, Japanisch, Latein und Russisch sowie verschiedene Literatur- und Übersetzungsprofile. |
| Musik | Gesang, Komposition, Dirigieren, Klavier, Orgel, Cembalo, Gitarre, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Harfe, Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Saxophon, Trompete, Posaune, Tuba und Schlagzeug nach den jeweils von der Escola de Música angebotenen Studienrichtungen. |
| Lehrerbildung | Licenciaturas und pädagogische Studiengänge in Sprachen, Naturwissenschaften, Mathematik, Geschichte, Geographie, Kunst und weiteren Fächern; Pädagogik sowie Programme in Zusammenarbeit mit dem Colégio de Aplicação und dem Complexo de Formação de Professores. |

Der Zugang zu grundständigen Studiengängen erfolgt überwiegend über das Sistema de Seleção Unificada (SiSU), das Ergebnisse des Exame Nacional do Ensino Médio (ENEM) verwendet. Für das Studienjahr 2026 stellte die UFRJ 9.281 Plätze in zwei Semestern bereit; zugelassen waren Ergebnisse der ENEM-Ausgaben 2023, 2024 oder 2025. Studiengänge mit besonderen künstlerischen oder technischen Anforderungen können zusätzlich einen Teste de Habilidade Específica (THE) verlangen, insbesondere in Teilen der Musik-, Kunst- und Architekturausbildung.
Die Zulassungspolitik setzt das brasilianische Bundesgesetz über Quoten an föderalen Bildungseinrichtungen um. Reservierte Plätze betreffen Bewerber, die ihre gesamte Sekundarschulbildung im öffentlichen Schulsystem oder in bestimmten vertraglich einbezogenen ländlichen Gemeinschaftsschulen absolviert haben. Unterkategorien berücksichtigen Einkommen, selbstangegebene ethnische oder rassische Zugehörigkeit, quilombola-Status und Behinderung. Seit der Gesetzesreform von 2023 liegt die Einkommensgrenze für die entsprechende Unterkategorie bei einem Bruttomindestlohn je Haushaltsmitglied.
Für 2026 ergänzte die UFRJ die bundesrechtlichen Regeln durch eine eigene Fördermaßnahme und reservierte 233 Plätze für trans Personen – travestis, Transgender- und transsexuelle Personen –, sofern sie die Sekundarschule in den vom Regelwerk vorgesehenen öffentlichen Schulformen abgeschlossen hatten.

Während eines großen Teils des 20. Jahrhunderts erfolgte die Zulassung über das für brasilianische Hochschulen typische Aufnahmeexamen vestibular. Bis Ende der 1980er-Jahre wurde ein Teil des Verfahrens zentral durch die Fundação Cesgranrio organisiert. Anschließend gab die UFRJ dieses Modell auf und führte einen eigenen Concurso de Acesso aos Cursos de Graduação ein, bei dem offene Antworten gegenüber reinen Multiple-Choice-Aufgaben stärker gewichtet wurden.
Zu Beginn der 2010er-Jahre integrierte die Universität schrittweise den ENEM und anschließend SiSU in ihr Zulassungssystem. Seit 2012 wurde die landesweite Prüfung zum wichtigsten Zugangsweg für die meisten Studiengänge; Eignungsprüfungen blieben für Programme mit besonderen künstlerischen oder technischen Anforderungen erhalten. Diese Entwicklung begleitete die Umsetzung der bundesweiten Quotenpolitik und die im Zuge von REUNI ausgeweitete Zahl von Studienplätzen.
Neben dem allgemeinen Auswahlverfahren bestehen besondere Verfahren für externe Hochschulwechsel, interne Wechsel von Studiengang oder Campus, die Wiederaufnahme ehemaliger Studierender, Bewerber mit bereits abgeschlossenem Studium und bestimmte internationale Vereinbarungen. Die Bedingungen hängen von Einheit und verfügbaren Plätzen ab.

Die postgraduale Ausbildung gehört traditionell zu den zentralen Arbeitsfeldern der UFRJ. 2025 gab die Universität rund 339 Spezialisierungskurse lato sensu und 136 Programme stricto sensu mit Master- und Promotionsabschlüssen an; hinzu kommen postdoktorale Aktivitäten der Programme und Institute. Die Programme werden landesweit von CAPES evaluiert und erhalten Fördermittel unter anderem von CAPES, CNPq, FAPERJ sowie aus weiteren öffentlichen und vertraglich finanzierten Projekten.
Die 1963 gegründete COPPE trug zum Ausbau der postgradualen Ingenieurausbildung in Brasilien bei. Weitere Gebiete mit intensiver Promotionsausbildung sind Biomedizin, Chemie, Physik, Mathematik, Geowissenschaften, Wirtschaft, Anthropologie, Soziologie, Geschichte, Sprach- und Literaturwissenschaften, Architektur, Recht, Verwaltung und Public Health.
Das zum Centro de Ciências Jurídicas e Econômicas gehörende Instituto COPPEAD de Administração ist die Business School der UFRJ. Es bietet Master- und Promotionsprogramme, Programme für Führungskräfte sowie ein internationales Vollzeit-Managementprogramm an, das als Full-Time MBA bezeichnet wird.
Nach Angaben der Schule erschien das Vollzeitprogramm elfmal unter den hundert Programmen des Global MBA Ranking der Financial Times. 2010 belegte COPPEAD dort Rang 65 weltweit. 2014 erreichte das Vollzeitprogramm Rang 79 und war damals das einzige brasilianische Programm in den Top 100. Im selben Jahr wurde auch der Executive MBA von COPPEAD in ein Fachranking der Financial Times aufgenommen; nach Angaben der UFRJ war das Institut damit in dieser Ausgabe die einzige lateinamerikanische Schule, die zugleich in den Rankings Global MBA und Executive MBA vertreten war.

Die UFRJ verfügt über ein formales System zur Auszeichnung besonders erfolgreicher Absolventen. Die Pró-Reitoria de Graduação (PR-1) veranstaltet jährlich eine Zeremonie zur Verleihung der Diplomas de Dignidade Acadêmica an Studierende, die einen grundständigen Studiengang abgeschlossen und die universitären Voraussetzungen erfüllt haben. Grundlage sind die Resolução do Conselho Universitário nº 04/2011 sowie spätere Änderungen durch die Resolutionen nº 21/2019 und nº 404/2025.
Die Auszeichnung wird in drei Stufen vergeben, die sich nach dem coeficiente de rendimento acumulado (CRA), dem kumulierten Leistungskoeffizienten, richten:
| Stufe | CRA-Grenze | Bezeichnung |
|---|---|---|
| Summa Cum Laude | ≥ 9,5 | höchste Auszeichnung |
| Magna Cum Laude | ≥ 9,0 | große Auszeichnung |
| Cum Laude | ≥ 8,0 | Auszeichnung |
Für die Bewertung werden ausschließlich die endgültigen Bestehensnoten der belegten Lehrveranstaltungen berücksichtigt. Außerdem muss der Studierende mindestens 80 % der für den Studiengang erforderlichen Leistungspunkte an der UFRJ erworben, das Studium innerhalb der empfohlenen Regelstudienzeit abgeschlossen und keine Disziplinarstrafe erhalten haben. Die Auszeichnungen sind nicht kumulierbar; vergeben wird jeweils die höchste erreichte Stufe.
Ein Antrag auf Prüfung kann erst nach der Abschlussfeier gestellt werden, sobald deren Datum in der akademischen Laufbahn des Studierenden registriert ist. Die Diplome werden in einer feierlichen Universitätszeremonie überreicht, an der unter anderem Rektor oder Vizerektorin, Dekane der Zentren, Prorektoren und Leiter akademischer Einheiten teilnehmen. 2025 erhielten beispielsweise 256 Absolventen aus unterschiedlichen Wissensgebieten eine solche akademische Auszeichnung.
Die UFRJ verleiht nach den Verfahren ihrer Universitätsgremien verschiedene Ehrentitel. Dazu gehört die Ehrendoktorwürde (doutor honoris causa), die Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, öffentlichem Leben und Kunst aufgrund der Bedeutung ihres Wirkens oder ihrer Beziehung zur Universität verliehen wird. Diese Ehrungen sind von den Diplomas de Dignidade Acadêmica zu unterscheiden, die Absolventen der UFRJ aufgrund ihrer Studienleistungen erhalten.

Forschung findet an Instituten, Fachbereichen, Laboratorien, interdisziplinären Zentren, Krankenhäusern, Museen und postgradualen Einrichtungen statt. Die institutionellen Daten für 2025 weisen 1.486 Laboratorien an der UFRJ aus. Das Spektrum reicht von Grundlagenforschung in Mathematik, Physik, Chemie, Lebens- und Geisteswissenschaften bis zu angewandter Forschung in Ingenieurwesen, Gesundheit, Energie, Umwelt, Informatik, öffentlicher Politik, Kunst und digitalen Technologien.
Studierende grundständiger Studiengänge können an Programmen der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung teilnehmen; Forschungsgruppen beziehen Master- und Promotionsstudierende sowie Postdoktoranden ein. CAPES, CNPq, FAPERJ, Finep und weitere öffentliche Einrichtungen finanzieren einen Teil der Aktivitäten. Unterstützungsstiftungen, insbesondere die Fundação Coppetec, verwalten zahlreiche Projekte und Vereinbarungen mit öffentlichen und privaten Partnern.

Die 1963 vom Ingenieur und Hochschullehrer Alberto Luiz Coimbra gegründete COPPE – Instituto Alberto Luiz Coimbra de Pós-Graduação e Pesquisa de Engenharia – zählt zu den wichtigsten Forschungs- und Graduiertenzentren der UFRJ. Mit ihrer Gründung wurde in Brasilien ein Modell der Ingenieurausbildung etabliert, das auf hauptberuflichen Lehrenden und Forschenden, strukturierten Master- und Promotionsprogrammen sowie Laboratorien mit Bezug zu industriellen und öffentlichen Aufgaben beruhte.
Die COPPE umfasst unter anderem Programme für Biomedizin-, Bau-, Elektro-, Maschinenbau-, Metallurgie- und Werkstoff-, Nuklear-, Meeres-, Produktions-, Chemie- und Verkehrsingenieurwesen sowie Energieplanung. Nach Angaben des Instituts gehören mehr als hundert Forschungseinrichtungen zum Komplex, von Rechen- und Robotiklaboren bis zu großen Versuchsanlagen.
Seit 1977 prägt eine langfristige Kooperation mit Petrobras einen erheblichen Teil der Forschung zu Offshore-Strukturen, Hydrodynamik, Werkstoffen, Energie und Unterwassertechnik. Nach Angaben der COPPE entstanden daraus bis 2022 mehr als 3.000 Forschungsprojekte; die Zusammenarbeit begleitete unter anderem den Ausbau der brasilianischen Erdöl- und Erdgasförderung in tiefen und ultratiefen Gewässern. Historische Untersuchungen zur COPPE heben außerdem ihre Rolle bei der Verbreitung der Promotionsausbildung im brasilianischen Ingenieurwesen hervor.

Die Offshore-Technik gehört zu den Bereichen mit besonders langfristigen Industriekooperationen der COPPE. Arbeitsgruppen des Bau- und Meeresingenieurwesens entwickelten oder adaptierten Verfahren für Strukturberechnung, hydrodynamische Simulation, Verankerung, Unterwasserinstallation und Qualifizierung von Ausrüstung für brasilianische Offshore-Felder. Arbeiten mit Petrobras trugen unter anderem zum Einsatz von Polyesterseilen für Tiefwasser-Verankerungen sowie zur Auslegung und Analyse von Risern, schwimmenden Strukturen und Offshore-Produktionssystemen bei.
2007 entwickelten Petrobras, COPPE und FMC Technologies gemeinsam eine sogenannte Pendelmethode zur Installation schwerer Unterwasserausrüstung. Das Verfahren wurde bei einem 280 Tonnen schweren Manifold im Roncador-Feld in 1.853 Metern Wassertiefe angewandt; nach Angaben der COPPE sollte es Kosten und logistische Beschränkungen von Tiefwasseroperationen reduzieren.
Eine weitere von COPPE-Forschern untersuchte Technologie ist der duto sanduíche, eine Rohrleitung aus zwei Stahlrohren mit einer dazwischenliegenden Isolierschicht. Sie soll hohen Außendrücken widerstehen und Wärmeverluste beim Transport von Erdöl und Erdgas in tiefen Gewässern begrenzen. Maßstabsgetreue Prototypen wurden gemeinsam mit Industriepartnern im Zusammenhang mit der Erschließung der brasilianischen Pré-sal-Lagerstätten untersucht.
Das mit dem Meeresingenieurprogramm der COPPE verbundene Laboratório de Tecnologia Submarina (LTS) forscht zu Unterwasserleitungen und Risern, Produktionssystemen, Integrität von Strukturen und Ausrüstung, Flow Assurance, Inspektion und Reparatur sowie Meeresenergie. Zu den Versuchseinrichtungen gehören Überdruckkammern zur Nachbildung großer Wassertiefen, eine thermo-hyperbare Kammer, Prüfstände für Ermüdungs- und Biegeversuche an Rohrleitungen im Realmaßstab sowie Testkreisläufe für Durchfluss- und Leckage- beziehungsweise Verstopfungserkennung.
2019 erhielt das LTS den Global Pipeline Award, eine Auszeichnung der Pipeline Systems Division der American Society of Mechanical Engineers, die während der Rio Pipeline Conference für Arbeiten zu Pipelines und Offshore-Technologien vergeben wurde.

Das 2003 eröffnete Laboratório de Tecnologia Oceânica (LabOceano) verfügt über ein Hauptbecken von 40 mal 30 Metern mit 15 Metern Tiefe und einem zentralen, weitere 10 Meter tiefen Schacht. Es enthält mehr als 20 Millionen Liter Wasser und ist mit Wellen- und Windgeneratoren, beweglichem Boden, Beobachtungsfenstern sowie seit 2018 mit einem Strömungssystem ausgestattet, das tiefenabhängige Profile nachbilden kann.
Das Labor wird für Modellversuche an Plattformen, Schiffen, Verankerungssystemen, Unterwasserleitungen und Produktionsausrüstung genutzt. Dort wurden unter anderem Verfahren zum Absenken von Manifolds, Konzepte für Tension-Leg-Plattformen und Stabilitätsversuche an sogenannten estacas-torpedo („Torpedopfählen“) für Verankerungsleinen getestet.

Das Laboratório de Métodos Computacionais em Engenharia (LAMCE) entwickelt numerische Methoden und Werkzeuge für Computermechanik, Geowissenschaften, Fernerkundung, Umweltmodellierung, Datenwissenschaft, künstliche Intelligenz und wissenschaftliche Visualisierung. Das im Technologiepark gelegene Labor verfügt über rund 2.000 m² Forschungsfläche und ein Visualisierungszentrum mit einer CAVE, einer Projektionskuppel sowie holografischen und Virtual-Reality-Systemen.
Zum LAMCE gehört der Supercomputer Lobo Carneiro, benannt nach dem Hochschullehrer Fernando Lobo Carneiro. Er wird für Simulationen und Datenverarbeitung in Ingenieurwesen, Geowissenschaften, Umweltforschung und weiteren Bereichen eingesetzt. Die angegebene Konfiguration umfasst 6.048 Rechenkerne, 16 Terabyte verteilten Arbeitsspeicher und eine theoretische Rechenleistung von 226 Teraflops. Die immersiven Umgebungen dienen unter anderem zur Visualisierung geologischer Modelle, Erdöllagerstätten, atmosphärischer und ozeanischer Phänomene sowie großer Datensätze.

Die COPPE entwickelte mehrere Demonstratoren in den Bereichen Mobilität und Energie. Der H2+2 ist ein experimenteller Elektrobus, der durch Batterien und eine Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben wird; ein Prototyp wurde 2012 während der Konferenz Rio+20 öffentlich vorgestellt.
Der Maglev-Cobra ist ein urbanes Verkehrssystem mit supraleitender Magnetschwebetechnik. In der Cidade Universitária wurde eine Versuchsstrecke gebaut, um Antrieb, Steuerung und Schwebetechnik zu erproben und das System öffentlich zu demonstrieren.

Arbeitsgruppen des Meeresingenieurwesens und des Laboratório de Tecnologia Submarina entwickelten außerdem einen Demonstrator zur Umwandlung von Wellenenergie in elektrische Energie, der im Hafen von Pecém im Bundesstaat Ceará getestet wurde. Die Bewegung von Schwimmkörpern wird dabei mit einem hydraulischen Kreislauf, einer Turbine und einem Generator gekoppelt; das Konzept ging aus Forschungen zu Systemen unter hohen Meeresdrücken hervor.
Die Robotikforschung umfasst mobile, Unterwasser- und Inspektionssysteme. Zu den entwickelten Plattformen gehören Luma für Unterwasserinspektionen und schwierige Umgebungen, Doris für Inspektionen auf Ölplattformen und Rosa zur Unterstützung bestimmter Wartungsarbeiten in Wasserkraftwerken.
Das Instituto de Engenharia Nuclear (IEN) befindet sich auf der Colina da Sapucaia in der Cidade Universitária. Es ist keine Einheit der UFRJ, sondern untersteht der Comissão Nacional de Energia Nuclear (CNEN). Seine Präsenz auf der Insel ist jedoch historisch mit der Universität verbunden. Das Institut entstand 1962 auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen CNEN und der damaligen Universidade do Brasil, die die Einrichtung eines Nuklearinstituts und eines Forschungsreaktors auf dem Campus vorsah.

Der Reaktor Argonauta erreichte am 20. Februar 1965 erstmals Kritikalität. Er basiert auf einem Entwurf des Argonne National Laboratory, wurde jedoch unter Beteiligung brasilianischer Ingenieure und Unternehmen angepasst, gebaut und montiert. Der Niedrigleistungsreaktor dient Lehre, Fachausbildung, Reaktorphysik, Neutronenaktivierungsanalyse und weiteren Anwendungen der Nuklearwissenschaften; die CNEN bezeichnet ihn als den einzigen in Betrieb befindlichen Forschungsreaktor in der Stadt Rio de Janeiro.
Das IEN verfügt außerdem über Zyklotrone, Radioisotopen- und Radiopharmazie-Labore, thermohydraulische Kreisläufe, Anlagen für Mess- und Regeltechnik, ein Labor für Mensch-System-Interaktion sowie Infrastruktur für Parallelrechnen.

Das Laboratório Brasileiro de Controle de Dopagem (LBCD), das in das LADETEC des Instituto de Química integriert ist, ist von der Welt-Anti-Doping-Agentur akkreditiert. Es führte die Dopinganalysen für die Olympischen Spiele und die Paralympischen Spiele 2016 in Rio durch. Das Labor verbindet regulatorische Analytik, Methodenentwicklung und Ausbildung in analytischer Chemie und verwandten Bereichen.
Die biomedizinische Forschung stützt sich auf die Institute des Centro de Ciências da Saúde, die Universitätskliniken sowie Infrastruktur für Mikroskopie, Bildgebung, Biophysik, Biochemie, Mikrobiologie und Neurowissenschaften. Das Instituto de Biofísica Carlos Chagas Filho, das Instituto de Bioquímica Médica Leopoldo de Meis, das Instituto de Microbiologia Paulo de Góes und das Centro Nacional de Biologia Estrutural e Bioimagem (CENABIO) zählen zu den Einrichtungen für experimentelle Forschung. In den Universitätskliniken findet zudem klinische und epidemiologische Forschung statt.
In Macaé untersucht das Instituto de Biodiversidade e Sustentabilidade (NUPEM) Biodiversität, Küsten- und Meeresökosysteme, Naturschutz sowie Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umwelt. Die Geowissenschaften auf Fundão und das Museu Nacional ergänzen dies durch Forschung in Geologie, Paläontologie, Zoologie, Botanik, biologischer Anthropologie und Archäologie.

Die Cidade Universitária und die angrenzenden Bereiche der Ilha do Fundão und Ilha do Bom Jesus bilden einen der bedeutenden Wissenschafts- und Technologiestandorte im Großraum Rio de Janeiro. Neben den Einrichtungen der UFRJ befinden sich dort Forschungszentren von Unternehmen und öffentlichen Institutionen, die mit der Universität kooperieren, verwaltungsmäßig jedoch nicht zu ihr gehören. Die räumliche Konzentration verschiedener Laboratorien und Organisationen erleichtert gemeinsame Projekte, ohne diese Einrichtungen zu akademischen Einheiten der Universität zu machen.
Zu den wichtigsten Einrichtungen gehört das Centro de Pesquisas, Desenvolvimento e Inovação Leopoldo Américo Miguez de Mello (CENPES) von Petrobras, das 1963 gegründet wurde und sich seit 1970 in der Cidade Universitária befindet. Petrobras beschreibt es als einen seiner wichtigsten Komplexe für angewandte Forschung mit Arbeiten zu Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas, Unterwassertechnik, Raffination, Energie, Dekarbonisierung und erneuerbaren Energiequellen.
Im selben Ökosystem arbeitet das Centro de Pesquisas de Energia Elétrica (Eletrobras Cepel), das eine Einheit auf der Ilha do Fundão unterhält und traditionell mit der UFRJ kooperiert. Es betreibt Forschung, Entwicklung und Innovation zu elektrischen Energiesystemen, Automatisierung, erneuerbaren Energien, Nachhaltigkeit und technologischer Prüfung.

Das Centro de Tecnologia Mineral (CETEM), ein dem brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation zugeordnetes Forschungsinstitut, nahm 1978 auf der Ilha do Fundão auf Grundlage einer Betriebsvereinbarung zwischen CPRM und DNPM seine Tätigkeit auf. Es forscht und entwickelt zu Mineralaufbereitung, extraktiver Metallurgie, Materialcharakterisierung, Umwelttechnologien, Recycling und nachhaltiger Nutzung mineralischer Ressourcen.
Auf der an den Campus angrenzenden Ilha do Bom Jesus siedelten sich auch unternehmenseigene Forschungszentren an. 2014 eröffnete General Electric dort das Brazil Technology Center, das erste Zentrum seines weltweiten Forschungsnetzes in Lateinamerika und zunächst besonders auf Unterwassertechnik für die Erdöl- und Erdgasindustrie ausgerichtet. 2017 eröffnete L’Oréal in derselben Gegend sein brasilianisches Centro de Pesquisa e Inovação, das erste Forschungslabor des Konzerns in Lateinamerika; zum Komplex gehören auch Episkin-Aktivitäten zur Herstellung rekonstruierter menschlicher Hautmodelle für Tests und Forschung.
Die räumliche Nähe von COPPE, Centro de Tecnologia, LAMCE, LabOceano, biomedizinischen Instituten, CENPES, Cepel, CETEM und weiteren öffentlichen und privaten Zentren hat einen besonders dichten Forschungsstandort in Ingenieurwesen, Energie, Offshore-Technik, Werkstoffen, Informatik und Lebenswissenschaften entstehen lassen.

Der 2003 in der Cidade Universitária eröffnete Parque Tecnológico da UFRJ umfasst rund 350.000 m² und zählt zu den wichtigsten Innovationsumgebungen der Universität. Er soll wissenschaftliche und technologische Kompetenzen der UFRJ mit Unternehmen, Forschungsinstituten, Investoren und Gründungsinitiativen verbinden. Die Nähe zu Centro de Tecnologia, COPPE und zahlreichen Laboratorien begünstigt gemeinsame Projekte in Energie, Erdöl und Erdgas, digitalen Technologien, Werkstoffen, Gesundheit und Umwelt.
Der Park organisiert seine Beziehungen zum produktiven Sektor über verschiedene Programme. Im Programa Residência können Organisationen sich physisch im Park ansiedeln und mit Laboratorien und Forschungsgruppen der Universität vernetzen; das Programa Associadas bindet Organisationen ohne eigenen Standort im Park an die UFRJ; das Living Lab dient der gemeinsamen Entwicklung und Erprobung innovativer Lösungen in realer Umgebung. Zu den 2024 vom Park genannten ansässigen Organisationen gehörten unter anderem Ambev, Halliburton, SENAI CETIQT und TechnipFMC.
Die Incubadora de Empresas da COPPE und weitere Programme unterstützen Unternehmen, die aus universitärer Forschung und Technologietransfer hervorgegangen sind. Initiativen wie InovAÇÃO UFRJ und InovaSeed sollen Studierende, Forschende, Unternehmen, Investoren und öffentliche Verwaltungen zusammenbringen. Der Park nutzt außerdem Coworking-, Prototyping- und Begegnungsräume, darunter die Inovateca, für Ausbildung, Hochschulwettbewerbe und Innovationsaktivitäten.

Zu den internationalen Kooperationsinitiativen gehört das Centro Brasil-BRICS de Inovação para a Neoindustrialização, das Unternehmen, Hochschulen, Regierungen und Forschungszentren der BRICS-Staaten in Bereichen wie öffentliche Gesundheit, saubere Energie, digitale Transformation, Agrarindustrie und Biotechnologie vernetzen soll.
2024 unterzeichneten der Park und die Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz) eine Vereinbarung zur Ansiedlung eines Forschungszentrums und zur Zusammenarbeit an Produkten, Dienstleistungen und Technologien unter anderem für die Bedürfnisse des brasilianischen öffentlichen Gesundheitssystems SUS. Im Januar 2026 trat auch das dem MCTI zugeordnete Centro Brasileiro de Pesquisas Físicas (CBPF) dem Ökosystem des Parks bei, wodurch sich Kooperationsmöglichkeiten in Physik, Quanteninformatik, Optik, Astrophysik und kondensierter Materie erweiterten.
Zu den angekündigten Erweiterungsprojekten gehört außerdem das Centro de Excelência em Fertilizantes e Nutrição de Plantas (CEFENP), das als Forschungs- und Innovationszentrum für Düngemittel, biologische Betriebsmittel und Pflanzenernährung konzipiert ist.

Die Cidade Universitária ist der Hauptcampus der UFRJ. Sie liegt auf der Ilha do Fundão in der Guanabara-Bucht nördlich des Zentrums von Rio de Janeiro. Das Gelände entstand Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Verbindung und Aufschüttung mehrerer Inseln und Inselchen, um einen großen Universitätscampus zu schaffen, auf dem zuvor über die Stadt verteilte Fakultäten zusammengeführt werden konnten.

Auf dem Campus befinden sich die großen Komplexe des Centro de Tecnologia, des Centro de Ciências da Saúde und des Centro de Ciências Matemáticas e da Natureza, Teile des Centro de Letras e Artes sowie verschiedene Einheiten des CCJE. Hinzu kommen das Hospital Universitário Clementino Fraga Filho, Studentenwohnheime und Mensen, Sportanlagen, Bibliotheken, der Technologiepark, Gründerzentren und zahlreiche Laboratorien.
Vor der COVID-19-Pandemie schätzte die UFRJ, dass sich täglich etwa 100.000 Menschen in der Cidade Universitária bewegten. Die Größe des Geländes, die geringe funktionale Mischung in einzelnen Bereichen und die historisch starke Abhängigkeit vom motorisierten Verkehr machten die interne Mobilität und die Anbindung an die übrige Metropole zu wiederkehrenden Planungsfragen.
Die Ponte do Saber, eine Schrägseilbrücke zwischen Fundão und der Linha Vermelha, wurde als zusätzliche Verbindung zum städtischen Straßennetz errichtet. Der Campus wird außerdem von Buslinien und universitätseigenen Shuttle-Verbindungen bedient.

Der Campus Praia Vermelha im Stadtteil Urca gehört zu den historischen Standorten der Universität. Er gruppiert sich um den Palácio Universitário und jüngere Gebäude. Dort befinden sich unter anderem Einrichtungen des Fórum de Ciência e Cultura sowie Einheiten der Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und der Psychologie.
Der Palácio Universitário ist das ehemalige Hospício Pedro II, die erste große psychiatrische Einrichtung des Kaiserreichs Brasilien. Zum erhaltenen Komplex gehören die Kapelle São Pedro de Alcântara, der Salão Dourado und mehrere denkmalgeschützte Räume. Der Campus ist damit zugleich akademischer, architektonischer und kultureller Standort.

Die UFRJ unterhält mehrere Einrichtungen außerhalb ihrer vier Hauptcampus. Im historischen Zentrum befinden sich unter anderem die Faculdade Nacional de Direito, das Instituto de Filosofia e Ciências Sociais, das Instituto de História, die Escola de Música und das Observatório do Valongo. Weitere Gesundheits- und Ausbildungseinrichtungen liegen in verschiedenen Stadtteilen, darunter die Escola de Enfermagem Anna Nery, die Maternidade-Escola und Teile des Krankenhauskomplexes.
Seit 1913 nutzt die Escola de Música ein Gebäude an der Rua do Passeio, dessen Geschichte bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht und das zuvor die Nationalbibliothek beherbergt hatte. Umbauten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gaben ihm unter anderem eine italienisch inspirierte Fassade und den Salão Leopoldo Miguez, einen Konzertsaal mit großer Tamburini-Orgel.
Die räumliche Verteilung geht wesentlich auf die föderative Entstehungsgeschichte der Universität zurück: Mehrere Schulen bestanden lange vor 1920 und behielten Gebäude, die eng mit ihrer jeweiligen beruflichen Tradition verbunden sind. Dadurch bleibt die UFRJ zugleich im historischen Stadtgefüge des Zentrums von Rio präsent.
Der Campus Duque de Caxias, der aus dem früheren Außenstandort Xerém hervorging, liegt in der Baixada Fluminense. Seine Anfänge reichen in das Jahr 2008 zurück, als er im Rahmen des REUNI-Programms und einer Zusammenarbeit zwischen UFRJ, Inmetro, dem Bundesstaat Rio de Janeiro und der Kommune entstand. Er ist insbesondere in Biotechnologie, Biophysik, Nanotechnologie und naturwissenschaftlicher Ausbildung tätig.
Die Infrastruktur wurde schrittweise erweitert und der Standort erhielt den Status eines Campus. Seine Lage im metropolitanen Umland entspricht der territorialen Expansionspolitik der Universität und dem Ziel, den Zugang zu öffentlicher Hochschulbildung in der Baixada Fluminense zu stärken.
Das Centro Multidisciplinar UFRJ-Macaé Professor Aloísio Teixeira ist der wichtigste UFRJ-Campus im Norden des Bundesstaates. Die universitären Aktivitäten in Macaé entwickelten sich im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Wachstum der stark von der Offshore-Erdölindustrie geprägten Region und weiteten sich später auf Gesundheit, Biowissenschaften, Umwelt, Chemie und Ingenieurwesen aus.
Der Campus bietet unter anderem Studiengänge in Medizin, Pflege, Pharmazie, Ernährungswissenschaft, Chemie und Ingenieurwesen an. Das im selben Município gelegene NUPEM ist ein Forschungszentrum für Biodiversität und Nachhaltigkeit und beteiligt sich an grundständigen und postgradualen Programmen.
Die UFRJ beteiligt sich außerdem an Fernstudiennetzwerken und regionalen Lehrzentren, insbesondere über das CEDERJ-Konsortium und bundesweite Programme. Standorte und Angebote änderten sich je nach Zeitraum und Studiengang. Diese Präsenz ergänzt die vier physischen Campus, ohne ihnen verwaltungsmäßig gleichgestellt zu sein.


Das Sistema de Bibliotecas e Informação (SiBI) koordiniert seit 1983 das Bibliotheks- und Dokumentationsnetz der UFRJ. Die institutionellen Daten für 2025 nennen 44 Bibliotheken. Sie verteilen sich auf Zentren, Fakultäten, Institute, Krankenhäuser und Außenstandorte; einige sind auf Fachgebiete wie Musik, Recht, Architektur, Gesundheitswissenschaften oder seltene Bücher spezialisiert.
Zu den Einrichtungen gehören die Biblioteca Central do Centro de Tecnologia, die Biblioteca Central do Centro de Ciências da Saúde, die Biblioteca Central do CCMN, die Biblioteca Carvalho de Mendonça der Faculdade Nacional de Direito, die Biblioteca Alberto Nepomuceno der Escola de Música, die Biblioteca de Obras Raras der Escola de Belas Artes und die NUPEM-Bibliothek in Macaé.
Der Gesamtkatalog ist über die Base Minerva zugänglich. Das SiBI beteiligt sich außerdem an der Verwaltung des institutionellen Repositoriums Pantheon und an der Erhaltung seltener bibliografischer Sammlungen, Dissertationen, Abschlussarbeiten, Archive und universitärer Publikationen.
Die UFRJ koordiniert Museen, Sammlungen und Kulturorte im Sistema de Museus, Acervos e Patrimônio Cultural (Simap). Die zentralen Daten für 2025 nennen 19 „museale Einrichtungen“, während das Fórum de Ciência e Cultura in seinem aktuellen Inventar ein Netzwerk von etwa 18 Institutionen und aktiven Orten beschreibt.

Zu den bedeutendsten Einrichtungen gehört das Museu Nacional, das 1818 von Johann VI. als Museu Real gegründet wurde. Seit 1892 befindet es sich im Paço de São Cristóvão, der früheren Residenz der kaiserlichen Familie, und besitzt Sammlungen aus Zoologie, Botanik, Geologie, Paläontologie, Anthropologie, Archäologie und Ethnologie. Vor dem Brand von 2018 umfassten die Bestände rund 20 Millionen Objekte und Exemplare. Zu den bekanntesten Stücken gehörten der Bendegó-Meteorit, ägyptische Mumien, Fossilien, indigene ethnografische Sammlungen und der Schädel von Luzia, der nach dem Brand teilweise geborgen werden konnte.
Der Wiederaufbau des Museu Nacional umfasst die Restaurierung des Palastes, neue Infrastruktur, den Wiederaufbau der Sammlungen und die Konzeption neuer Dauerausstellungen. Beteiligt sind unter anderem UFRJ, UNESCO sowie öffentliche und private Partner. 2025 ermöglichte die Initiative „Entre Gigantes“ dem Publikum während der Bauarbeiten zeitweise den Zugang zu einigen Innenräumen des Palastes. 2026 wurden zwischen Juni und August in sechs restaurierten Räumen des Paço de São Cristóvão temporäre Ausstellungen eröffnet.
Weitere museale Einrichtungen der UFRJ befassen sich mit Naturgeschichte, Geodiversität, Anatomie, Wissenschaft, bildender Kunst, Astronomie und institutioneller Erinnerung. Die 1995 in Botafogo eröffnete Casa da Ciência dient als Kulturzentrum der Wissenschaftsvermittlung und verbindet Ausstellungen, Theater, Film, Vorträge, Musik und Bildungsangebote.

Für 2025 weist die Universität vierzig denkmalgeschützte oder geschützte Gebäude aus. Das bauliche Erbe umfasst unterschiedliche Phasen der Stadt- und Architekturgeschichte Rio de Janeiros, von kaiserzeitlichen und neoklassizistischen Bauten bis zur modernen Architektur der Cidade Universitária.

Der Palácio Universitário in Praia Vermelha, die Kapelle São Pedro de Alcântara und verschiedene weitere Gebäude des Komplexes stehen aufgrund ihres historischen Werts unter Schutz. Die Faculdade Nacional de Direito nutzt den ehemaligen Palast des Conde dos Arcos, der mit der Geschichte des brasilianischen Senats verbunden ist; das Museu Nacional befindet sich im ehemaligen Kaiserpalast von São Cristóvão; das Observatório do Valongo gehört zur historischen Landschaft des Morro da Conceição.
Auf Fundão gehören mehrere Bauten des Plans der Cidade Universitária zur brasilianischen Moderne. Zu dem wegen seines historischen, architektonischen und städtebaulichen Werts untersuchten Komplex gehört unter anderem das heutige Edifício Jorge Machado Moreira.
Die UFRJ verfügt über einen Complexo Hospitalar e da Saúde mit neun Gesundheitseinrichtungen. Sie verbinden Versorgung, Lehre, Fachweiterbildung, klinische Forschung und universitäre Extension. Die Einrichtungen sind in das Sistema Único de Saúde (SUS) eingebunden und dienen als Ausbildungsorte für Studierende der Medizin, Pflege, Pharmazie, Ernährungswissenschaft, Physiotherapie, Psychologie und weiterer Gesundheitsberufe.

Die neun Einheiten sind:
Im Juni 2024 schloss die UFRJ einen Vertrag mit der Empresa Brasileira de Serviços Hospitalares (Ebserh), einem staatlichen Bundesunternehmen für das Management von Universitätskrankenhäusern. Die Vereinbarung betrifft zunächst Verwaltung sowie technisch-finanzielle Unterstützung von HUCFF, IPPMG und Maternidade-Escola, mit der Perspektive einer schrittweisen Einbindung weiterer Einheiten.

Die internationale Zusammenarbeit wird von der Superintendência-Geral de Relações Internacionais (SGRI) koordiniert. Die UFRJ unterhält Vereinbarungen mit mehreren hundert ausländischen Institutionen. Je nach Abkommen umfassen sie Austausch von Studierenden, Lehrenden und Forschenden, Anerkennung von Studienleistungen, gemeinsame Forschung, Cotutelle-Verfahren und teilweise Doppelabschlüsse.
Ein Teil der Vereinbarungen sieht vor, dass Austauschstudierende an ihrer Heimathochschule eingeschrieben bleiben und an der Partnerinstitution keine zusätzlichen Studiengebühren entrichten, jeweils nach den Bedingungen des betreffenden Abkommens. Die UFRJ nimmt auch ausländische Studierende in grundständigen und postgradualen Programmen auf und beteiligt sich an multilateralen Hochschulnetzwerken.
Historische Partnerschaften bestehen mit französischen und anderen europäischen Einrichtungen, besonders in Ingenieurwesen, Mobilität und Doppelabschlussprogrammen. Vereinbarungen wurden unter anderem mit Schulen des ParisTech-Netzwerks und weiteren französischen Hochschulen geschlossen. Auch Kooperationen mit Lateinamerika, Nordamerika, Afrika und Asien spielen eine wichtige Rolle.
Im November 2024 unterzeichneten UFRJ und Tsinghua-Universität ein fünfjähriges Kooperationsprotokoll zum Austausch von Studierenden, Lehrenden und Forschenden, zu gemeinsamer Forschung, Seminaren sowie zum Austausch von Publikationen und akademischem Material. Im selben Jahr wurde mit der China University of Petroleum in Peking eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Erdöl- und Energietechnikbereich geschlossen.
Die institutionelle Kommunikation wird von der Superintendência-Geral de Comunicação Social (SGCOM) koordiniert. Sie produziert journalistische, fotografische, audiovisuelle und digitale Inhalte für die Universitätsgemeinschaft und die Öffentlichkeit. Conexão UFRJ ist das Nachrichtenportal der Universität und berichtet über Lehre, Forschung, Extension, Kultur, Gesundheit, Umwelt, Technologien und institutionelles Leben.
Das Portal steht in einer längeren Tradition universitärer Presse. Der 2004 als Monatszeitung gestartete Jornal da UFRJ sollte die verschiedenen Teile der Hochschulgemeinschaft miteinander verbinden und Forschung, Kulturveranstaltungen, Gremienentscheidungen und universitäre Debatten verbreiten. Nach mehreren Veränderungen der institutionellen Medien wurde Conexão UFRJ 2020 zur zentralen Website für Nachrichten und Reportagen der Universität.
Zur universitären Kommunikation gehören außerdem audiovisuelle Produktionen, soziale Netzwerke, ein Veranstaltungsportal und Rádio UFRJ. Das dem Fórum de Ciência e Cultura zugeordnete Núcleo de Rádio e TV beteiligt sich an Dokumentation, Aufzeichnung und kultureller Verbreitung.
Die Escola de Comunicação (ECO) ist davon als akademische Einheit getrennt. Sie bietet Lehre und Forschung in Journalismus, Werbung, Verlagsproduktion, Radio, Fernsehen und digitalen Medien an. Damit sind die administrative Öffentlichkeitsarbeit und die wissenschaftliche Beschäftigung mit Medien institutionell voneinander unterschieden.
Die 1986 gegründete Editora UFRJ ist der Universitätsverlag. Er veröffentlicht wissenschaftliche, akademische, literarische und künstlerische Werke und verbreitet Forschungsergebnisse der UFRJ und anderer Institutionen. Das Verlagsprogramm wurde mit brasilianischen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Prêmio Jabuti. Seine Arbeit ergänzt Bibliotheken, Museen, Casa da Ciência und die künstlerischen Einrichtungen bei der Verbreitung akademischer und kultureller Produktion.

Die Escola de Música ist eines der wichtigsten Zentren künstlerischer Produktion und Vermittlung der UFRJ. Sie geht auf die Tradition eines im 19. Jahrhundert gegründeten Musikkonservatoriums zurück und bietet Ausbildung in Interpretation, Komposition, Dirigieren, Musikwissenschaft und Musikpädagogik. Zu ihren festen Ensembles gehören das Orquestra Sinfônica da UFRJ, ein Blasorchester, Chöre und verschiedene Instrumentalensembles.
Der Salão Leopoldo Miguez dient als Ort für Konzerte, Recitals, Zeremonien und akademische Veranstaltungen. Zusammen mit Casa da Ciência, den Museen, Einrichtungen des Fórum de Ciência e Cultura, audiovisuellen Produktionen und Editora UFRJ tragen diese Aktivitäten zur kulturellen Präsenz der Universität in der Stadt bei.

Im zweiten Semester 2025 verzeichnete die UFRJ 50.935 aktive oder vorübergehend eingeschriebene Studierende in grundständigen Programmen. Davon gaben 16.814, rund 33 %, eine Adresse außerhalb der Stadt Rio de Janeiro an; 1.925, entsprechend 3,7 %, lebten außerhalb des Bundesstaates. Hinzu kamen etwa 16.085 Studierende in Spezialisierungs-, Residency-, Master- und Promotionsprogrammen.
Die Universität schätzte, dass rund 30 % der Studierenden aus Familien mit einem Einkommen von höchstens dem Eineinhalbfachen des Mindestlohns pro Kopf stammen. Dieser sozioökonomische Indikator aus der Statistik von 2025 ist nicht mit der aktuellen gesetzlichen Einkommensgrenze für Zulassungsquoten zu verwechseln, die nach der Bundesreform von 2023 bei einem Mindestlohn pro Person liegt.
Die Pró-Reitoria de Políticas Estudantis (PR-7) koordiniert Unterstützungsprogramme, die den Verbleib der Studierenden an der Universität fördern sollen. Dazu gehören insbesondere Verpflegung, Wohnen, finanzielle Hilfen, soziale und pädagogische Begleitung sowie Maßnahmen zur Barrierefreiheit.
Das Residência Estudantil auf Fundão verfügt über 504 Einzelzimmer in zwei Gebäudeblöcken. Die Vergabe erfolgt nach sozioökonomischen Kriterien und berücksichtigt die Entfernung zwischen Familienwohnsitz und Universität. Laut Daten von 2025 lebten dort zu diesem Zeitpunkt 245 Studierende; die Zahl spiegelt auch zeitweise nicht verfügbare oder renovierte Plätze wider.
Die Restaurantes Universitários (RU) bieten je nach Studierendengruppe und Förderregelung subventionierte oder kostenlose Mahlzeiten an. Mensen oder Verpflegungsstellen bestehen auf Fundão, in Praia Vermelha, im Zentrum von Rio, in Duque de Caxias und in Macaé.
Studierende werden durch fakultäts- und institutsspezifische akademische Zentren, Verbände, Kollektive, Sportorganisationen und das Diretório Central dos Estudantes Mário Prata (DCE) vertreten. Die akademischen Zentren organisieren Debatten, Kulturveranstaltungen, politische Aktivitäten, Orientierungsveranstaltungen und ergänzende Bildungsprojekte.

Das DCE koordiniert die studentische Vertretung auf Universitätsebene und trägt den Namen Mário de Souza Prata, eines ehemaligen Studentenvertreters, der mit dem Widerstand gegen das Militärregime verbunden war. Fakultäten und Schulen verfügen daneben über eigene akademische Zentren oder Direktorien, darunter das Centro Acadêmico Cândido de Oliveira der Faculdade Nacional de Direito und das Centro Acadêmico Carlos Chagas der Medizin sowie Vertretungen der Escola Politécnica, der Physik, der Chemie und anderer Einheiten. Bedeutung und Organisationsform veränderten sich je nach Zeitraum und Studiengang.
Universitäre Sportvereinigungen, häufig atléticas genannt, organisieren Training und Hochschulwettbewerbe in verschiedenen Disziplinen. Studierende beteiligen sich außerdem an Junior Enterprises, Wissenschaftsclubs, Robotikgruppen, Ingenieurwettbewerbsteams, Musikensembles, Theatergruppen und Freiwilligeninitiativen.
Die Studentenbewegung der UFRJ spielte wiederholt eine Rolle im politischen Leben der Institution. Universitätsarchive dokumentieren Mobilisierungen mindestens seit den 1940er-Jahren, zunächst unter anderem gegen den Estado Novo, später für gebührenfreie Bildung und Hochschulautonomie sowie gegen die Militärdiktatur.
Die institutionelle Erinnerungsarbeit der UFRJ unterscheidet mehrere Repressionsereignisse in Praia Vermelha: Das Massacre da Praia Vermelha wird auf den 23. September 1966 datiert, als Sicherheitskräfte in die damalige Faculdade Nacional de Medicina eindrangen; die Sexta-feira Sangrenta ereignete sich demnach am 21. Juni 1968 im Teatro de Arena. Im Juni 1968 wurden zudem Hunderte Studierende, die das Rektorat besetzt hatten, festgenommen und auf das Gelände von Botafogo gebracht; wenige Tage später beteiligten sich zahlreiche Angehörige der Universität an der Passeata dos Cem Mil, dem „Marsch der Hunderttausend“.
Nach der Redemokratisierung bezogen sich Mobilisierungen unter anderem auf Rektorenwahlen, Hochschulfinanzierung, Sozialpolitik und landesweite Bildungsreformen. In verschiedenen Zeiträumen kam es zu Besetzungen des Rektorats und universitärer Gebäude, unter anderem 1998 und 2016. 2019 beteiligten sich Studierende der UFRJ an landesweiten Protesten gegen Kürzungen der Hochschulfinanzierung. 2024 und 2025 begleiteten neue studentische und gewerkschaftliche Mobilisierungen Debatten über Haushalt, Arbeitsbedingungen und die Fortführung universitärer Dienstleistungen.

Die universitäre Extension bildet neben Lehre und Forschung eine der drei formalen Säulen der öffentlichen brasilianischen Universität. Sie umfasst Programme und Projekte, die universitäres Wissen mit Bevölkerung, Schulen, Kommunen, öffentlichen Diensten, sozialen Bewegungen und Kulturorganisationen verbinden. 2025 verzeichnete die UFRJ 1.863 pädagogische Projekte, künstlerische Aktivitäten und Kurse für die Bevölkerung.
Die Initiativen betreffen insbesondere Gemeindegesundheit, Rechtsberatung, Wissenschaftsvermittlung, Lehrerbildung, Kultur, Kunst, Sprachen, Umwelt, Stadtpolitik, Sport, Ingenieurwesen und soziales Unternehmertum. Die Universitätskliniken bilden eine wichtige Schnittstelle zur Bevölkerung; zugleich organisieren Casa da Ciência, Museen, Fórum de Ciência e Cultura und akademische Einheiten Bildungs- und Kulturangebote.
UFRJ Mar ist ein interdisziplinäres Programm zu Meeres- und Küstenfragen. Es verbindet Lehre, Extension und Wissenschaftsvermittlung unter Beteiligung von Ingenieurwesen, Geowissenschaften, Biologie, Umweltwissenschaften, Sportwissenschaft und weiteren Bereichen. Die Aktivitäten finden an der Küste und in Partnerkommunen zu Themen wie Kenntnis der Meeresumwelt, Umweltbildung und gesellschaftlicher Nutzung der Küstenräume statt.
Die Universität organisiert regelmäßig Veranstaltungen für Schüler weiterführender Schulen, um Studiengänge, Berufe, Laboratorien, Bibliotheken und Kulturorte vorzustellen. Das Programm „Conhecendo a UFRJ“ brachte in mehreren Ausgaben Tausende Schüler zu Vorträgen, wissenschaftlichen Demonstrationen und Führungen in die Cidade Universitária. Museen, Casa da Ciência, Observatório do Valongo und verschiedene Universitätseinheiten bieten zudem regelmäßig wissenschaftliche und kulturelle Vermittlungsangebote an.
Die römische Göttin Minerva, die mit Weisheit, Kunst und Wissen verbunden wird, ist eines der ältesten und bekanntesten Symbole der Universität. Minerva-Statuen stehen am Eingang verschiedener Gebäude, besonders am Centro de Tecnologia. Die Figur erscheint auch in visuellen Identitäten einzelner Einheiten und auf zeremoniellen Gegenständen.
Die Wahl Minervas verbindet die Universität mit einer in der westlichen Bildungstradition weit verbreiteten Symbolik. An der UFRJ entwickelte sich die Figur zunehmend zu einem Identitätsmerkmal, das über rein heraldische Verwendung hinausgeht.
Die Bezeichnung Universidade do Brasil („Universität Brasiliens“) war von 1937 bis 1965 der offizielle Name der Institution. Sie steht für eine Phase, in der die Bundesuniversität in Rio de Janeiro vom Staat als Referenzinstitution für das nationale Hochschulsystem organisiert wurde.
Nach der Annahme des Namens Universidade Federal do Rio de Janeiro im Jahr 1965 blieb Universidade do Brasil als historischer Name mit der Identität der Institution verbunden. 2000 erkannte ein Bundesgericht der UFRJ das Recht zu, die historische Bezeichnung wieder zu verwenden, ohne den geltenden rechtlichen Namen aufzugeben. Seitdem können beide Namen unter den in der Entscheidung anerkannten Bedingungen parallel genutzt werden. Die Formulierung A Universidade do Brasil wird außerdem institutionell verwendet und erscheint in Kommunikations- und Erinnerungselementen der UFRJ.
Die Platzierungen der UFRJ unterscheiden sich je nach Methodik internationaler Hochschulrankings. Die Systeme gewichten akademische Reputation, Zitationen, Publikationsleistung, Internationalisierung, Auszeichnungen, Beschäftigungsfähigkeit und Arbeitgeberbefragungen unterschiedlich; die Ergebnisse sind daher nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.
| Ranking | Ausgabe | Weltweite Position | Nationale Position laut Quelle |
|---|---|---|---|
| QS World University Rankings | 2027 | =367. | 3. in Brasilien |
| Times Higher Education World University Rankings | 2026 | 601–800 | — |
| Center for World University Rankings (CWUR) | 2026 | 346. | 2. in Brasilien |
| Academic Ranking of World Universities (Shanghai) | 2026 | 501–600 | — |
Im QS-Ranking fiel die UFRJ von Rang 304 in der Ausgabe 2025 auf Rang 317 im Jahr 2026 und auf den geteilten Rang 367 in der Ausgabe 2027. In der letztgenannten Ausgabe war sie die drittplatzierte brasilianische Universität hinter der Universidade de São Paulo und der Universidade Estadual de Campinas. Das CWUR 2026 führte sie auf Rang 346 weltweit, Rang 3 in Lateinamerika und der Karibik sowie Rang 2 in Brasilien.
Das ShanghaiRanking 2026 ordnete die UFRJ weltweit der Gruppe 501–600 zu. In der Fächerwertung 2025 erschien die Universität in zahlreichen Disziplinen mit je nach Fach und bibliometrischen Indikatoren unterschiedlichen Positionen. Besonders sichtbar ist dort ihre Publikationsleistung in Gesundheit, Naturwissenschaften, Physik, Ingenieurwissenschaften sowie ressourcen- und umweltbezogenen Bereichen.
Nationale und internationale Rankings sind nur einer von mehreren Indikatoren universitärer Tätigkeit. Ergebnisse können sich je nach Gewichtung von Zitationen, Reputation, englischsprachigen Publikationen, Internationalisierung, internationalen Preisen oder Arbeitgeberbefragungen deutlich unterscheiden und stellen daher kein einheitliches Maß für Qualität von Lehre oder Forschung dar.

Die Beiträge der UFRJ erstrecken sich auf sehr unterschiedliche Bereiche. In der Mathematik erhielt der ehemalige Student Artur Ávila 2014 die Fields-Medaille für seine Arbeiten zu dynamischen Systemen. In den Biowissenschaften sind mehrere Institute der Universität mit der Geschichte der Biophysik, Neurowissenschaften, Mikrobiologie und öffentlichen Gesundheit in Brasilien verbunden; das Instituto de Biofísica trägt den Namen von Carlos Chagas Filho, der an der Institutionalisierung biomedizinischer Forschung an der Universität beteiligt war.
Die Schulen für bildende Kunst, Musik, Architektur, Literatur, Recht und Kommunikation bildeten Künstler, Architekten, Schriftsteller, Juristen und Kulturschaffende aus. Die Sammlungen des Museu Nacional, der Escola de Belas Artes, der Escola de Música, des Observatório do Valongo und der Fachbibliotheken bilden zugleich einen Teil des wissenschaftlichen und kulturellen Erbes unter Verwaltung der Universität.
Der Palácio Universitário in Praia Vermelha war Schauplatz kultureller Veranstaltungen der Kunstszene Rio de Janeiros. Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre fanden dort Auftritte von Musikern statt, die mit der Entstehung der Bossa Nova verbunden waren, darunter Antônio Carlos Jobim, João Gilberto, Baden Powell, Carlos Lyra und Roberto Menescal.
Die Cidade Universitária und andere Gebäude der UFRJ werden wegen ihrer modernen Architektur, offenen Räume, Laboratorien und Landschaften an der Guanabara-Bucht regelmäßig als Drehorte genutzt. Produktionen identifizieren den Campus dabei nicht immer ausdrücklich als UFRJ, sondern verwenden die Gebäude teilweise lediglich als Kulissen.
Szenen brasilianischer Filme wie O Homem do Futuro und Qualquer Gato Vira-Lata sowie der Serie O Mecanismo wurden auf Fundão oder in Universitätseinrichtungen gedreht.
Die Geschichte der UFRJ umfasst Personen, die an der heutigen Universität und an den Schulen, Fakultäten und Instituten ausgebildet wurden, die später in der Universidade do Rio de Janeiro, der Universidade do Brasil und schließlich der Universidade Federal do Rio de Janeiro zusammengeführt wurden. Der Begriff „Ehemalige“ umfasst daher auch Personen, deren Ausbildung vor der formalen Universitätsgründung 1920 oder vor der Annahme des heutigen Namens 1965 lag. Die Universität selbst führt unter ihren historischen Alumni unter anderem Oswaldo Aranha, Jorge Amado, Clarice Lispector, Oscar Niemeyer, Oswaldo Cruz, Carlos Chagas und Artur Ávila.
Für diesen Abschnitt werden auch historische Institutionen berücksichtigt, deren akademische Entwicklungslinien in heutige UFRJ-Einheiten eingingen. Für die naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Ausbildung des 19. Jahrhunderts betrifft dies die Phase vor der endgültigen Trennung ziviler und militärischer Ausbildung 1873/1874, als bestimmte Studienwege und Institutionen Strukturen, Lehrveranstaltungen und Verwaltungsgeschichte teilten. Militärschulen, die sich nach dieser Neuordnung eigenständig entwickelten, gelten dagegen nicht automatisch als Vorgängereinrichtungen der UFRJ.
Zu den Personen, die an der UFRJ oder ihren historischen Vorgängereinrichtungen ausgebildet wurden, gehören die ersten beiden Präsidenten der brasilianischen Republik.
| Präsident | Ausbildung | Präsidentschaft |
|---|---|---|
| Deodoro da Fonseca | Besuchte von 1843 bis 1847 den Artilleriekurs der Escola Militar do Rio de Janeiro. | Erster Präsident Brasiliens; Leiter der provisorischen Regierung ab 15. November 1889 und 1891 verfassungsmäßiger Präsident. |
| Floriano Peixoto | Trat 1858 in die Escola Central ein, die 1874 als Escola Polytechnica reorganisiert wurde; besuchte außerdem die Militärschule in Praia Vermelha und erhielt eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung. | Präsident Brasiliens vom 23. November 1891 bis zum 15. November 1894. |
Ein weiterer Bezug zur Staatsführung besteht bei Aurélio de Lira Tavares, einem Mitglied der brasilianischen Regierungsjunta von 1969. Er übte das Präsidentenamt nicht allein aus, erwarb jedoch 1930 an der Escola Politécnica einen Abschluss als Bauingenieur und hatte 1929 außerdem ein Jurastudium abgeschlossen.



Die Tradition der Escola Politécnica und ihrer Vorgängereinrichtungen umfasst Ingenieure, Mathematiker, Stadtplaner und Personen des öffentlichen Lebens. Die Escola Politécnica selbst nennt unter ihren historischen Ehemaligen André Rebouças, Paulo de Frontin, Pereira Passos, Carmen Portinho, Lima Barreto und Júlio César de Mello e Souza.


Die Faculdade Nacional de Direito (FND) und ihre juristischen Vorgängerschulen bildeten zahlreiche Juristen, Richter, Diplomaten und Staatsbedienstete aus. Die Fakultät entstand 1920 durch die Vereinigung der 1891 gegründeten Faculdade Livre de Ciências Jurídicas e Sociais do Rio de Janeiro und Faculdade Livre de Direito; die institutionelle Kontinuität führte über die Universidade do Rio de Janeiro und Universidade do Brasil zur heutigen UFRJ.
Zu den bekannteren Ehemaligen gehören Evandro Lins e Silva, 1932 Absolvent und später Mitglied des Supremo Tribunal Federal (STF), Victor Nunes Leal, 1936 Absolvent, Jurist, Politikwissenschaftler und STF-Mitglied, Marco Aurélio Mello, der die Faculdade Nacional de Direito besuchte, sowie Moreira Alves, ehemaliger Student und Hochschullehrer der FND und später STF-Mitglied. Zur juristischen Tradition gehören außerdem San Tiago Dantas und Hélio Tornaghi, die in den 1940er-Jahren Lehrstühle an der FND erhielten, sowie Evaristo de Moraes Filho, Angehöriger des Abschlussjahrgangs 1937 und später Ordinarius für Arbeitsrecht und Soziologie.
Unter den Personen, die an den juristischen Schulen ausgebildet wurden, aus denen die heutige FND hervorging, befindet sich eine größere Gruppe späterer Mitglieder des Supremo Tribunal Federal (STF). Die institutionellen Biografien des Gerichts dokumentieren die jeweiligen Ausbildungswege; in mehreren Fällen fand die Ausbildung an Vorgängereinrichtungen statt, bevor die UFRJ ihre heutige institutionelle Form erhielt.
| Mitglied | Biografische Quelle des STF |
|---|---|
| Adauto Lúcio Cardoso | STF |
| Antônio Neder | STF |
| Armando de Alencar | STF |
| Ary de Azevedo Franco | STF |
| Barros Barreto | STF |
| Antônio Bento de Faria | STF |
| Carlos Medeiros | STF |
| José de Castro Nunes | STF |
| Clóvis Ramalhete | STF |
| João Baptista Cordeiro Guerra | STF |
| Décio Miranda | STF |
| Edgard Costa | STF |
| Evandro Lins e Silva | STF |
| Filadelfo de Azevedo | STF |
| Goulart de Oliveira | STF |
| Hahnemann Guimarães | STF |
| Ilmar Galvão | STF |
| Lafayette de Andrada | STF |
| Luís Gallotti | STF |
| Marco Aurélio Mello | STF |
| Moreira Alves | STF |
| Nelson Hungria | STF |
| Octavio Gallotti | STF |
| Otávio Kelly | STF |
| Prado Kelly | STF |
| Álvaro Moutinho Ribeiro da Costa | STF |
| Themístocles Cavalcanti | STF |
| Victor Nunes Leal | STF |
Der Ausbildungsweg von Décio Miranda weist eine Besonderheit auf: Er begann 1933 sein Jurastudium an der Faculdade de Direito da Universidade de Minas Gerais und schloss es an der Faculdade Nacional de Direito der Universidade do Brasil ab.
Ein anderer Fall ist Cândido Barata Ribeiro, der von 1893 bis 1894 dem STF angehörte, aber nicht aus der juristischen Tradition der FND kam: Er promovierte 1867 an der Faculdade de Medicina do Rio de Janeiro in Medizin und Chirurgie. Die medizinische Fakultät zählt zu den historischen Institutionen, die später in die Tradition der UFRJ eingingen.
Die juristische Ausbildung der UFRJ ist auch in anderen Obergerichten vertreten. Herman Benjamin, seit 1980 Jurist mit UFRJ-Abschluss und Mitglied des Superior Tribunal de Justiça (STJ), sowie Luis Felipe Salomão, ebenfalls UFRJ-Absolvent und STJ-Mitglied, sind zeitgenössische Beispiele.
Zu den Ehemaligen gehört außerdem Benedito Gonçalves, Mitglied des Superior Tribunal de Justiça, der 1974 das Jurastudium an der FND aufnahm und 1978 abschloss. 2025 verlieh ihm die UFRJ die Ehrendoktorwürde.
Weitere Ehemalige aus Diplomatie und öffentlichem Leben sind Pedro Calmon, Historiker, Jurist, Minister und Rektor; Oswaldo Aranha, Jurist, Diplomat und Politiker sowie 1947 Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen; Carlos Lacerda, Journalist und ehemaliger Jurastudent; und Hélio Beltrão, Jurist, Verwaltungsfachmann und ehemaliger Minister.
Die Aufnahme in diese Liste bedeutet nicht, dass jede genannte Person nach 1965 einen Abschluss unter dem heutigen Universitätsnamen erwarb. Viele studierten an beruflichen Schulen, Fakultäten oder Instituten, die der UFRJ vorausgingen und später in die Universität integriert wurden.
Mehrere Personen, die an der UFRJ oder ihren Vorgängereinrichtungen ausgebildet wurden oder dort tätig waren, wurden formal für einen Nobelpreis nominiert. Die Zahl der Nominierungen entspricht nicht zwingend der Zahl der Jahre, in denen eine Person als Kandidat geführt wurde, da im selben Jahr mehrere Vorschläge verschiedener Nominierender eingereicht werden konnten. Das Archiv der Nobelstiftung veröffentlicht Nominierungsdaten erst nach 50 Jahren; für einige Kategorien reichen die öffentlich verfügbaren Daten noch weniger weit.
| Person | Bezug zur UFRJ oder zu Vorgängereinrichtungen | Kategorie | Dokumentierte Nominierungen |
|---|---|---|---|
| Érico Coelho | Hochschullehrer und Direktor der Faculdade de Medicina do Rio de Janeiro | Frieden | 1916, ein formaler Vorschlag |
| Carlos Chagas | Absolvent der medizinischen Fakultät und später Ordinarius | Physiologie oder Medizin | 1913 und 1921, zwei gültige Nominierungen; ein Vorschlag von 1928 wurde vom Nobelkomitee als ungültig eingestuft |
| Antônio Cardoso Fontes | Absolvent der Faculdade de Medicina do Rio de Janeiro | Physiologie oder Medizin | 1934, ein formaler Vorschlag |
| Manoel Dias de Abreu | Absolvent der Faculdade de Medicina do Rio de Janeiro | Physiologie oder Medizin | 1946, 1951 und 1953; insgesamt sechs formale Vorschläge, davon vier im Jahr 1946 |
| Oswaldo Aranha | Absolvent der juristischen Schulen, die in die Faculdade Nacional de Direito eingingen | Friedensnobelpreis | 1948, neun formale Vorschläge |
| Josué de Castro | Medizinabsolvent der Universidade do Rio de Janeiro und später Ordinarius der Universidade do Brasil | Friedensnobelpreis | 1953, 1963, 1964, 1965, 1970 und 1973; neun dokumentierte formale Vorschläge |
| Alceu Amoroso Lima | Absolvent juristischer Vorgängerschulen und später Ordinarius der Faculdade Nacional de Filosofia | Literatur | 1965, ein formaler Vorschlag |
| Jorge Amado | Absolvent der Faculdade Nacional de Direito | Nobelpreis für Literatur | wiederholte Nominierungen zwischen 1967 und 1972, in einigen Jahren durch mehrere Vorschläge |
| Otto Gottlieb | 1945 Absolvent der Industriechemie an der Universidade do Brasil | Chemie | Nominierungen für 1998, 1999 und 2000 werden von brasilianischen Wissenschaftsquellen berichtet; aufgrund der Sperrfrist sind diese Jahre im öffentlichen Nobelarchiv noch nicht einsehbar |
Brasilianische populärwissenschaftliche Quellen haben auch Vital Brazil, Oswaldo Cruz und weitere Personen als im Zusammenhang mit dem Nobelpreis „berücksichtigt“ oder „genannt“ beschrieben. Da solche Formulierungen nicht zwingend eine formale Nominierung bedeuten, erscheinen sie in der Tabelle nicht, sofern keine entsprechende Nominierung im öffentlichen Archiv der Nobelstiftung dokumentiert ist.
| Kennzahl | Wert | Jahr / Quelle |
|---|---|---|
| Studierende in grundständigen Studiengängen | 50.935 | 2025/2 |
| Postgraduale und Spezialisierungsstudierende | etwa 16.085 | 2025 |
| Lehrende | 4.652 | 2025 |
| Technisch-administratives Personal | 8.829 | 2025 |
| Präsenzstudiengänge | 171 | 2025 |
| Fernstudiengänge | 4 | 2025 |
| Programme stricto sensu | 136 | 2025 |
| Spezialisierungskurse | etwa 339 | 2025 |
| Laboratorien | 1.486 | 2025 |
| Bibliotheken | 44 | 2025 |
| Museale Einrichtungen | 19 | 2025 |
| Gesundheitseinrichtungen | 9 | 2025 |
| Geschützte Gebäude | 40 | 2025 |
| Extension-Projekte und -Aktivitäten | 1.863 | 2025 |
| Fläche des Technologieparks | 350.000 m² | institutionelle Angaben |
| Angebotene Studienplätze | 9.281 | Zulassung 2026 |
