Ein Urbanolekt kann vielfach auch als Soziolekt klassifiziert werden, da er zumindest zunächst oft nur von bestimmten Bevölkerungsgruppen gesprochen und getragen wird.
Wenn ein Urbanolekt über die unmittelbare Stadtregion hinaus bedeutend oder verbreitet ist, wenn er einen starken Einfluss auf die Sprachen des Umlands ausübt oder aus einer Mischung ganz unterschiedlicher Ursprungssprachen etwa im Rahmen von Einwanderungswellen in einen städtischen Ballungsraum entstanden ist, spricht man eher von einem Metrolekt als von einem Urbanolekt. Das im Wesentlichen im Bereich der City of London gesprochene Cockney wird unterschiedlich als Dialekt oder Regiolekt bezeichnet und entstand im East End von London.
Jürgen Erich Schmidt, Joachim Herrgen:Sprachdynamik. Eine Einführung in die moderne Regionalsprachenforschung (=Grundlagen der Germanistik. Band49). Erich Schmidt Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-503-12268-4.
Elisabeth Berner:Niederdeutsch – Brandenburgisch – Berlinisch – Standardsprache: Entwicklungstendenzen im regionalen Varietätengefüge. In: Karl-Heinz Siehr, Elisabeth Berner (Hrsg.): Sprachwandel und Entwicklungstendenzen als Themen im Deutschunterricht: fachliche Grundlagen – Unterrichtsanregungen – Unterrichtsmaterialien. Universitätsverlag Potsdam, Potsdam 2009, ISBN 978-3-86956-003-8, S.121–140.
↑Ioan Gabriel Lăzărescu:Das Dia-System der Sprache. Grundbegriffe der Variationslinguistik. (online auf: de.scribd.com).
123Andrada Părchişanu: Urbanolekte in Deutschland. In: SYNERGY: Journal of the Department of Modern Languages and Business Communication, Bd. 10, Nr. 2/2014, 2014, S. 310–316, hier S. 311f. (→)
↑Ljubica Kordić, Deutsche Sprache im Großen Gymnasium der multikulturellen Stadt Osijek als Träger der mitteleuropäischen Kulturwerte – historischer Ansatz, in: GEM: Germanistica Euromediterrae: Međunarodni časopis za euromediteransku germanistiku / International Journal of Euromediterranean German Studies / Internationale Zeitschrift für euromediterrane Germanistik, Bd. 4 Nr. 1, 2022, S. 73–95, hier S. 75 u. 77 (vgl. auch S. 73) (→; →)