| Uropsilus leptocranium | ||||||||||||
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| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Uropsilus leptocranium | ||||||||||||
| Li & Jiang, 2026 |
Uropsilus leptocranium ist eine Säugetierart aus der Gattung der Spitzmausmaulwürfe innerhalb der Maulwürfe (Talpidae). Sie kommt in Ostasien vor, wo sie gegenwärtig lediglich von zwei Bergen in der südchinesischen Provinz Yunnan belegt ist. Die Tiere bewohnen höhere Gebirgslagen bis in Gipfelnähe und nutzen Wälder und Gebüschlandschaften als Lebensraum. Die Lebensweise ist bisher nicht untersucht. Es handelt sich um einen kleinen Vertreter der Gattung, den neben dem spitzmausartigen äußeren Erscheinungsbild mit langem Körper, langem Schwanz, spitzer Schnauze und sichtbaren Ohren ein dunkelbraunes Rückenfell und ein schmaler Schädel auszeichnen. Die Art wurde im Jahr 2026 wissenschaftlich eingeführt. Sie war aber zuvor bereits seit 2018 als kryptische Linie bekannt. Zur Bestandsgefährdung liegen keine Informationen vor.
Uropsilus leptocranium gehört zu den kleinen Vertretern der Spitzmausmaulwürfe. Die Kopf-Rumpf-Länge variiert von 6,3 bis 7,5 cm. Der Schwanz ist 5,6 bis 6,5 cm lang und besitzt damit durchschnittlich 89 % der Länge des restlichen Körpers. Das Gewicht der Tiere schwankt zwischen 6,3 und 8,8 g. Wie andere Angehörige der Gattung gleicht das äußere Erscheinungsbild dem der Spitzmäuse, was durch die spitze, langgestreckte Schnauze und den langen Schwanz hervorgerufen wird. Das Rückenfell weist eine dunkelbraune Farbe auf und ist in der Regel dunkler als am Kopf und auf der Bauchseite. Auf letzterer zeigt es sich einheitlich dunkelgrau und ohne Glanz, verstreut finden sich einzelne braune Haare. Die Farbübergänge an den Seiten sind verwaschen. Ebenso ist der Schwanz zweifarbig mit einer dunkelbraunen Ober- und einer hellerbraunen Unterseite. Im Gegensatz dazu besitzt Uropsilus parvoniger einen einfarbigen Schwanz. Am Ende des Schwanzes tritt bei Uropsilus leptocranium ein Büschel auf, dessen Einzelhaare weniger als 1 cm lang sind und damit kürzer als beim Schwarzrücken-Spitzmausmaulwurf (Uropsilus atronates). Die äußerlich sichtbaren Ohren werden 0,9 bis 1,1 cm lang, die Hinterfüße variieren in ihrer Länge von 1,3 bis 1,6 cm.
Der Schädel erreicht eine Länge von 20,1 bis 21,0 mm. Die Breite am Hirnschädel beträgt 10,5 bis 10,8 mm. Im Vergleich stellt der Schädel von Uropsilus leptocranium den schmalsten unter den Spitzmausmaulwürfen dar. Dies betrifft auch das Rostrum, das zwischen 6,8 und 7,4 mm breit ist. Die Jochbögen kragen seitlich kaum aus und sind zudem schlank und gerade im Verlauf. Im Profil ist der Schädel abgeflacht und weist keine Erhebung vor dem Ansatz des Hirnschädels auf. Der Unterkiefer wird 12,7 bis 13,6 mm lang. Er zeichnet sich durch einen grazilen Kronen- sowie einen niedrigen Gelenkfortsatz aus.
Das Gebiss besteht aus 38 Zähnen, die Zahnformel lautet entsprechend: . Im oberen Gebiss übertrifft der innere Schneidezahn den äußeren an Länge und Breite. Der obere Eckzahn wiederum entspricht in der Größe dem vordersten Prämolar. Letzterer ist kleiner als die nachfolgenden Vormahlzähne. Im Unterkiefer ist der einzige Schneidezahn der Zahnreihe vergrößert und meißelförmig gestaltet. Der Eckzahn ragt höher als der erste und dritte Vormahlzahn, während der zweite noch einmal deutlich größer wird. Die obere Zahnreihe beansprucht eine Länge von 8,7 bis 9,3 mm, die untere von 7,2 bis 7,7 mm.

Das Verbreitungsgebiet von Uropsilus leptocranium befindet sich in Ostasien und beschränkt sich dort auf die Berge Wuding und Maotai in den Kreisen Binchuan beziehungsweise Dayao. Beide gehören zur südchinesischen Provinz Yunnan. Als Lebensraum bevorzugen die Tiere neben immergrünen Laubwäldern und Mischwäldern in den mittleren Gebirgslagen auch moosbewachsene Zwergstrauchlandschaften in höheren Bereichen bis Gipfelnähe. Die Höhenverbreitung reicht von 2800 bis 3400 m über dem Meeresspiegel.
Zur Lebensweise von Uropsilus leptocranium sind keine Informationen verfügbar.
Innere Systematik der Spitzmausmaulwürfe nach Li et al. 2026
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Uropsilus leptocranium ist eine eigenständige Art innerhalb der Gattung der Spitzmausmaulwürfe (Uropsilus). Die Gattung schließt momentan insgesamt 17 Vertreter ein. Ein größerer Teil dieser war ab den 2010er Jahren zunächst durch genetische Untersuchungen als kryptisch bekannt. Die Spitzmausmaulwürfe gehören wiederum der Familie der Maulwürfe (Talpidae) an. Innerhalb Familie formen sie mit den Uropsilinae eine eigene Unterfamilie und repräsentieren rezent deren einziges Mitglied. Insgesamt gelten sowohl die Gattung als auch die Unterfamilie als relativ urtümliche Angehörige der Maulwürfe. Charakteristische Kennzeichen finden sich in dem spitzmausartigen Äußeren mit langem Schwanz und sichtbaren Ohren sowie seitlich gepressten Krallen. Letztere eignen sich nicht für grabende Tätigkeiten, so dass die Tiere weitgehend oberirdisch leben. Ursprünglich war die Gruppe weit über Eurasien verbreitet, heute beschränkt sie sich auf kleine und zumeist gebirgige Refugien im östlichen und südöstlichen Asien. Die Lebensweise, aber auch die Artenvielfalt und die systematische Gliederung sind nur wenig erforscht. Für letzteres wurden in der forschungsgeschichtlichen Vergangenheit wenigstens drei unterschiedliche Gattungen angenommen, deren Unterscheidung auf der Zahnanzahl (Uropsilus mit 34 sowie Nasillus und Rhynchonax mit je 38 Zähnen in unterschiedlicher Anordnung) beruhte. Nach molekulargenetischen Untersuchungen trennten sich die Spitzmausmaulwürfe von den anderen Linien der Maulwürfe im Mittleren Eozän vor rund 47 Millionen Jahren. Eine stärkere Diversifizierung der Gruppe begann aber erst im Oberen Miozän vor rund 7,7 Millionen Jahren. Hierbei setzte sich auch eine größere Verwandtschaftsgruppe um den Chinesischen Spitzmausmaulwurf (Uropsilus gracilis) ab, zu der ebenfalls Uropsilus leptocranium gehört. Eingeschlossen sind hier zusätzlich der Schwarzrücken-Spitzmausmaulwurf (Uropsilus atronates) und Uropsilus fansipanensis.
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung von Uropsilus leptocranium erfolgte im Jahr 2026 durch Li Yi-Xian und Jiang Xue-Long. Beide Autoren bestimmten ein ausgewachsenes weibliches Individuum als Holotyp. Das Tier wurde am Berg Wuding bei der Ortschaft Pingchuan im Kreis Binchuan der südchinesischen Provinz Yunnan gefangen. Das exakte Fundgebiet liegt in einer Höhen von 3194 m über dem Meeresspiegel. Die Region gilt als Typusgebiet der Art. Der Artzusatz setzt sich aus den griechischen Wörtern λεπτός (leptos) für „zart“ oder „schlank“ und κρᾱνίον (kranion) für „Kopf“ zusammen. Er verweist damit auf den schlanken Schädelbau mit den seitlich kaum herausragenden Jochbögen.
Die Einführung der neuen Art fand im Rahmen einer umfangreichen Aufarbeitung genetischer Daten zu den Spitzmausmaulwürfen statt, wodurch neben Uropsilus leptocranium fünf weitere Vertreter benannt werden konnten. Diesem Vorhaben gingen mehrere Jahre an Feldstudien und wissenschaftlichen Untersuchungen zur Artenvielfalt der Maulwürfe in Ostasien voraus. Im Jahr 2013 initiierte Wan Tao genetische Studien, bei denen mehrere eigenständige kryptische Linien innerhalb der Spitzmausmaulwürfe aufgedeckt wurden. Ihnen folgten – fortgeführt von Wan – fünf Jahre später deutlich umfangreichere Analysen, in deren Ergebnis sich die Spitzmausmaulwürfe Chinas auf wenigstens 15 unabhängige Linien mit fast drei Dutzend isolierten Populationen verteilten. Darunter war auch jene vom Berg Wuding in Yunnan mit rund einem halben Dutzend analysierter Individuen. Sie stand dem Chinesischen Spitzmausmaulwurf nahe und erhielt die vorläufige Kennung als Linie „J“ sowie als Population „29“. Ein wissenschaftlicher Aufsatz aus dem Jahr 2021 schlug für sechs der neuen Linien provisorische Namen vor. Die Gruppe vom Berg Wuding erhielt dadurch die Bezeichnung „Uropsilus binchuanensis“, der Artname bezieht sich hierbei auf die geographische Lage des Fungebietes. Alle verwendeten Namen gehen auf die Graduiertenarbeit Wan Taos zurück, sie sind jedoch aufgrund einer fehlenden offiziellen Publikation nicht anerkannt. Allerdings bestätigte der Aufsatz die zuvor unbekannte Vielfalt der Spitzmausmaulwürfe, was durch weitere genetische Analysen in der Folgezeit gefestigt werden konnte. Der Anstieg an kryptischen Linien erforderte eine Neusortierung der Kennzeichnungen, wodurch die Population am Berg Wuding fortan als „Uropsilus sp. 4“ ausgewiesen wurde. Erst die Aufarbeitung des Materials durch Li Yi-Xian und Kollegen im Jahr 2026 resultierte in der gültigen Beschreibung der Tiere vom Berg Wuding unter dem Artnamen Uropsilus leptocranium.
Die IUCN erfasst Uropsilus leptocranium gegenwärtig nicht. Zur Gefährdungslage des Bestandes gibt es keine Informationen.