Urs Boeck

Urs Wilhelm Boeck (* 8. Dezember 1933 in Berlin-Charlottenburg; † 7. Februar 2024) war ein deutscher Architekt, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger.

Leben und Wirken

Boeck war der Sohn des Kunsthistorikers Wilhelm Boeck. Er studierte Kunstgeschichte, Romanistik und Klassische Philologie in Tübingen (Dr. phil. 1956) und Pisa, sowie Architektur in Darmstadt (Dipl-Ing.). Seine erste Berufstätigkeit führte ihn als Architekt zum Staatshochbauamt in Tübingen.

Ab 1980 war er drei Jahrzehnte in der niedersächsischen Denkmalpflege in leitender Funktion als Inventarisator, als Wissenschaftler und als praktischer Baudenkmalpfleger tätig. Er war Hauptkonservator und Dezernatsleiter am Institut für Denkmalpflege im Niedersächsischen Landesverwaltungsamt, dem Vorgänger des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Auch nach seiner Pensionierung von 1995 war Boeck weiter umfangreich kunsthistorisch tätig, legte Veröffentlichungen vor (zuletzt 2020 das große Überblickswerk Zwischen Ems und Elbe: 1200 Jahre Kunst in Niedersachsen, Hamburg und Bremen) und meldete sich auch zu aktuellen denkmalpflegerischen Problemen.

Urs Boeck war Mitglied der Koldewey-Gesellschaft, der Architektenkammer Niedersachsen, der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, des International Council on Monuments and Sites. Seit 2011 war Boeck Ehrenmitglied des Niedersächsischen Heimatbundes, dem er seit 1990 angehörte und in dem er Mitglied der Fachgruppe Denkmalpflege war.

Ein kleiner Teil seines schriftlichen Nachlasses liegt im Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeige in der Hannoverschen Allgemeinen vom 9. März 2024, abgerufen am 9. März 2024
  2. ↑ Rundbrief „Aus dem NHB“ beim Niedersächsischen Heimatbund vom März 2024
  3. 1 2 3 4 5 Mariaenne von König (Hrsg.): Herrenhausen. Die königlichen Gärten von Hannover. Wallstein Verlag, Göttingen 2006, ISBN 978-3-8353-0053-8, S. 279, Autorinnen, Autoren, Fotograf, Herausgeberin (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. 1 2 Christina Krafczyk: Dr. Urs Boeck verstorben. In: Denkmalpflege Niedersachsen, Jg. 44, 2024, Heft 1, S. 69–70, hier S. 69.
  5. ↑ Etwa mit dem Hilferuf Das Baudenkmal als Kulisse: Das Schicksal des Celler Schlosses noch zu wenden? In: Kunstchronik, 61, 2008, Heft 5, S. 209–211 (Digitalisat auf journals.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 10. März 2024), der einleitend eine konzise bauhistorische Würdigung des Barockschlosses enthält.
  6. ↑ Die Mitglieder der Koldewey-Gesellschaft. In: koldewey-gesellschaft.de. Abgerufen am 18. November 2023.
  7. ↑ Rote Mappe 2017. Hrsg. Niedersächsischer Heimatbund (Digitalisat auf niedersaechsischer-heimatbund.de, abgerufen am 18. November 2023), S. 40.
  8. ↑ Boeck, Urs. In: dka.gnm.de. Abgerufen am 27. September 2024 (Umfang: 0,10 lfm, Laufzeit: 1981–1992).