Ursel Hochmuth

Ursel Hochmuth, 2006, bei einer Stolperstein-Verlegung in Klein Borstel. Foto von René Senenko.

Ursel Hochmuth, auch Ursel Ertel-Hochmuth (Pseudonym Ursula Puls; * 19. Februar 1931 in Hamburg; † 25. Februar 2014 ebenda), war eine deutsche Historikerin, Dokumentarin und Autorin.

Leben und Leistungen

Ursel Hochmuths Eltern waren Kommunisten, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Antifaschisten. Ihr Vater war Walter Hochmuth, Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft für die KPD, ihre Mutter Katharina Jacob. Diese war in zweiter Ehe mit dem Widerstandskämpfer Franz Jacob verheiratet und überlebte die KZ-Haft, wie auch ihr leiblicher Vater die Haft im Zuchthaus. Hochmuths Stiefvater Franz Jacob wurde 1944 hingerichtet. In ihrer Autobiografie Widerstand war mir nicht in die Wiege gelegt erzählte Katharina Jacob in den 1980er Jahren über das Leben auch Ursel Hochmuths zur NS-Zeit, das enge Verhältnis Hochmuths zu ihrem Stiefvater sowie welche Hilfe und Halt ihr ihre Tochter oft bot, auch wenn ihre Eltern wegen mehrerer Verhaftungen längere Zeit nicht bei ihr sein konnten. In dieser Zeit war sie mehrfach für längere Zeit bei Bekannten und auch auf dem Land untergebracht.

Ursel Hochmuth wurde 1945 Mitglied der FDJ, 1950 auch Mitglied der KPD. Nach Abschluss der Mittleren Reife übersiedelte sie in die DDR, wo sie ihr Abitur nachholte und in Leipzig Germanistik studierte. Nach ihrer Rückkehr nach Hamburg wurde ihr Leipziger Staatsexamen für den Lehrberuf nicht anerkannt, und so wurde sie hauptamtlich in der Jugendarbeit der verbotenen KPD tätig. 1959 und 1962 gehörte sie zu den Organisatoren der Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Wien und Helsinki.

Ihre erste Publikation zur Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, in der sie die Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe thematisierte, erschien 1959 in der DDR unter dem Pseudonym Ursula Puls. 1964 heiratete Hochmuth Paul Ertel, den sie bei einer Parteischulung in der DDR kennengelernt hatte, und beendete die hauptamtliche Parteitätigkeit. Aus der Ehe gingen zwei Kinder, eine Tochter und ein Sohn, hervor, die sie nach der Scheidung 1969 als alleinerziehende Mutter weiter betreute. Seit 1970 arbeitete sie als Dokumentarin bei der dpa.

Ursel Hochmuth war Mitglied der VVN-BdA, der Willi-Bredel-Gesellschaft und des Kuratoriums der Gedenkstätte Ernst Thälmann in Hamburg. Sie hat vor allem zur Geschichte des kommunistischen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus in Hamburg geforscht und dazu publiziert. Dabei legte sie besonderen Wert auf eine breite Darstellung, statt wie häufig üblich bestimmte Führungskader herauszuheben.

Wie ihre Mutter ruht auch Ursel Hochmuth auf dem Ehrenfeld der Geschwister-Scholl-Stiftung auf dem Friedhof Ohlsdorf.

Schriften

Als Autorin

Als Herausgeberin und Bearbeiterin

Belege

  1. 1 2 Cornelia Kerth: Nachruf auf Ursel Ertel-Hochmuth. In: antifa der VVN-BdA, Beilage Mai/Juni 2014, S. 18, basierend auf der Gedenkrede von Herbert Diercks
  2. ↑ Katharina Jacob: Widerstand war mir nicht in die Wiege gelegt. Galerie der abseitigen Künste, Hamburg 2020, ISBN 978-3-948478-06-3, verschiedene Stellen.
  3. 1 2 Cornelia Kerth: Nachruf auf Ursel Ertel-Hochmuth. In: antifa der VVN-BdA, Beilage Mai/Juni 2014, S. 19
Personendaten
NAME Hochmuth, Ursel
ALTERNATIVNAMEN Müller, Ursel (Pseudonym); Puls, Ursula (Pseudonym); Ertel-Hochmuth, Ursel
KURZBESCHREIBUNG deutsche Autorin und Antifaschistin
GEBURTSDATUM 19. Februar 1931
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 25. Februar 2014
STERBEORT Hamburg