
Ute Bergner (* 15. Oktober 1957 in Jena) ist eine deutsche Politikerin (ehemals Bürger für Thüringen, zuvor FDP). Von 2019 bis 2024 war sie thüringische Landtagsabgeordnete. Sie ist auch als Unternehmerin tätig.
Ute Bergner legte 1976 in Jena das Abitur ab und erreichte 1981 ihr Diplom als Physikerin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo sie 1987 mit Auszeichnung zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. In ihrer Dissertation untersuchte sie „Kreuzkorrelationseffekte zwischen Grenzflächen bei gesputterten Titanoxidschichten“.
Bis 1991 war Bergner als wissenschaftliche Assistentin in Lehre und Forschung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und 1991/1992 als Mitarbeiterin im Außendienst bei der Firma Balzers tätig. 1992 gründete sie das Unternehmen VACOM Vakuum Komponenten & Messtechnik GmbH, welches im Jahr 2019 etwa 300 Mitarbeiter beschäftigte.
Bergner engagiert sich in verschiedenen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Gremien, wie der Industrie- und Handelskammer (IHK), dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena. Sie ist seit vielen Jahren gewähltes Mitglied des Vorstandsrates der Deutschen Vakuum-Gesellschaft (DVG). Seit 2017 fungiert sie als deren Präsidentin.
1976 wurde Bergner Mitglied der LDPD, die im August 1990 – kurz vor der deutschen Einheit – mit der FDP fusionierte. Bei der Landtagswahl in Thüringen 2019 kandidierte sie im Wahlkreis Jena II und zog über Platz 3 der Landesliste der FDP in den Thüringer Landtag ein.
Am 19. März 2020 erklärte sie, ihre Mitgliedschaft in der FDP ruhen zu lassen und trat folgend am 5. Juli 2021 aus der Partei aus. Bergner blieb dennoch zunächst als Parteilose Mitglied der FDP-Landtagsfraktion, bevor sie diese am 6. September 2021 ebenfalls verließ.
Im September 2021 wurde sie Mitglied der im November 2020 gegründeten Partei Bürger für Thüringen, die aus dem gleichnamigen und der Querdenkerszene nahestehenden Verein hervorging, und dessen Vorsitzende Bergner später wurde.
Ein größeres Medienecho zog ein im November 2021 von Bergner öffentlich gemachtes Papier mit dem Titel „Je höher die Impfquote, desto höher die Übersterblichkeit“, das sie der Landesgesundheitsministerin Heike Werner übergeben hatte, nach sich. Basis für Bergners Schreiben war ein kurzer Bericht zweier Psychologen, die Daten des Robert Koch-Instituts zum Zweck einer Diskussionsgrundlage ausgewertet hatten. Das Statistische Bundesamt schätzte diese Auswertung als nicht seriös ein. Auch die Autoren selbst distanzierten sich von der nie autorisierten weiteren Verbreitung ihres Berichts durch Bergner, eine darin getroffene Hypothese wurde in der breiten Öffentlichkeit fehlinterpretiert.

Am 20. Juni 2022 gründete Bergner zusammen mit den drei ehemaligen AfD-Abgeordneten Birger Gröning, Tosca Kniese und Lars Schütze die parlamentarische Gruppe Bürger für Thüringen. Im Juli 2022 wurde dem Antrag der vier Abgeordneten auf parlamentarische Anerkennung stattgegeben. Bergner übernahm den Vorsitz der Gruppe. Die Gruppe wurde nach einem halben Jahr wieder aufgelöst.
Für die Landtagswahl 2024 wurde Bergner im Oktober 2023 zunächst als Spitzenkandidatin einer gemeinsamen offenen Liste der Bürger für Thüringen mit einer Abspaltung der Freien Wählern in Thüringen und dem thüringischen Landesverband der Basisdemokratischen Partei Deutschland gewählt. Im März 2024 beschlossen die Bürger für Thüringen jedoch die Auflösung der Partei, Ziel war der Beitritt der Parteimitglieder zur Werteunion. Bergner verzichtete daraufhin auf eine erneute Kandidatur für den Thüringer Landtag und schied im September 2024 aus diesem aus.
Bergner lebt in Jena. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bergner, Ute |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Politikerin (FDP) |
| GEBURTSDATUM | 15. Oktober 1957 |
| GEBURTSORT | Jena |