Uwe Kiessler

Verlagshaus Gruner + Jahr in Hamburg (Foto: 2004)
Kunstbau, München (Foto: 2013)

Uwe Kiessler (* 17. Februar 1937 in Krefeld; † 29. Juli 2025 in München) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Werdegang

Uwe Kiessler absolvierte von 1947 bis 1956 das Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld und studierte anschließend von 1956 bis 1961 Architektur an der Technischen Hochschule München. Von 1962 bis 2014 betrieb Kiessler zusammen mit Manes Schultz sein Architekturbüro in München; das Büro Kiessler Architekten existiert weiterhin. 1981 wurde er als Professor für Entwurf und Baukonstruktion an die Fachhochschule München berufen, von 1990 bis 2002 lehrte er als Professor für Integriertes Bauen an der Technischen Universität München. Kiessler war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Die Projekte von Kiessler gehörten zu den vielfach ausgezeichneten Bauten in Deutschland nach 1945. Bereits 1963 wurde man aufmerksam auf eine flexible, offene Stadt in der Stadt, die über den kilometerlangen Gleisanlagen hinter dem Münchner Hauptbahnhof schweben sollte. Demselben Entwurfsansatz folgte der Gelsenkirchener Wissenschaftspark, ein Werk der ökologischen Moderne. Überregionale Bekanntheit erreichte er zum Beispiel mit dem Bürogebäude der Bayerischen Rückversicherung; die 1976 erbauten drei zylindrischen Baukörper mit zwanzig Metern Durchmessern, die sich um einen zentralen Kern gruppieren und neben einem freistehenden Casino eine neuartige Arbeitslandschaft behausen, bilden ein weithin prägendes Bauwerk in München. Zusammen mit Otto Steidle wurde zwischen 1983 und 1990 sein Entwurf für den Neubau von Gruner + Jahr am Hamburger Hafen errichtet, ein Meilenstein für moderne Bürokomplexe. Weitere innovative Bauten wurden realisiert wie der Glasschirm über das Düsseldorfer K21 oder die Aufstockung des Münchner Literaturhauses. Seine Urne wurde am Münchner Nordfriedhof beigesetzt.

Bauwerke

Wissenschaftspark Rheinelbe in Gelsenkirchen-Ückendorf (Foto: 2004)
Kunstsammlung NRW in Düsseldorf (Foto: 2005)

Ehrungen und Preise

Commons: Uwe Kiessler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ KulturPort De Kultur-Magazin Hamburg: Nachruf Uwe Kiessler (1937–2025). 30. Juli 2025, abgerufen am 31. Juli 2025 (deutsch).
  2. ↑ Niklas Maak: Zum Tod des Architekten und Stadtneudenkers Uwe Kiessler. In: Frankfurter Allgemeine. 31. Juli 2025, abgerufen am 2. August 2025.
  3. ↑ Kiessler Architekten. Abgerufen am 14. August 2022 (amerikanisches Englisch).
  4. ↑ Niklas Maak: Ein Erfinder guter Orte. Abgerufen am 31. Juli 2025.
  5. ↑ Traueranzeigen von Uwe Kiessler. In: trauer.tagesspiegel.de. 9. August 2025, abgerufen am 13. Oktober 2025.
  6. ↑ Preisträger BDA Preis Bayern 1983 - Bäckerei Rischart, München. In: Bund Deutscher Architektinnen und Architekten. Abgerufen am 13. August 2022.
  7. ↑ Preisträger BDA Preis Bayern 1993 - Dachgeschoßaufstockung Rischarts Backhaus, München. In: Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA. Abgerufen am 13. August 2022.
  8. ↑ Preisträger BDA Preis Bayern 1995 - Kunstbau am Königsplatz, München. In: Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA. Abgerufen am 13. August 2022.
Personendaten
NAME Kiessler, Uwe
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 17. Februar 1937
GEBURTSORT Krefeld
STERBEDATUM 29. Juli 2025