Uwe Nixdorff

Uwe Nixdorff (2021)

Uwe Nixdorff (* 12. Juni 1958 in Hofheim am Taunus) ist ein deutscher Internist, Kardiologe und Sportmediziner.

Werdegang

Nixdorff absolvierte das Studium der Humanmedizin von 1978 bis 1985 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Seine Promotion erfolgte im Rahmen einer experimentellen Studie mit dem Titel „Die Wirkung intrakoronarer Applikationen von Nifedipin, Nitroglyzerin und Dipyridamol im experimentellen Modell chronisch kollateralisierter Hundeherzen“. Nach einer kurzen Zeit als Assistenzarzt (11/1985 – 02/1986) am Deutschen Herzzentrum (DHZ) in München wechselt Nixdorff an die II. Medizinische Klinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, wo er 1987/1988 unter Jürgen Meyer die internistische Facharzt- und auch kardiologische Teilgebietsbezeichnung absolvierte. 1988 und 1989 folgten mehrere Forschungsaufenthalte in den USA: Am Michael Reese Hospital in Chicago, an der University of Virginia School of Medicine in Charlottesville und am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston. Parallel war Nixdorff im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeit bis 1998 am Universitätsklinikum Mainz tätig.

Mit der venia legendi (Lehrbefugnis) erfolgte die Lehrtätigkeit am Universitätsklinikum Mainz als Privatdozent. Von 1998 bis 2004 war Nixdorff als Oberarzt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg tätig. 2003 erwarb er die Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Im Jahr 2005 gründete Nixdorff in München das European Prevention Center (EPC GmbH), zunächst mit Standort in München, dann Berlin und vorübergehend in Duisburg, später auch in Düsseldorf. Von 2007 bis 2010 führte er auch eine kardiologische Privatpraxis in Duisburg, anschließend bis heute in Düsseldorf. Nach weiteren klinischen und experimentellen Arbeiten wurde Nixdorff 2008 zum außerplanmäßigen Professor (APL) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg berufen. Neben seiner Lehrtätigkeit dort war Nixdorff zudem Gastprofessor des Master-Studiengangs „Master of Science in Preventive Medicine (M.Sc.)“ an der Dresden International University (DIU) in den Jahren 2010–2016; von 2015 bis 2016 hatte er auch die wissenschaftliche Leitung inne.

Forschungstätigkeit

Insbesondere unter dem wissenschaftlichen Mentor Raimund Erbel erfolgte eine klinische und experimentelle Forschungstätigkeit zum Langzeitverlauf des Herzinfarktes. Dabei wurden Erkenntnisse zum langfristigen, sogenannten postinfarziellen, linksventrikulären Remodelling (langfristige Verformungen und Funktionseinschränkungen der linken Herzkammer über das Akutereignissen des Herzinfarktes hinaus) gewonnen. Entsprechende medikamentöse und instrumentelle Herzinsuffizienztherapien sind heute nach weiteren internationalen klinischen Studien Leitlinien-gestützt.

Ein weiteres Forschungsthema Nixdorffs war die Inauguration der sogenannten Stressechokardiographie. Unter physikalischen oder pharmakologischen Stimuli wird eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt, um nach Durchblutungsstörungen zu suchen. Heute ist diese Methode vertragsärztlich zugelassen. Weiterhin erfolgten durch Nixdorff und Mitarbeiter erste experimentelle und klinische Untersuchungen einer in den 90er Jahren neuen echokardiographischen Methode (Herzultraschall), i.e. die Gewebe-Doppler-Echokardiographie resp. Tissue Doppler Echocardiography (TDE), die wesentlich genauere, quantitative Vermessungen der Herzfunktion gestattet und heute ebenfalls Leitlinien-etabliert ist.

Die wichtigsten Ergebnisse seiner echokardiographischen Arbeiten hat Nixdorff 1998 in seiner Habilitationsschrift „Quantitative transthorakale Echokardiographie zur linksventrikulären Funktionsanalyse in der Postinfarkt-Phase. Klinische und experimentelle Untersuchungen“ zusammengefasst.

Spezialgebiete und Behandlungsschwerpunkte

Der Schwerpunkt von Nixdorff liegt in der kardiovaskulären Präventionsmedizin, insbesondere in der Früherkennung der Atherosklerose.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Auszeichnungen

Commons: Uwe Nixdorff – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 18. August 2021.
  2. ↑ Uwe Nixdorf: Curriculum vitae Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Uwe Nixdorff, F.E.S.C. Oktober 2019. (PDF) In: epccheckup.de. European prevention center, 1. November 2019, abgerufen am 30. Mai 2022.
  3. ↑ U. Nixdorff, R. Erbel, T. Pop, H. J. Rupprecht, K. J. Henrichs, S. Mörchen, J. Meyer: Long-term follow-up of global and regional left ventricular function by two-dimensional echocardio-graphy after thrombolytic therapy in acute myocardial infarction. In: Int J Cardiol. Band 41, Nr. 1, 1993, S. 31–47.
  4. ↑ ESC Guidelines on Acute and Chronic Heart Failure. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. August 2021. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)
  5. ↑ U. Nixdorff, S. Mohr-Kahaly, S. Wagner, J. Meyer: Klinischer Stellenwert der Stressechokardiographie. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 94, Nr. 25, 1997, S. 1376–1381.
  6. ↑ U. Nixdorff, S. Mohr-Kahaly, M. Kremer, G. Rippin, J. Meyer: Quantitative tissue Doppler echocardiography: physiologic nonuniformity of left ventricular transmural myocardial wall velocities and gradients. In: Echocardiography. Band 14, 1997, S. 545–552.
  7. ↑ T. Buck, W. Fehske, O.-A. Breithardt, L. Faber, F. A. Flachskampf, A. Franke, A. Hagendorff, H. Kücherer, T. Menzel, K. Pethig, K. Tiemann, J.-U. Voigt, F. Weidemann, R. Hoffmann, U. Nixdorff: Manual zur Indikation und Durchführung der Echokardiographie. In: Clin Res Cardiol. 4 Suppl, 2009, S. 3–51.
Personendaten
NAME Nixdorff, Uwe
KURZBESCHREIBUNG deutscher Internist, Kardiologe und Sportmediziner
GEBURTSDATUM 12. Juni 1958
GEBURTSORT Hofheim/Ts