Uwe Schultz

Uwe Schultz 2016

Uwe Schultz (* 8. Juni 1936 in Hamburg; † 2. Mai 2026 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Rundfunkjournalist, Literaturforscher und Publizist.

Werdegang

Uwe Schultz wurde als Sohn des Zeitungsverlegers Friedrich Schultz und seiner Ehefrau Almut (geb. Koch) geboren. Nachdem das elterliche Verlagshaus des Wandsbecker Boten im Kriege zerstört worden war und sein Vater nicht aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, wuchs er in Elmshorn im großelterlichen Verlagshaus der Elmshorner Nachrichten auf und besuchte den sprachlichen Zweig der Bismarckschule. Nach dem Abitur 1957 studierte er an der Universität Hamburg Philosophie, Germanistik und Geschichte und nahm an philosophischen Seminaren von Kurt Leese und Kurt Noack teil.

1958 wechselte er für zwei Jahre zum Studium an die Universität Freiburg zu Max Müller und war nebenbei Kulturreporter der Badischen Zeitung. Anschließend ging er für ein Semester nach Wien und setzte anschließend sein Studium in München bei dem zwischenzeitlich ebenfalls dorthin gewechselten Max Müller sowie bei Helmut Kuhn fort. Ab 1960 wurde er bei der Süddeutschen Zeitung als Feuilleton-Redakteur ausgebildet, so dass er erst 1964 bei Müller an der Ludwig-Maximilians-Universität München über das Thema Das Problem des Schematismus bei Kant und Heidegger promoviert wurde.

Wirken

1964 wurde Schultz Redakteur in der Abteilung Literatur des Hessischen Rundfunks (hr), die er ab 1970 leitete. Im gleichen Jahr übernahm er einen Lehrauftrag an der Universität Frankfurt am Main für Literatur in den Massenmedien. Von 1976 bis zu seiner Pensionierung 1994 war Schultz Leiter der Hauptabteilung Kulturelles Wort beim hr. Auf seine Initiative wurde die literarische Quizsendung Literatur im Kreuzverhör mit Peter Härtling ins Programm genommen. Unter seiner Leitung entstanden die Sendungen Das Kulturmagazin am Sonntagabend auf Mittelwelle und Das Radioskop, ein 50-minütiges Magazin mit dem Untertitel Kultur am Nachmittag für die aktuelle Kulturberichterstattung in hr2. Er moderierte auch das Medienmagazin Media – Die Zukunft der Information. Schultz realisierte mehrere Sendereihen, die auch in Buchform publiziert wurden.

Schultz galt als einer der besten Kenner der Geschichte des absolutistischen Frankreich und veröffentlichte zu diesem Thema zahlreiche Biografien und Untersuchungen. Er lebte in Frankfurt am Main und Paris und war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.

Auszeichnungen

Schriften

als Autor:

als Herausgeber:

Commons: Uwe Schultz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Traueranzeigen von Uwe Schultz. In: Frankfurter Allgemeine - Lebenswege. 8. Juni 2026, archiviert vom Original am 20. Juli 2026; abgerufen am 22. Juli 2026.
  2. 1 2 Uwe Schultz: Das Problem des Schematismus bei Kant und Heidegger. 1963, S. 201, abgerufen am 8. Dezember 2010 (zugl. Diss. München 1964; zitiert nach Google Books).
  3. ↑ Peter Hahn (Hrsg.): Literatur in Frankfurt. athenäum, Frankfurt am Main, 1987, ISBN 3-610-08448-0, S. 501 ff.
  4. ↑ Stefan Kursawe: Vom Leitmedium zum Begleitmedium: die Radioprogramme des Hessischen Rundfunks 1960–1980. Böhlau, Wien / Köln / Weimar, 2004, ISBN 3-412-17903-5, S. 276.
  5. ↑ Hans Pleschinski: Charme im Tigerkleid - Uwe Schultz erzählt fesselnd das Leben der Madame de Pompadour. In: Die Zeit. 7. Oktober 2004.
Personendaten
NAME Schultz, Uwe
KURZBESCHREIBUNG deutscher Rundfunkjournalist, Literaturforscher und Publizist
GEBURTSDATUM 8. Juni 1936
GEBURTSORT Hamburg
STERBEDATUM 2. Mai 2026
STERBEORT Frankfurt am Main