Uwe Sturm

Uwe Sturm (* 1969) ist ein ehemaliger deutscher BMX-Fahrer im Bereich BMX-Rennsport. Er dominierte die nationale und internationale Szene in den 1980er Jahren und gewann in unterschiedlichen Klassen insgesamt neunmal die Deutsche Meisterschaft und wurde 1985 sowohl Vize-Weltmeister wie auch Vize-Europameister.

Leben

Uwe Sturm begann 1982 beim RKV Speyer mit dem BMX-Rennsport und bestritt sein erstes Rennen auf der werkseigenen BMX-Bahn von Schauff in Remagen. Später fuhr Sturm für den RV Dudenhofen, dem er bis zum Ende seiner aktiven Laufbahn treu blieb. Schon Anfang der 1980er fiel er durch seine enorme Geschwindigkeit und vor allem durch seine Starts auf. Er war ein Fahrer, der die Rennen häufig vom Start bis ins Ziel dominierte.

1984 begann seine bis heute beispiellose Siegesserie: In Weiterstadt gewann er erstmals die Deutsche Meisterschaft. Danach gewann er in Folge bis 1990 alle Deutschen Meisterschaften. 1984 zog er sich eine Woche vor der EM in Birmingham im Juli einen Schlüsselbeinbruch zu und musste eine Zeitlang pausieren, konnte aber schon im September das damals größte Hallenrennen Europas, den IFMA Grand Prix in Köln gewinnen sowie das Grand Prix Finale in Berlin und damit auch die Gesamtwertung aus sieben Rennen. Im Dezember gewann er noch das prestigeträchtige Internationale Hallen-BMX-Rennen im Palais Omnisports in Paris-Bercy.

Im Frühjahr 1985 reiste Sturm in die USA, um sich u. a. für die WM im August vorzubereiten. Er fuhr nationale Rennen wie das U.S. Nationals in Bakersfield mit und erreichte dort den neunten Platz sowie beim Open-Class Rennen in Las Vegas sogar den zweiten Platz und schlug dabei US-Pros wie Steve Veltman. Dazu merkte Richard Long, der Mitgründer von Sturms Sponsor GT an: Er kam zu uns, um was zu lernen, nun ist es fast umgekehrt. Im Juli wurde Sturm in Barcelona bei der Europameisterschaft Zweiter und im August ebenfalls Zweiter bei der Weltmeisterschaft in Whistler in Kanada. Bei der Europameisterschaft 1986 in Weinstadt konnte er keinen Podiumsplatz erfahren, erreichte aber den dritten Platz bei der FIAC-Weltmeisterschaft 1987 in Bordeaux. Seit 1983 war er Teamfahrer für GT Bicycles. Sein Markenzeichen Mitte der Achtziger war sein lavendelfarbenes GT Pro Series Rad. Sturm gewann 1983 bis 1985 den BDR-Herbstpokal (danach wurde er abgeschafft), bei dem die Startnummern für das nächste Jahr ausgefahren wurden, und trug jahrelang die Nummer eins auf seinem Number-Plate.

1988 belegte Sturm bei der Europameisterschaft in Slagharen in den Niederlanden den 13. Platz in der Superclass und den 8. Platz in der Cruiser-Klasse. Im selben Jahr erreichte er den 5. Platz in der Superclass bei der FIAC-Weltmeisterschaft in Mol in Belgien.

Anfang der 1990er Jahre konnte Sturm international nicht mehr auf Top-Niveau fahren. Bei der IBMXF-Europameisterschaft 1990 in Littau erzielte er nur den 22. Platz (in der 24-Zoll-Klasse den 14. Platz). Zusammen mit dem MCS Team Europe gewann Sturm noch bei der IBMXF-Weltmeisterschaft in Le Castellet 1990 die Hersteller-Teamwertung.

1991 beendete Uwe Sturm seine aktive BMX-Karriere aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen. Danach konzentrierte er sich auf Beruf und Familie. Zusammen mit seiner Schwester Claudia führt er bis heute den Familienbetrieb C&U Sturm Maler und Stuckateure in Harthausen bei Speyer.

Sein 2011 geborener Sohn Linus fährt Straßenrennradrennen und wird von Sturm betreut.

2025 wurde Sturm in die Deutsche BMX Hall of Fame aufgenommen.

Erfolge (Auswahl)

(Anmerkung: Von 1982 bis 1988 hieß die Deutsche Meisterschaft offiziell Deutsche Pokalmeisterschaft.)

Insgesamt soll Sturm ungefähr 300 Podiumsplätze erreicht haben.

1984 wählten die Leser des BMX-Magazins Speed Sturm zum Fahrer des Jahres.

Einzelnachweise

  1. ↑ Uwe Sturm, BMX Hall of Fame, auf bmxhof.de, abgerufen am 24. August 2026
  2. ↑ Eine kurze Geschichte des BMX-Sports in Deutschland, auf bmxhof.de, abgerufen am 24. August 2026
  3. ↑ Rasant und trendig, auf rheinpfalz.de, abgerufen am 24. August 2026
  4. ↑ Neuer Spitzenreiter Uwe Sturm, BMX-Magazin Speed Nr. 9 / 1984, S. 18/19, auf previouspage.co.uk, abgerufen am 1. September 2026
  5. ↑ IFMA Grand Prix Köln, auf bmxhof.de, abgerufen am 24. August 2026
  6. ↑ Unsere Sieger von Paris, BMX-Magazin Speed, Nr. 1 / 1985, S. 32, auf previouspage.co.uk, abgerufen am 1. September 2026
  7. ↑ News aus Aller Welt | Amerika, BMX-Magazin Speed, Ausgabe Nr. 5 - 1985, S. 48, auf previouspage.co.uk, abgerufen am 1. September 2026
  8. ↑ Old School BMX, auf oldschoolbmx.de, abgerufen am 24. August 2026
  9. ↑ Ergebnisliste BDR-BMX-Herbstpokal 1985, BMX-Magazin Speed, Ausgabe Nr. 11/85 - November, S- 15, auf previouspage.co.uk, abgerufen am 1. September 2026.
  10. ↑ World Results, University of BMX, auf universityofbmx.com, abgerufen am 26. August 2026 (englisch).
  11. ↑ World Champion 1990, University of BMX, auf universityofbmx.com, abgerufen am 24. August 2026 (englisch).
  12. ↑ Interview – The Godfather of European BMX, Gerrit Does, auf bmxweekly.com, abgerufen am 24. August 2026 (englisch).
  13. ↑ Über C&U Sturm, auf sturm-harthausen.de, abgerufen am 24. August 2026
  14. ↑ Radsport: Linus Sturm träumt von der Tour de France, auf rheinpfalz.de, abgerufen am 24. August 2026
  15. ↑ Ergebnisliste der Deutschen Meisterschaft, auf sport-record.de, abgerufen am 24. August 2026
  16. ↑ Ergebnisliste der IBMXF Weltmeisterschaft, auf bmxhof.de, abgerufen am 24. August 2026
  17. ↑ Fahrer des Jahres 1984, BMX-Magazin Speed, Nr. 3 / 1985, S. 46/47, auf previouspage.co.uk, abgerufen am 1. September 2026
Personendaten
NAME Sturm, Uwe
KURZBESCHREIBUNG deutscher BMX-Fahrer
GEBURTSDATUM 1969