Vaginalepithel

Das Vaginalepithel ist das Epithel, mit dem die Vagina und der Scheidenvorhof ausgekleidet sind, auch Tunica mucosa vaginae. Es handelt sich um ein mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel. Es ist glykogenreich und liegt auf einer Lamina propria, die reich an elastischen Fasern und weitlumigen Venen ist.

Das vordere Drittel der Vagina mit typischen Scheidenrunzeln, Rugae vaginales und der glänzenden Vaginalepitheloberfläche.

Das Epithel unterliegt im Verlauf des Sexualzyklus ständigen Umbauprozessen, die durch die als Sexualhormon wirkenden Östrogene und Progesteron gesteuert werden. Diese können durch zytologische Untersuchung eines Vaginalabstrichs auch zur Diagnostik verwendet werden. Embryonal entsteht das Vaginalepithel aus dem Sinovaginalhöcker. Im Querschnitt zeigt die Vagina folgenden Wandaufbau:

Sie sitzen der Lamina propria auf; sie besteht aus lockerem Bindegewebe, das reich an elastischen Fasern und Lymphozyten ist. In der Lamina propria finden sich Kapillaren und Lymphgefäße, aus denen bei sexueller Erregung ein Transsudat durch das Epithel in die Scheide abgepresst wird sowie den Plexus venosus vaginalis. Die nervale Inveration der Vagina oder Sensibilität ist nur gering. So finden sich nur wenige freie Nervenendigungen; sensorische Fasern fehlen gänzlich.

Hämatoxylin-Eosin-Färbung der Tunica mucosa vaginae. Man sieht die Oberflächenepithelschicht und die darunterliegende Bindegewebsschicht. Die tiefer liegende
Vaginalmukosa prämenopausal vs. menopausal

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Vaginalepithel. In: Pschyrembel Medizinisches Wörterbuch. 257. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 1993, ISBN 3-933203-04-X, S. 1607.
  2. ↑ Karl Knörr, Henriette Knörr-Gärtner, Fritz K. Beller, Christian Lauritzen: Geburtshilfe und Gynäkologie: Physiologie und Pathologie der Reproduktion. 3. Auflage. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-95583-9, S. 24–25.