Die Vaidya-Metrik ist eine Verallgemeinerung der kugelsymmetrischen Schwarzschild-Metrik. Sie ist nach dem indischen Physiker Prahalad Chunnilal Vaidya benannt und gilt für nichtrotierende und elektrisch neutrale Körper, deren Masse jedoch – im Gegensatz zur Schwarzschild-Metrik – aufgrund von emittierter oder absorbierter masseloser Strahlung („null dust“, z. B. Photonen oder Neutrinos, aber keine elektromagnetische Strahlung) mit der Zeit ab- oder zunimmt:
Die Vaidya-Metrik ist daher – wieder im Gegensatz zur Schwarzschild-Metrik – weder statisch noch stationär.
Sowohl Sterne als auch Schwarze Löcher verlieren aufgrund von Strahlungstransport bzw. Hawking-Strahlung Masse oder können aufgrund einfallender Materie oder Strahlung an Masse zunehmen. Abhängig davon, ob der Massenverlust oder die -zunahme überwiegt, ist eine monoton fallende oder eine monoton steigende Funktion.
Mit der Vaidya-Metrik lassen sich solche physikalische Verhältnisse jedoch nur mit Einschränkungen modellieren:
Eine Metrik als konsistente Lösung für verdampfende Schwarze Löcher konnte bis heute nicht gefunden werden. Daher werden für Analysen und Simulationen Kombinationen aus folgenden Metriken verwendet:
In den natürlichen Einheiten und mit lautet das Linienelement der Vaidya-Metrik in auslaufenden Eddington-Finkelstein-Koordinaten
und in einlaufenden Eddington-Finkelstein-Koordinaten
Für elektrisch geladene Körper erweitert sich die Vaidya-Metrik auf die Vaidya-Bonner-Metrik
und
wobei
Die Vaidya-Bonner-Metrik reduziert sich:
| M = konst. | M ≠ konst. | |
|---|---|---|
| ungeladen () | Schwarzschild-Metrik | Vaidya-Metrik |
| geladen () | Reissner-Nordström-Metrik | Vaidya-Bonner-Metrik |
Die Zeitkoordinate eines feldfreien und ausreichend weit von der Masse entfernten stationären Beobachters steht mit den Koordinaten und im Verhältnis
Dabei steht ein konstantes () mit
für radial auslaufende Strahlung und
ein konstantes () mit
für radial einlaufende Strahlung.