| Vajolettal | ||
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Oberes Vajolettal mit Vajolet-Hütte und Preuss-Hütte | ||
| Lage | San Giovanni di Fassa, Provinz Trient, Italien | |
| Gewässer | Ruf de Soal | |
| Gebirge | Rosengartengruppe, Dolomiten | |
| Geographische Lage | 46° 26′ 32″ N, 11° 39′ 10″ O | |
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| Höhe | 2243 bis 1326 m s.l.m. | |
| Klima | alpin | |
| Flora | alpin | |
| Nutzung | unbewohntes Hochtal | |
Das Vajolettal (italienisch Val di Vajolet, ladinisch Val de Vajolet) ist ein Tal in den Dolomiten. Es ist ein unbewohntes Nebental des Fassatals und liegt innerhalb der Rosengartengruppe. Im oberen Teil des Tals liegen einige der schönsten Berge der Rosengartengruppe, wie die Vajolettürme und die Rosengartenspitze. Wegen der Erhabenheit der alpinen Landschaft und der vielfältigen Möglichkeiten ist das Gebiet bei Alpinisten sehr beliebt.
Das Vajolettal zweigt vom Fassatal in westlicher Richtung ab und wendet sich ab der Hälfte gegen Norden, sodass es in etwa einem Halbkreis ähnelt. Der niedrigste Punkt ist bei seiner Einmündung in das Fassatal in der Nähe von Pera di Fassa (1326 m s.l.m.), der höchste Punkt und das Ende des Tals ist beim Antermojapass (2770 m s.l.m.). Der Antermojapass verbindet das Vajolettal mit dem Antermojatal.
Der obere, von Nord nach Süd verlaufende Teil des Tales ist hochalpin und erstreckt sich vom Antermojapass bis zu einem Felssporn, dem Porte Neigre, in der Nähe der Vajolet-Hütte. Dieses wird flankiert von der Rosengartenspitze und den Vajolettürmen einerseits, dem Hauptmassiv der Rosengartengruppe andererseits und dem Kesselkogel im Norden. Walter Pause beschreibt dieses Szenario als „hochalpines Gesamtkunstwerk“, das eine wäre der Anblick der drei wie Filigranwerk aufstrebenden Vajolettüme aus dem Gartl, das zweite wäre der Anblick der festungsmäßig breit aufgebauten, massiven Wand der Rosengartenspitze mit der schwarzen Viereckwand.
Es gibt eine Forststraße, die von Pera di Fassa über dem Weiler Monzon in das Tal führt und bis zur Gardeccia-Hütte (1949 m s.l.m.) reicht. Diese Straße ist für den Individualverkehr gesperrt. Bis 2019 gab es in den Sommermonaten ein Bustaxi bis Gardeccia. Eine andere Möglichkeit ist von Pera oder von Vigo di Fassa die Seilbahn zu nehmen, diese überbrücken den ersten großen Anstieg aus dem Fassatal. Der Fahrweg ist gut ausgebaut und kann auch mit einem Fahrrad gut bewältigt werden.
Das Vajolettal ist bereits seit den ersten Besteigungen ein häufig besuchtes und lohnendes Ziel für Alpinisten. Die Schönheit der wilden Landschaft hat bereits früh Bergsteiger aller Art angezogen. So schwärmten die beiden Engländer G. C. Churchill und J. Gilbert in ihrem 1864 erschienen Werk „The Dolomite Mountains“ von den Felsen des Rosengartens: „Sie erheben sich mit so stolzer Unabhängigkeit aus der umgebenden Landschaft, sind in so fremdartige Massen zerrissen, schneiden den Himmel mit so scharfen Umrissen ab und schimmern in einem so unirdischen Lichte, dass man durch das großartige Schauspiel festgebannt wird.“ Durch ihre landschaftliche Einmaligkeit und die unzähligen Möglichkeiten für den Alpinismus zählt der Rosengarten und die Vajolettürme nach wie vor zu den meistbesuchten Gebieten für Kletterer und Wanderer in den Dolomiten. Ein idealer Stützpunkt ist die Vajolet-Hütte im Tal.

Besonders die Vajolet-Türme und die Ostwand der Rosengartenspitze bieten Kletterern eine Vielzahl von Routen, aber auch der Kesselkogel und die Rotwand werden häufig begangen.
Große Klassiker der Klettertouren sind (Auswahl)
Häufig begangene moderne Routen sind:
Es gibt mehrere beliebte Wanderungen im Tal; der Nachteil der Beliebtheit ist aber, dass man auf diesen Wegen selten allein sein wird. Dafür wird man mit vielen schönen Ausblicken belohnt.
Die Gardeccia-Hütte war bereits zweimal Ziel bei einer Giro d’Italia Etappe. Der nur 6,5 km lange Anstieg durch das untere Vajolettal gilt als anspruchsvoll und weist mehrere Rampen mit Steigungen bis zu 17 % auf. 1976 gewann der Spanier Andrés Gandarias die von Longarone nach Gardeccia führende 19. Etappe. Der bis dahin Gesamtführende Felice Gimondi verlor auf der Etappe das Rosa Trikot, konnte aber den Giro später für sich entscheiden. 2011 gewann mit Mikel Nieve ebenfalls ein Spanier. Er erreichte vor Stefano Garzelli und Alberto Contador das Etappenziel Gardeccia der 15. Etappe.
Das Tal ist, abgesehen vom Weiler Monzon am Talausgang, unbewohnt. Es gibt mehrere Hütten im Tal, die Unterkunft anbieten:
Diese liegt am Ende der Fahrstraße bevor das Tal sich verengt und ist durch einen einfachen Wanderweg zu erreichen. Die Hütte wurde 1902 gegründet und wird noch immer von der Gründerfamilie bewirtschaftet.
Die Vajolet-Hütte liegt am Fuß der Vajolettürme auf einem Felssporn, genannt Porte Neigre, der das obere Vajolettal von der darunterliegenden breiten Mulde abgrenzt. Sie wurde vom der Sektion Leipzig des DÖAV gegründet und ging 1923 in den Besitz des S.A.T. Trient über, der sie noch heute (Stand 2026) bewirtschaftet.
Die Preuß Hütte liegt ebenfalls auf dem Porte Neigre und in unmittelbarer Nähe der Vajolet-Hütte. Sie wurde von Tita Piaz 1913 gegründet und Ende der 1920er Jahre ausgebaut, als diesem der Pachtvertrag für die Vajolet-Hütte gekündigt wurde. Piaz hat sie seinem Kletterpartner Paul Preuss gewidmet. Die Familie Piaz betreibt die Hütte noch heute (Stand 2026).
Die Gartl-Hütte befindet sich in einem Kessel am Fuße des Delago-Turms (einem der Vajolettürme), in dem der Sage nach der Rosengarten des Königs Laurin erblüht sein soll. Sie wurde dem belgischen König Albert I. gewidmet, der ein begeisterter Bergsteiger war.
Die Santnerpass-Hütte wurde 1956 errichtet und 2022/2023 durch einen Neubau ersetzt. Sie liegt direkt an der Flanke der Rosengartenspitze. Die Hütte wird privat bewirtschaftet.
Diese Hütte ist eine kleine, privat geführte Hütte, die am Grasleitenpass liegt. Sie wurde 1952 erbaut.