Valse triste, op. 44 ist ein 1904 entstandener Konzertwalzer von Jean Sibelius und eines der bekanntesten seiner Werke.
Zwei Jahre nach der Uraufführung von Arvid Järnefelts Drama Kuolema („Der Tod“), für das Sibelius die Bühnenmusik schrieb, bearbeitete er drei Stücke daraus neu. Eines davon benannte er französisch Valse triste („trauriger Walzer“) und trat seine Rechte für sehr wenig Geld an einen Verleger ab, der daran ein Vermögen verdiente. Aus den beiden anderen Nummern entstand die „Szene mit Kranichen“, in der zwei Klarinetten den Schrei der Vögel imitieren.
Die Spieldauer des Valse triste liegt bei etwa fünf Minuten.
Der Walzer illustriert musikalisch folgende Szene:
Es ist Nacht. Der junge Paavali ist vor Erschöpfung am Bett seiner sterbenden Mutter eingenickt. Zunächst kaum vernehmbar, dann immer deutlicher ertönt Musik im Walzertakt. Die schlafende Mutter erwacht, steht auf und beginnt, in ihrem Nachthemd, das eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Ballkleid aufweist, Tanzbewegungen auszuführen. Sie erweckt den Anschein, als ob sie sich unter einer ganzen Anzahl unsichtbarer Tanzpaare bewegen und versuchen würde, mit ihnen Blickkontakt zu bekommen, was diese jedoch vermeiden. Schließlich sinkt sie erschöpft auf ihr Bett zurück, während die Musik verklingt. Doch dann nimmt die Mutter nochmals alle ihre Kraft zusammen und tanzt noch heftiger und wilder als zuvor, wobei auch die unsichtbaren Gäste wieder da zu sein scheinen. Als der Tanz am wildesten ist, klopft es dreimal an der Tür, welche auffliegt. Zunächst hält die Mutter den Ankömmling für ihren verstorbenen Mann, in Wirklichkeit handelt es sich aber um den Tod. Die Mutter stößt einen verzweifelten Schrei aus, die Musik bricht ab, die phantomhaften Gäste verschwinden, Der zwischenzeitlich eingenickte Paavali erwacht und stellt fest, dass seine Mutter verstorben ist.