Vanessa Stern

Vanessa Stern (* 17. Oktober 1976 in Graz) ist eine österreichische Theatermacherin, Schauspielerin und Regisseurin. Ihr Projekt Heulen kann jede – Weibliche Komik in der Krise und das daraus hervorgegangene Krisenzentrum für weibliche Komik sind komische Bühnenformate aus weiblichem Blickwinkel.

Leben

Stern wurde in Graz geboren. Sie studierte Schauspiel an der Universität der Künste Berlin. 2001/02 erhielt sie ihr erstes Engagement am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau und arbeitete anschließend von 2002 bis 2007 am Schauspiel Köln sowie bei den Salzburger Festspielen. Im Jahr 2005 wurde sie zur besten Nachwuchsschauspielerin Nordrhein-Westfalens gewählt; 2008 erhielt sie ein Stipendium beim Forum Junger Theaterangehöriger im Rahmen des Berliner Theatertreffens. 2010 gründete sie im Rahmen eines Stipendiums an der Graduiertenschule für die Künste und die Wissenschaften der UdK das Krisenzentrum für weibliche Komik. Seit 2011 ist sie mit La Dernière Crise und dem Projekt Heulen kann jede an den Sophiensälen präsent.

Wirken

Sterns künstlerische Arbeit setzt an der Frage an, warum Frauen im komischen Fach marginalisiert sind, und sucht nach Formen eines Humors, der nicht auf Kosten abgewerteter Frauenfiguren funktioniert. In Die Umschülerinnen oder Die Komödie der unbegabten Kinder führte Stern 2018 Regie und spielte mit; die Produktion war als selbstironische Revue über Schauspielerinnen unter prekären Arbeitsbedingungen angelegt und führte zu eine Nominierung Sterns für den Friedrich-Luft-Preis 2018. Mit Schuldenmädchen-Report entwickelte und inszenierte sie 2019 an der Dresdner Bürger:Bühne ein Projekt über Geld, Schulden und Frauen in realen finanziellen Notlagen. Während des Kultur-Lockdowns 2020 entstand der Theaterfilm Sleeping Duties – Probleme sind eine gute Lösung, eine sinn- und humorvolle Reflexion im Kultur-Lockdown. In der Kritikerumfrage des Theater heute Jahrbuchs 2023 nannte Renate Klett Stern und ihr Team mit ToFuR® – Theater ohne Furcht und Reichweite in der Kategorie Beste:r Nachwuchskünstler:in: Regie. In Komische Vögel betrachtete Stern 2025 mit Verena Unbehaun und Mira Partecke am TD Berlin Ornithologie, Beobachtung und gesellschaftliche Selbstbeobachtung; hervorzuheben daran sind ein unkonventioneller Blick auf die Gegenwart und Sterns witzige Absurdität. In Die einen Schatten haben – Anleitung zur Kumpanei wandte sie sich 2026 am TD Berlin Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Politik zu; die Arbeit war ein absurd-witziger, zugleich analytischer Abend mit Bezügen zur aktuellen politischen Lage.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Stern, Vanessa. In: Ingrid Bigler-Marschall (Hrsg.): Deutsches Theater-Lexikon. Nachtragsband 7: St – U. De Gruyter, Berlin 2019, ISBN 978-3-11-057698-6, S. 76.
  2. 1 2 3 „Sie bilden Banden“. In: der Freitag. 3. November 2019, abgerufen am 12. Juni 2026.
  3. 1 2 Stück über Kumpanei von Vanessa Stern: Mit Wolfram Weimer. In: taz.de. 1. Juni 2026, abgerufen am 12. Juni 2026.
  4. 1 2 3 Heulen kann jede – Weibliche Komik in der Krise. In: Haus der Kulturen der Welt. 27. April 2015, abgerufen am 12. Juni 2026.
  5. 1 2 „Heulen kann jede“. In: Deutschlandfunk Kultur. 3. Juni 2014, abgerufen am 12. Juni 2026.
  6. 1 2 3 Vanessa Stern. In: Universität der Künste Berlin. Abgerufen am 12. Juni 2026.
  7. ↑ Umschulen, sofort! In: taz.de. 5. April 2018, abgerufen am 12. Juni 2026.
  8. ↑ Die besten Theatermomente: Das sind die Nominierten. In: Berliner Morgenpost. 6. Januar 2019, abgerufen am 12. Juni 2026.
  9. ↑ Theaterfilm: Mit dem Polarexpress in den Winterschlaf. In: Berliner Zeitung. 21. November 2020, abgerufen am 12. Juni 2026.
  10. ↑ Herzlichen Glückwunsch! In: Theater heute. Abgerufen am 12. Juni 2026.
  11. ↑ Performance über Beobachtung: Es hängt von uns ab. In: taz.de. 11. Oktober 2025, abgerufen am 12. Juni 2026.
Personendaten
NAME Stern, Vanessa
KURZBESCHREIBUNG österreichische Theatermacherin, Schauspielerin und Regisseurin
GEBURTSDATUM 17. Oktober 1976
GEBURTSORT Graz