Vasili Franco

Vasili Franco (2025)

Vasili Franco (geboren 8. Juli 1992 in St. Petersburg, Russland) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von 2021 bis 2026 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Leben

Ausbildung und Beruf

Vasili Franco wurde am 8. Juli 1992 in St. Petersburg (Russland) geboren, im Alter von drei Jahren zog er mit seiner Familie nach Waldkirch (bei Freiburg) und wuchs dort auf. Nach seinem Schulabschluss studierte er zunächst Public Management (Bachelor) an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl, anschließend absolvierte er unter anderem ein Praktikum im baden-württembergischen Staatsministerium. Später zog Franco nach Berlin, dort absolvierte er den Masterstudiengang Recht für die öffentliche Verwaltung (Master of Laws) an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Nach seiner Tätigkeit von 2016 bis 2018 im Büro der Berliner Abgeordneten Marianne Burkert-Eulitz arbeitete er im Bundestagsbüro von Canan Bayram. Von 2018 bis 2021 war er anschließend Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Filiz Polat, bevor er 2021 als direkt gewählter Abgeordneter für den Friedrichshainer Nordkiez ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt wurde.

Politik

Franco politisierte sich bereits in seiner Schulzeit, trat nach eigenen Angaben aufgrund der Atompolitik der Bundesregierung zur Bundestagswahl 2009 der Grünen Jugend bei und unterstützte unter anderem die Proteste bei der Blockade von Castortransporten nach Gorleben. 2010 trat er der Mutterpartei, Bündnis 90/Die Grünen, bei. Zwischenzeitlich war Franco Sprecher der Grünen Jugend Freiburg. Seit seinem Umzug nach Berlin engagiert sich Franco im Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg seiner Partei und war dort bis zu seiner Wahl ins Abgeordnetenhaus Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses.

2021 nominierte der Landesverband der Grünen anlässlich der Abgeordnetenhauswahl 2021 Franco für ein Direktmandat im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 5. Bei der Wahl gewann Franco sein Direktmandat mit 34,3 Prozent und zog direkt ins Abgeordnetenhaus ein. Er trat der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bei. Bei der Wiederholungswahl 2023 konnte er seinen Sitz im Abgeordnetenhaus verteidigen. Zur Abgeordnetenhauswahl 2026 wurde Franco erneut als Direktkandidat seiner Partei für den Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 5 nominiert.

Seit seiner Wahl ins Abgeordnetenhaus ist Franco Sprecher für Innenpolitik und Sprecher für Drogenpolitik seiner Fraktion. Neben seiner Tätigkeit im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses war Franco von 2023 bis 2026 auch Ausschussvorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der rechtsextremistischen Straftatenserie in Neukölln.

Zu seinen Schwerpunkten in der Legislatur 2021–2026 gehörten unter anderem die Situation des Berliner Katastrophenschutzes, die Auslastung im Rettungsdienst, die Bekämpfung häuslicher und sexualisierter Gewalt und die Forderung nach einem bundesweiten Böllerverbot. Außerdem kritisierte er wiederholt die Zaun-Pläne um den Görlitzer Park als Aktionismus. Als drogenpolitischer Sprecher setzt er sich für eine progressive Drogenpolitik und die Cannabislegalisierung ein.

Franco ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Berlin (EUB), die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt. Er ist unter anderem auch (Förder-)Mitglied des Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit, der Gesellschaft für Freiheitsrechte und des Deutschen Hanfverbands.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Helene Bubrowski, Rüdiger Soldt: Viele neue junge Mitglieder: Wie der Grünen-Nachwuchs die Partei aufmischt. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. Oktober 2021]).
  2. 1 2 3 Über mich. In: Friedrichshainer - Vasili Franco. Abgerufen am 6. Oktober 2021 (deutsch).
  3. ↑ Badische Zeitung: Vasili Franco - Bündnis 90/Die Grünen - Freiburg - Kommunalwahl 2014 - Badische Zeitung. Abgerufen am 6. Oktober 2021.
  4. ↑ Gewählte Wiederholungswahl zum 19. Abgeordnetenhaus von Berlin am Sonntag, dem 12. Februar 2023 (Hauptwahl vom 26.09.2021) in Berlin. In: wahlen-berlin.de. 12. Februar 2023, abgerufen am 3. März 2023.
  5. ↑ gruene xhain: Die Grünen Xhain nominieren Direktkandidat*innen für die Abgeordnetenhauswahl 2026. In: Grüne Xhain. 10. November 2025, abgerufen am 19. August 2026.
  6. ↑ Anschlagsserie in Berlin-Neukölln: Vasili Franco zum neuen Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses gewählt. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 19. August 2026]).
  7. ↑ rbb24.de: Neukölln-Ausschuss endet und streitet über Konsequenzen. 6. Oktober 2026, abgerufen am 19. August 2026.
  8. ↑ Kaputte Einsatzwagen, Sparmaßnahmen, kein Plan: Berlin macht den Katastrophenschutz oft nur im Nebenjob. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 19. August 2026]).
  9. ↑ Dennis Meischen: Berlin bekommt neues Rettungsdienstgesetz: „Kein großer Wurf“. 16. September 2025, abgerufen am 19. August 2026.
  10. ↑ Hans Cord Hartmann: Femizide: 5-Punkte-Plan der Grünen gegen Gewalt an Frauen. 18. Juli 2024, abgerufen am 19. August 2026.
  11. ↑ Ganzjähriges Böllerverbot: Abstimmung auf Grünen-Parteitag liefert deutliches Ergebnis. 26. Januar 2025, abgerufen am 19. August 2026.
  12. ↑ FUNKE Mediengruppe: Reaktionen nach Görli-Urteil: „Klares Stoppschild“ für Wegner-Senat. 1. Juni 2026, abgerufen am 19. August 2026.
  13. ↑ Fünf Schritte gegen Rausch und Elend in Berlin: „Eine akzeptierende Drogenpolitik ist alternativlos“. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 19. August 2026]).
  14. ↑ Dennis Meischen: Cannabis-Legalisierung in Berlin: Ist das Gesetz gescheitert? 26. Oktober 2025, abgerufen am 19. August 2026.
  15. ↑ Europa-Union Berlin: Unsere Parlamentsgruppe. Abgerufen am 15. August 2025.
  16. ↑ Vasili Franco – Abgeordnetenhaus Berlin. Abgerufen am 19. August 2026.
Personendaten
NAME Franco, Vasili
KURZBESCHREIBUNG russisch-deutscher Verwaltungswissenschaftler und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen)
GEBURTSDATUM 8. Juli 1992
GEBURTSORT St. Petersburg, Russland