Velours

Ein Stück Velours
Velourssitze im Mercedes-Benz 600

Velours (IPA: [vəˈluːɐ̯], anhörenⓘ/?, auch: [veˈluːɐ̯], anhörenⓘ/?; aus dem Französischen für Samt, ursprünglich aus dem Lateinischen villosus ‚zottig‘, ‚weich‘, ‚samtig‘) ist eine Allgemeinbezeichnung für Samte und samtartige Gewebe mit kurzer, aufgerichteter Faserdecke aus aufgeschnittenen Polschlingen oder nicht aufgeschnittenen Polschlingen sowie ein Oberbegriff für geraute und gebürstete, auch geschorene Baumwoll- oder Wollgewebe, die einen sehr kurzen und dichten Flor haben, aber auch für Polstoffe aus Maschenwaren.

Unterschieden werden Velours auf Basis von:

Je länger der Flor (oder Pol), desto weicher wird das Textil und desto größer ist das Risiko, dass der Flor dauerhaft abknickt. Bei Sitzbezügen äußert sich das als Sitzspiegel, bei Teppichen entstehen Spuren, wenn z. B. ein Tisch längere Zeit am selben Ort steht.

Mit der Zeit kann Velours seinen Flor verlieren, da dieser aufgeschnitten wurde und nur zwischen die Webfäden geklemmt ist. Man versucht dies auf der Rückseite mit einer Fasereinbindung aus Kunstlatexdispersionen (z. B. SBR, EVA oder Acrylat) zu verhindern.

Velours wurde in den 1970er und 1980er Jahren häufig als Sitzbezugsstoff oder in Personenkraftwagen als Innenraumauskleidung verwendet.

Einzelnachweise

  1. 1 2 Stefan Kleiner et al.: Duden Aussprachewörterbuch. Der Duden in zwölf Bänden, Band 6. 7. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-411-04067-4, S. 877.
  2. ↑ Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders: Deutsches Aussprachewörterbuch. 1. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin, New York 2009, ISBN 978-3-11-018202-6, S. 1025.
  3. ↑ Alois Kießling, Max Matthes: Textil-Fachwörterbuch. Verlag Schiele & Schön, Berlin 1993, ISBN 3-7949-0546-6, S. 395.
  4. ↑ Ursula Völker, Katrin Brückner: Von der Faser zum Stoff – Textile Werkstoff- und Warenkunde. 35., aktualisiert Auflage. Verlag Dr. Felix Büchner. Hamburg 2014, ISBN 978-3-582-05112-7, S. 161.
  5. ↑ Fabia Denninger, Elke Giese: Textil- und Modelexikon. Bd. L–Z.8., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-87150-848-9, S. 753.
  6. ↑ Alfons Hofer: Stoffe 2 – Gewebe, Bindung. Maschenstoffe. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-87150-799-7, S. 477.
  7. ↑ Fabia Denninger, Elke Giese: Textil- und Modelexikon. Bd. L–Z.8., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-87150-848-9, S. 754.
  8. ↑ Marcus Oliver Weber, Klaus-Peter Weber: Wirkerei und Strickerei – Technologien - Bindungen - Produktionsbeispiele. 6., völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-86641-299-6, S. 203.
  9. ↑ Ursula Völker, Katrin Brückner: Von der Faser zum Stoff – Textile Werkstoff- und Warenkunde. 35., aktualisiert Auflage. Verlag Dr. Felix Büchner. Hamburg 2014, ISBN 978-3-582-05112-7, S. 163.
  10. ↑ Alois Kießling, Max Matthes: Textil-Fachwörterbuch. Verlag Schiele & Schön, Berlin 1993, ISBN 3-7949-0546-6, S. 309.
  11. ↑ Alfons Hofer: Textil- und Modelexikon. Band 2, L–Z. 7., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-87150-518-8, S. 954.
  12. ↑
  13. ↑ Patent DE2900935C2: Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Velour-Nadelfilzbahnen. Angemeldet am 11. Januar 1979, veröffentlicht am 16. Oktober 1986, Anmelder: Oskar Dilo Maschinenfabrik KG, Erfinder: Richard Dilo.‌
  14. ↑ Alfons Hofer: Textil- und Modelexikon. Band 2, L–Z. 7., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-87150-518-8, S. 979.
  15. ↑ Fabia Denninger, Elke Giese: Textil- und Modelexikon. Bd. L–Z.8., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-87150-848-9, S. 755.
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