
Veprinac ist ein Ortsteil der Küstenstadt Opatija in Kroatien, dessen mittelalterliche Kirchen und Befestigungsanlagen hoch über dem Meer in über 500 Metern Seehöhe liegen.
Der Name der Ortschaft leitet sich möglicherweise vom Stechenden Mäusedorn (kroatisch Veprina) ab, der in dieser Gegend sehr häufig vorkommt. Im Laufe der Geschichte waren die Bezeichnungen Veprinaz, Vepriniz, Vaprinitz, Vapriano und Apriano (italienische Bezeichnung) für den Ort Veprinac in Verwendung.
In Veprinac sind vorrömische und römische Überreste nachweisbar. Das Kastell war ein Glied in der Festungskette Kastav – Veprinac – Mošćenice – Brseč entlang der istrischen Ostküste und diente seit jeher als Zufluchtsort für die Küstenbewohner. Im Jahr 1374 wird Veprinac im Testament des Hugo von Duino erstmals schriftlich erwähnt. Ende des 14. Jahrhunderts kam Veprinac unter die Herrschaft der Habsburger. Im 15. Jahrhundert wurde das Gebiet um Veprinac unter die Verwaltung der Orte Kastav und Mošćenice gestellt.
Aus dem Jahr 1507 ist das wertvolle Rechtsdokument Veprinački zakon in glagolitischer Schrift und kroatischer Sprache erhalten. Die Gemeindeordnung von Veprinac ähnelte demnach jener von Kastav und Mošćenice. Zwölf Svetnika (Räte) wurden jeweils am 6. Jänner durch das Einritzen der Stimmen auf einem Holzbrettchen gewählt. Die Stadt wurde vom Župan od leta (Präfekt für ein Jahr), dem Richter und seinem Assistenten geleitet. Dreimal im Jahr kam der Kapitän in die Stadt, um größeren Gerichtsverfahren vorzusitzen, die in der St. Annenkirche oder später in der Stadtloggia abgehalten wurden. Die glagolitische Schrift wurde bis ins 18. Jahrhundert verwendet.
Der ab 1880 aufstrebende Kurort Opatija wurde von Veprinac aus mit Milch, Holz und anderen landwirtschaftlichen Produkten versorgt. Kutschenfahrten in den Bergort gehörten zum Angebot für die Kurgäste.