Verlustsystem

Verkehrsbilanz in der Nachrichtentheorie

Ein Verlustsystem ist in der Verkehrstheorie ein System, das nicht zu jedem Zeitpunkt dem Angebot gewachsen ist. Wenn die Leistung des Systems (auch Belastung genannt) übersteigt, wird der Restverkehr abgewiesen, da die für den Aufbau der Verbindung benötigten technischen Einrichtungen nicht zur Verfügung stehen. Dies können Leitungen, Kanäle, Kopplungsanordnungen oder sonstige Ressourcen sein. Die Leistung ist das Produkt der Belegungen pro Stunde und der mittleren Belegungsdauer .

(in Erlang)

Die meisten vermittlungstechnischen Anlagen (z. B. EWSD) arbeiten nach dem Prinzip des Verlustsystems.

Im Gegensatz zu Wartesystemen haben Verlustsysteme keinen Warteraum zum Zwischenspeichern von eintreffenden Aufträgen.

Verlust

In einem Verlustsystem werden zwei Arten von Verlust unterschieden:

  1. Verlust (Restverkehr / Verkehrswert des Angebotes) und
  2. Hemmung (Verkehrswert des Restes / Verkehrswert der Leistung), seit etwa 1975 veraltet.

Beide Arten lassen sich ineinander umrechnen:

Bei den ehemaligen analogen Vermittlungsstellen der Deutschen Telekom wurde anhand tolerierbarer Verluste die Bemessung von Leitungsbündeln vorgenommen.

Bemessungsbeispiele

Ansatz: = 1000/60 Anrufe/min = 16,7 Anrufe/min
Gesucht Poisson-Verteilung mit 1-F(x)<0,01
Lösung: F(26) = 0,988 → 1-F(X)< 0,01. Bei einer Anzahl von 26 Leitungen erhalten weniger als 1 % der Teilnehmer einen Besetztton.
Ansatz: Das Angebot beträgt (1000*2 min)/60 min = 33 Erlang
Gesucht Erlang-B-Verteilung mit B(N, 33) mit B(N,33) < 0,01
Lösung: B(45,33) < 0,009 (nach ). Bei einer Anzahl von 45 Leitungen und einer mittleren Belegungsdauer von 2 Minuten erhalten weniger als 1 % der Teilnehmer einen Besetztton

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Gerd Siegmund: Technik der Netze. 5. Auflage, Hüthig.
  2. 1 2 Technische Anweisung der Deutschen Bundespost: TAnw FTZ 136 R 23 1 D 40