Verma-Modul

In der Mathematik ist der Verma-Modul (benannt nach dem indischen Mathematiker Daya-Nand Verma) ein unendlich-dimensionaler Modul über der universellen einhüllenden Algebra einer Lie-Algebra, aus dem sich die endlich-dimensionalen Darstellungen eines gegebenen höchsten Gewichts gewinnen lassen.

Konstruktion

Sei 𝔤 eine komplexe halbeinfache Lie-Algebra, 𝔥 eine Cartan-Unteralgebra, R das Wurzelsystem mit R+ als Menge der positiven Wurzeln. Für jedes α∈R+ wählen wir ein Xα∈𝔤α und Yα∈𝔤−α.

Zu einem Gewicht λ:𝔥→ℂ konstruiert man den Verma-Modul Wλ als Quotient

Wλ:=U(𝔤)/Iλ

der universellen einhüllenden Algebra U(𝔤) nach dem Linksideal Iλ erzeugt von allen Elementen der Form

Xα,α∈R+

und

H−λ(H)1,H∈𝔥.

Für einen Vektor höchsten Gewichts v∈Wλ ist die durch

Φ(x)=x⋅v

definierte Abbildung Φ:U(𝔤)→Wλ ein surjektiver Homomorphismus.

Beispiel sl(2,C)

Wir betrachten das Beispiel 𝔤=𝔰𝔩(2,ℂ). Für 𝔥 wählen wir den Aufspann von H=(100−1).

Für ein beliebiges m∈ℂ definieren wir λ:𝔥→ℂ durch λ(H)=m. Wir wählen X=(0100) und Y=(0010).

Dann wird der Verma-Modul Wλ von linear unabhängigen Vektoren v0,v1,v2,… erzeugt und U(𝔤) wirkt durch

X⋅vj=j(m−(j−1))vj−1,Y⋅vj=vj+1,H⋅vj=(m−2j)vj.

Wegen X⋅vm+1=0 ist der von vm+1,vm+2,… aufgespannte Untervektorraum ein invarianter Unterraum. Der Quotient von Wλ nach diesem Unterraum gibt die endlich-dimensionale Darstellung von 𝔤=𝔰𝔩(2,ℂ) mit höchstem Gewicht λ.

Universelle Eigenschaft

Zu jeder Darstellung V von 𝔤, deren höchstes Gewicht λ ist, gibt es einen surjektiven Lie-Algebren-Homomorphismus Wλ→V.

Literatur