
Eine Verschraubung dient dem Verbinden von Einzelteilen mit Innen- und Außengewinde. Im einfachsten Fall handelt es sich um eine Verbindung einer Schraube mit einer Mutter.
In der Sanitär-, Heizungs- und Kältetechnik bezeichnet Verschraubung eine lösbare Verbindung in einer Schlauch- oder Rohrleitung. Die Verschraubung erlaubt es, die Rohrleitung zur Wartung oder zum Umbau zerstörungsfrei aufzutrennen.
Bei Verwendung einer elastischen Dichteinlage kann die Verschraubung auch einen gewissen Winkelversatz der angeschlossenen Rohrleitungen ausgleichen.
Anschluss- oder Halbe Verschraubungen bestehen in der Regel aus
Demgegenüber besteht eine eigenständige Verschraubung aus
Nachdem die Überwurfmutter über den Stutzen mit Kragen geschoben wurde, wird sie auf den Stutzen mit Außengewinde geschraubt, so dass sie beim Anspannen beide Stutzen mit den Stirnseiten aufeinander presst. Die Stutzen werden rückseitig jeweils mit einer Schlauch- oder Rohrleitung verschraubt, verlötet, verpresst, verklemmt oder verschweißt.
Eine Übergangsverschraubung verbindet Rohrleitungen aus unterschiedlichen Materialien miteinander.
Eine Durchgangsverschraubung
Bei flachdichtenden Verschraubungen wird ein Dichtring zwischen den planebenen Stirnseiten der Stutzen eingelegt, siehe auch Flachdichtung.
Seltener werden die Stirnseiten der Rohrleitungen plan geschliffen, um selbst als Dichtfläche zu dienen. Die Stutzen werden dann vollständig auf die mit einem Außengewinde versehene Rohrleitung geschraubt, und die Dichtscheibe liegt zwischen den Stirnseiten der Rohrleitungen.
Alternativ können die Enden der Stutzen konisch oder konvex/konkav ausgebildet sein. Bei ausreichend guter Passung der zwei konischen oder leicht gewölbten Dichtflächen und ausreichend kräftiger Pressung kommen diese ohne zusätzliches Dichtmittel aus.
Insbesondere bei Verschraubungen in Heizkreisläufen werden auch konvex geformte Konen eingesetzt, die mit dem kegelförmigen Gegenpart zunächst nur linienförmigen Kontakt haben; dieser vergrößert sich beim Anziehen der Verschraubung zu einer streifenförmigen Kontaktfläche mit wachsender Breite (s. Abbildung). Diese können auch eine gewisse Winkelabweichung der angeschlossenen Rohrleitungen ausgleichen.
Im Heizungsbau setzt sich vermehrt der Eurokonus nach EN 16313 durch, der aus einer kegelförmigen metallischen Dichtfläche mit zusätzlichem O-Ring besteht.
Gelegentlich wird bei eigentlich metallisch dichtenden Verschraubungen zusätzlich Dichtpaste oder Dichthanf verwendet, z. B. wenn die Verbindung aufgrund starker Belastung und wechselnder Spannungen in der Rohrleitung ohne Dichtmittel undicht wurde.
Bei Rohrleitungsverbindungen sind Verschraubungen bis zur Nennweite DN 40 (1 1/2 Zoll) und Nenndrücken bis zu mehreren hundert bar einsetzbar. Bei größeren Dimensionen werden Flanschverbindungen bevorzugt, da diese von mehreren Gewindebolzen zusammengehalten werden, die einfacher zu lösen sind als die große Überwurfmutter einer Verschraubung. Demgegenüber sind bei kleinen Rohr-Nennweiten Verschraubungen materialsparender und einfacher herzustellen.
Bei Wasserinstallationen werden je nach Rohrwerkstoff und Ausführung alternativ auch Klemmring-, Quetsch- oder Holländerverschraubungen eingesetzt.
Im Lebensmittelbereich werden Rohrverschraubungen mit „Milchrohrgewinde“ nach DIN 11851 eingesetzt. Bei diesen Gewinden handelt es sich um einfach zu reinigende Rundgewinde nach DIN 405.
In der Kältetechnik werden aufgebördelte Metallrohre mit stumpfen Konus verschraubt.
In der Sanitärtechnik bestehen Rohrleitungsverschraubungen überwiegend aus Messing oder Rotguss. Seit der neuen Trinkwasserverordnung werden auch häufiger Edelstahlverschraubungen montiert, zuvor auch verzinkte Tempergussfittinge.
Im Heizungsbau werden auch unverzinkte schwarze Fittinge aus Temperguss eingesetzt.
In der Hydraulik werden in Europa heute größtenteils Schneidringverschraubungen mit Mutter und Schneidring eingesetzt.
Bedingt durch den vermehrten Einsatz amerikanischer und japanischer Baumaschinen setzen sich in Europa jedoch auch Verschraubungen ohne „Schneidring“ durch, bei denen die Gewindeanschlüsse zöllig sind (British Standard Pipe (BSP) oder JIC) und mit einem Dichtkonus versehen (60° bei BSP oder 74° bei JIC).
In der Elektroinstallation werden Verschraubungen eingesetzt, um Kabel zugentlastet und wasserdicht in Abzweigdosen, Verteiler o. ä. einzuführen (Kabelverschraubung). Bis 2004 besaßen solche Verschraubungen das PG-Gewinde, heutzutage werden sie mit metrischem Gewinde gefertigt.