
Die Vestiner (lateinisch Vestini) waren ein italischer Volksstamm im Gebiet der heutigen Abruzzen in Mittelitalien. Ihr Siedlungsgebiet lag zwischen den Flüssen Aterno und Pescara und umfasste Teile des zentralen Apennins. Sie gehörten zur Gruppe der sabellischen Stämme und waren sprachlich dem oskisch-umbrischen Zweig der italischen Sprachen zuzuordnen.
Das Gebiet der Vestiner erstreckte sich im Binnenland Mittelitaliens und war geprägt durch gebirgige Landschaften. Wichtige Siedlungsräume lagen entlang der Flusstäler, die landwirtschaftliche Nutzung ermöglichten und als Verkehrswege dienten.
Im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. gerieten die Vestiner zunehmend unter den Einfluss der Römischen Republik. Sie wurden in das römische Bündnissystem eingebunden (socii) und behielten zunächst eine begrenzte Autonomie, waren jedoch verpflichtet, militärische Unterstützung zu leisten.
Während des Bundesgenossenkriegs (91–88 v. Chr.) beteiligten sich die Vestiner am Aufstand italischer Bundesgenossen gegen Rom. Nach der Niederschlagung des Aufstands erhielten sie das römische Bürgerrecht und wurden vollständig in den römischen Staat integriert.
Die Vestiner gehörten zur sabellischen Kulturgruppe und standen benachbarten Völkern wie den Sabinern und Samniten nahe. Ihre Sprache zählt zu den oskisch-umbrischen Sprachen, die im vorromanischen Italien verbreitet waren.
Archäologische Funde, darunter Inschriften und Siedlungsreste, geben Hinweise auf soziale Strukturen und religiöse Praktiken. Im Zuge der Romanisierung ging die eigenständige kulturelle Identität der Vestiner allmählich verloren.
Antike Autoren berichten über die Vestiner, darunter: