VfL Schildesche

VfL Schildesche
Vereinslogo
Basisdaten
Name Verein für Leibesübungen
Schildesche von 1897 e.V.
Sitz Bielefeld-Schildesche,
Nordrhein-Westfalen
Gründung 1897
Farben rot-weiß
1. Vorsitzender Oliver Stüwe
Website vfl-schildesche.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Jan Barkowski
Spielstätte Röwekamp-Sportarena
Plätze 1000
Liga Kreisliga A Bielefeld
2024/25 6. Platz
Heim
Auswärts

Der VfL Schildesche (vollständiger Name: Verein für Leibesübungen Schildesche von 1897 e.V.) ist ein Sportverein aus dem Bielefelder Stadtteil Schildesche. Die erste Fußballmannschaft spielt seit dem Aufstieg im Jahre 2022 in der Kreisliga A. In der Saison 1949/50 spielte der Verein ein Jahr in der höchsten westfälischen Amateurliga.

Geschichte

Strukturelle Entwicklung

Der Verein wurde im Mai 1897 als Arbeiterturnverein Deutsche Eiche Schildesche gegründet. Dieser trat im Jahre 1904 dem Arbeiterturnerbund bei. Ein Jahr später spaltete sich die Turngemeinde Schildesche ab. Im Jahre 1912 wurde eine Fußballabteilung gegründet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde im Jahre 1919 der Vereinsname in Freie Turnerschaft Schildesche geändert. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde die Freie Turnerschaft verboten und aufgelöst. Die Mitglieder schlossen sich dem im Jahre 1913 gegründeten Verein SV Schildesche an, der auch als SpVgg Schildesche bekannt ist. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der heutige VfL Schildesche als gemeinsamer Nachfolgeverein der SpVgg und der Turngemeinde Schildesche gegründet. Die Turngemeinde Schildesche spaltete sich im Jahre 1950 wieder vom VfL ab.

Die Fußballer der Freien Turnerschaft Schildesche traten unter dem Namen Vorwärts Schildesche an und nahmen ab dem Jahre 1920 am Spielbetrieb des Arbeiter-Turn- und Sportbundes teil. In den Jahren 1922, 1925 1926 und 1930 wurde Vorwärts Schildesche Meister des Bezirks Bielefeld. Nach dem erzwungenen Zusammenschluss gelang im Jahre 1935 der Aufstieg in die zweitklassige Bezirksklasse, die auch als Gauklasse bekannt war. Größter Erfolg war der vierte Platz in der Saison 1936/37. Neben Fußball umfasst der VfL Schildesche noch eine Laufgruppe, eine Wandergruppe und eine Schwimmabteilung. In früheren Zeiten gab es noch die Abteilungen Gymnastik, Theater, Tischtennis und Turnen.

Sportlicher Werdegang

Der VfL spielte ab 1945 zunächst mit mäßigem Erfolg in der Bezirksklasse Bielefeld und wurde im Jahre 1949 Meister mit einem Punkt Vorsprung auf den TBV Lemgo und den SV Brackwede. Als Zweiter der Aufstiegsrunde hinter dem SV Sodingen erreichten die Schildescher die Landesliga, die damals die höchste Amateurliga in Westfalen war. Trotz eines zwölften Platzes musste die Mannschaft absteigen, da die Landesliga von einer zweigleisigen in eine eingleisige Spielklasse umgewandelt wurde. Dabei hatte der VfL ebenso wie SuS 13 Recklinghausen den schlechteren Torquotienten gegenüber Teutonia Lippstadt. Darüber hinaus scheiterten die Schildescher an ihrer Heimschwäche, da sie neun ihrer 13 Saisonniederlage auf eigenem Platz hinnehmen mussten, darunter ein 0:8 gegen den SC Hassel. Zwei Jahre später wurden die Schildescher Vorletzter in der 2. Landesliga Ost und mussten in die Bezirksklasse absteigen. Im Jahre 1953 wäre der VfL beinahe in die Kreisklasse durchgereicht worden, konnte dies aber durch einen 6:2-Sieg im Entscheidungsspiel gegen den SV Avenwedde verhindern.

Erst 1957 gelang nach zwei dritten Plätzen die Rückkehr in die nunmehr viertklassige Landesliga unter Trainer Hans Sachs. Sportliche Höhepunkten waren die vierten Plätze in den Jahren 1963 und 1968 sowie die knappe 2:3-Niederlage nach Verlängerung im Westdeutschen Pokal 1958 gegen Preußen Münster vor über 2000 Zuschauern. Im Jahre 1964 ging es nach einer 0:1-Entscheidungsspielniederlage gegen den TuS Brake/Lippe im neutralen Oerlinghausen wieder zurück in die Bezirksklasse. Der direkte Wiederaufstieg wurde verpasst. Das Entscheidungsspiel gegen die punktgleiche DJK Gütersloh wurde im neutralen Stadion Brackwede mit 2:5 verloren. Erst 1967 gelang die Rückkehr in die Landesliga, wo der VfL auf Anhieb Vierter wurde. 1972 stiegen die Schildescher erneut ab. Die Mannschaft beendete die Saison punktgleich mit TuRa Löhne und SuS Herford. Die angesetzte Entscheidungsrunde endete in einem Patt, da alle drei Mannschaften jeweils ein Spiel gewinnen konnten und die Tordifferenz nicht zählte. Die Runde wiederholt und weil die Schildescher beide Spiele verloren folgte der Abstieg. Es folgten mehrere Jahre in der Bezirksliga, wo die zwischenzeitlich von Ex-Profis wie Ernst Kuster und Bernd Spiekerkötter trainierten Schildescher zwischen 1974 und 1977 viermal in Folge Dritter wurden.

Im Jahre 1981 stieg die Mannschaft in die Kreisliga A ab. Zwischen 1989 und 1994 sowie von 1998 bis 2002 spielte der VfL nochmal in der Bezirksliga. Im Jahre 2000 verpasste die von Heiko Meier trainierte als Vizemeister hinter der TSG Harsewinkel den Aufstieg in die Landesliga. Im Jahre 2014 verpasste der VfL als Vizemeister hinter dem SC Bielefeld 04/26 den Bezirksligaaufstieg. Zwei Jahre später musste die Mannschaft aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem SV Gadderbaum in die Kreisliga B absteigen und wurde dort 2017 Vizemeister hinter dem SC Babenhausen. Im Jahre 2022 gelang der Wiederaufstieg in die Kreisliga A.

Frauenfußball

Die Abteilung Frauenfußball wurde im Jahre 1980 gegründet. Auf Anhieb gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Bezirksliga, die bis 1988 gehalten werden konnte. Erst 1992 gelang der Wiederaufstieg in die Bezirksliga, dem 1998 der Sprung in die Landesliga folgte. Zwei Jahre später stieg das Team wieder in die Bezirksliga ab und musste 2004 in die Kreisliga absteigen. Fünf Jahre später ging es wieder rauf in die Bezirksliga, wo im Jahre 2017 der Abstieg folgte. Der Mannschaft gelang daraufhin der direkte Wiederaufstieg.

Stadion

Röwekamp-Sportarena

Heimspielstätte ist seit 2004 die Röwekamp-Sportarena. Der Sportplatz war zuvor als Sportplatz am Viadukt bekannt und hat eine Spielfläche aus Kunstrasen. Der Sportplatz befindet sich im Osten von Schildesche an der Talbrückenstraßen in unmittelbarer Nähe des Schildescher Viadukts und der Westseite des Bielefelder Obersees. Die Anlage wurde mit Hilfe eines Investors Anfang der 2000er Jahre gebaut. Neben dem Sportplatz befindet sich noch das Vereinsheim.

Die ersten Spiele wurden in den 1910er Jahren auf dem Marktplatz an der Beckhausstraße ausgetragen. Im Jahre 1920 übernahm der Verein vom VfB 03 Bielefeld den Sportplatz Theesen-Süd, bevor sechs Jahre später der Sportplatz am Johannisbach bezogen wurde. Hierbei handelte es sich um einen Ascheplatz mit wenig Naturrasen an den Seitenauslinien. In den 1990er Jahren stellte sich heraus, dass der Aschebelag mit Dioxin belastet war, woraufhin der Belag ausgetauscht wurde. Der alte Platz am Johannesbach wurde abgetragen und mit Wohnungen bebaut.

Statistik

Erfolge

Saisonbilanzen

Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg während rot unterlegte Platzierungen auf Abstiege hinweisen.

SaisonLigaLevelPlatzTorePunkte
1945/46Bezirksklasse 1II8.41:5319:21
1946/47Bezirksklasse 1II7.26:3214:20
1947/48Bezirksklasse 1III7.52:4421:23
1948/49Bezirksklasse 1III1.62:2936:12
1949/50Landesliga 1III12.49:5929:31
1950/512. Landesliga 2IV9.42:6022:30
1951/522. Landesliga 2IV14.32:7719:37
1952/53Bezirksklasse 1IV13.48:7724:36
1953/54Bezirksklasse 1IV8.62:6233:31
1954/55Bezirksklasse 1IV3.81:5344:20
1955/56Bezirksklasse 1IV3.75:4036:16
1956/57Bezirksklasse 1V1.92:2447:9
1957/58Landesliga 1IV7.56:5227:29
1958/59Landesliga 1IV7.45:4431:25
1959/60Landesliga 1IV9.43:4328:32
1960/61Landesliga 1IV5.74:5440:24
1961/62Landesliga 1IV7.74:6432:32
1962/63Landesliga 1IV4.46:3537:23
1963/64Landesliga 1IV14.31:4225:35
1964/65Bezirksklasse 2V2.78:2347:13
1965/66Bezirksklasse 2V3.100:5047:17
1966/67Bezirksklasse 2V1.66:3441:15
1967/68Landesliga 1IV4.50:3436:24
1968/69Landesliga 1IV11.49:5328:32
1969/70Landesliga 1IV7.42:3830:30
1970/71Landesliga 1IV11.35:3328:32
1971/72Landesliga 1IV14.28:4426:34
SaisonLigaLevelPlatzTorePunkte
1972/73Bezirksklasse 2V7.51:3833:27
1973/74Bezirksklasse 2V3.45:1937:19
1974/75Bezirksklasse 2V3.44:2338:18
1975/76Bezirksklasse 2V3.51:2641:19
1976/77Bezirksklasse 2V3.52:4136:24
1977/78Bezirksklasse 2V10.55:4529:31
1978/79Bezirksliga 2VI10.53:4626:34
1979/80Bezirksliga 2VI11.54:5629:31
1980/81Bezirksliga 2VI16.42:9314:46
1981/82Kreisliga A2VII7.:30:30
1982/83Kreisliga A2VII9.:25:35
1983/84Kreisliga A2VII7.:32:28
1984/85Kreisliga A2VII4.:34:26
1985/86Kreisliga A2VII13.:23:37
1986/87Kreisliga A2VII3.:41:19
1987/88Kreisliga A2VII2.:41:19
1988/89Kreisliga A2VII1.:46:14
1989/90Bezirksliga 2VI12.36:4826:34
1990/91Bezirksliga 2VI13.35:4827:33
1991/92Bezirksliga 2VI12.25:4225:35
1992/93Bezirksliga 2VI8.34:3928:32
1993/94Bezirksliga 2VI3.73:4939:21
1994/95Bezirksliga 2VII14.36:5821:35
1995/96Kreisliga A2VIII2.:61
1996/97Kreisliga A2VIII2.:72
1997/98Kreisliga A2VIII1.:75
1998/99Bezirksliga 2VII3.67:4052
SaisonLigaLevelPlatzTorePunkte
1999/00Bezirksliga 2VII2.68:3856
2000/01Bezirksliga 2VII13.43:6535
2001/02Bezirksliga 2VI15.29:7315
2002/03Kreisliga AVIII10.:39
2003/04Kreisliga AVIII4.48:3555
2004/05Kreisliga AVIII7.54:4945
2005/06Kreisliga AVIII9.54:4935
2006/07Kreisliga AVIII6.59:6644
2007/08Kreisliga AVIII8.68:6739
2008/09Kreisliga AIX6.60:4739
2009/10Kreisliga AIX5.76:5752
2010/11Kreisliga AIX12.60:6936
2011/12Kreisliga AIX5.76:5752
2012/13Kreisliga AIX10.54:5938
2013/14Kreisliga AIX2.73:4568
2014/15Kreisliga AIX8.62:5141
2015/16Kreisliga AIX14.46:8630
2016/17Kreisliga B2X2.76:4360
2017/18Kreisliga B1X3.85:4664
2018/19Kreisliga B2X8.68:7548
2019/20Kreisliga B2X3.47:311,83
2020/21Kreisliga B2XSaison annulliert
2021/22Kreisliga B1X1.124:2482
2022/23Kreisliga AIX5.82:4659
2023/24Kreisliga AIX9.73:5940
2024/25Kreisliga AIX7.61:4844
2025/26Kreisliga AIX6.76:6547

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 125 Jahre VfL Schildesche. (PDF) VfL Schildesche, abgerufen am 26. Juli 2022.
  2. ↑ Chronik. Turngemeinde Schildesche, abgerufen am 22. August 2017.
  3. ↑ Christian Wolter: ATSB-Meisterschaft 1922 komplett. Arbeiterfussball.de, abgerufen am 25. Februar 2018.
  4. ↑ Christian Wolter: ATSB-Meisterschaft 1925 komplett. Arbeiterfussball.de, abgerufen am 25. Februar 2018.
  5. ↑ Christian Wolter: ATSB-Meisterschaft 1926 komplett. Arbeiterfussball.de, abgerufen am 25. Februar 2018.
  6. ↑ Christian Wolter: ATSB-Meisterschaft 1930 komplett. Arbeiterfussball.de, abgerufen am 25. Februar 2018.
  7. ↑ Markus Fiesseler: 100 Jahre Fußball in Nordrhein-Westfalen. AGON Sportverlage, Kassel 1997
  8. ↑ Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1945 - 1952. Hövelhof 2011, S. 111.
  9. ↑ Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952 - 1958. Hövelhof 2012, S. 26.
  10. ↑ Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken: Fußball in Westdeutschland 1952 - 1958. Hövelhof 2012, S. 272.
  11. ↑ Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken (Hrsg.): Fußball in Westdeutschland 1963/64–1965/66. 2018, S. 72, 178.
  12. ↑ Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken (Hrsg.): Fußball in Westdeutschland 1966/67–1969/70. 2023, S. 75, 180.
  13. ↑ Deutscher Sportclub für Fußball-Statistiken (Hrsg.): Fußball in Westdeutschland 1970/71–1973/74. 2025, S. 194.
  14. ↑ Hans-Jürgen Heide (Hrsg.): Die Fußball-Chronik: Von Montevideo bis Ostwestfalen-Lippe. 2007.
  15. ↑ VfL Schildesche. Tabellenarchiv.info, archiviert vom Original; abgerufen am 14. Juni 2022.

Koordinaten: 52° 3′ 9,5″ N, 8° 34′ 14,9″ O