Victor Fontaine

Victor Fontaine (* 1923 in Saarlouis; † 1995 ebenda) war ein deutscher Maler und Bildhauer.

Leben

Nach einer Lehre als Bauzeichner in den Jahren 1938 bis 1941 wurde Fontaine zum Kriegsdienst eingezogen und geriet in Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit nahm er in Tschechien Kunstunterricht bei Paul Dierkes und Jan Bontjes van Beek. Ab 1949 studierte er an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken bei Boris Kleint und Anneliese Braunmüller.

Im Jahr 1956 richtete er sich ein Atelier für Kunst im öffentlichen Raum in Merzig-Hilbringen ein. Vier Jahre später legte er die Meisterprüfung an der Staatlichen Werkkunstschule für Keramik bei Hubert Griemert in Höhr-Grenzhausen ab.

Von 1963 bis 1988 unterrichtete er als Kunsterzieher an der Berufsschule in Völklingen, an der Fachschule für Sozialpädagogik in Saarbrücken und am Hochwaldgymnasium in Wadern. Zwischen 1968 und 1973 betrieb er mit Eberhardt Killguss in Dillingen das „Atelier für Gestaltung“. Fontaine war Mitglied der Künstlergruppe „Untere Saar“ und deren langjähriger Vorsitzender.

Fontaine starb 1995 in Saarlouis.

Werk

Der Saarlouiser Maler Victor Fontaine verfolgte abseits der aktuellen Strömungen konsequent seinen eigenen Weg von gegenständlichen Anfängen in die Abstraktion. Frühe Zeichnungen von Anfang der 1940er Jahre zeigen Fontaines zeichnerisches Können. Ersten Kontakt zur Kunst hatte er während der Kriegsjahre und der Gefangenschaft, als er Malkurse bei den Künstlern Paul Dierkes und Jan Bontjes van Beek besuchte, die ihn mit modernen Bildideen vertraut machten. Im Studium an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk legte Fontaine den Schwerpunkt auf keramisches Gestalten und baute sein Wissen und er Folge an der Staatlichen Werkschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen aus.

Bis in die 1950er- und 1960er-Jahre waren seine malerischen Werke zeichenhaft und expressiv. In der Malerei verwendete er entweder spitze, dreieckige Formen in starker Farbigkeit. In den während der 1960er Jahre ausgeführten Arbeiten in öffentlichen Bauten bevorzugt Fontaine kantige, geometrische Formen. In seiner Malerei löste Fontaine sich Mitte der 1950er Jahre vom gegenständlichen Motiv, blieb aber im Gegenständlichen verhaftet. Zunehmend tauchten in den Werken ab den 1970er-Jahren auch Kreis auf, die Farbpalette wurde kühler. Ende der 1970er Jahre malte Fontaine eine Serie von Bildern, in denen er die Formen zunehmend zersplitterte. Nachdem Fontaine in den 1980ern immer wieder zu gegenständlicheren Arbeiten mit figurativen Antielen zurückgekehrt war, kehrte er in seinem Spätwerk wieder zur geometrischen Flächengliederung seiner Anfangszeit zurück. Rund- und Ovalformen in starken Kontrastfarben bestimmen die Werke in den letzten Jahren.

Auszeichnungen

Ausstellungen (Auswahl)

Fontaine wurde in zahlreichen Einzel und Gruppenausstellungen gezeigt.

Einzelausstellungen

Gruppenausstellungen

Werke im öffentlichen Raum (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Günter Scharwath: Das große Künstlerlexikon der Saar-Region. Geistlich Saarbrücken 2015, S. 259 f.
  2. ↑ Petra Wilhelmy: Victor Fontaine: Abstrakte Landschaften. In: Weltsichten. Alfons Fontaine, Victor Fontaine, Karl Michaely, Paul Rihm und Max Ziegert zum 100. Geburtstag. Ludwig Galerie Saarlouis, Saarlouis 2023, S. 30
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 Fontaine, Victor, Künstlerlexikon, Institut für aktuelle Kunst, abgerufen am 17. Dezember 2025
Personendaten
NAME Fontaine, Victor
KURZBESCHREIBUNG deutscher Maler und Bildhauer
GEBURTSDATUM 1923
GEBURTSORT Saarlouis
STERBEDATUM 1995
STERBEORT Saarlouis