
Victor Gelu (* 12. September 1806 in Marseille; † 2. April 1885 ebenda) war ein französischer Schriftsteller und Liedtexter okzitanischer Sprache.
Victor Gelu wuchs anfänglich in gut situierten Verhältnissen auf. Sein freiheitsliebender, ständig unangepasster Charakter ließ ihn früh gegen das katholisch geprägte Schulwesen aufbegehren. Er musste die Schule verlassen und wurde antiklerikal. Als er mit 16 Jahren den Vater verlor, stand die Familie bald mittellos dar. Gelu wurde im Klima der Restauration Republikaner und Sozialist und drückte seine Frustration in okzitanischen Gedichten und Liedern aus, die 1840 erstmals gesammelt erschienen. 1854 verlor er sein einziges Kind im Alter von 3 Jahren. Danach schrieb er den Roman Nouvé Grané (Noël Granet), der heute als ein Meisterwerk gilt, zu seinen Lebzeiten in Frankreich wegen der als Patois verschrienen okzitanischen Sprache, in der er abgefasst war, nicht erscheinen konnte und auch 1886 ohne Resonanz blieb. Selbst als der Félibrige, der seine Bedeutung erkannt hatte, ihn zur Mitarbeit einlud, wehrte er sich als Sozialist gegen die Solidarisierung mit den überwiegend royalistischen Felibristen, die er als Reaktionäre verachtete. 1878 lehnte er die Aufnahme in die Académie de Marseille ab.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gelu, Victor |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Schriftsteller und Liedtexter okzitanischer Sprache |
| GEBURTSDATUM | 12. September 1806 |
| GEBURTSORT | Marseille |
| STERBEDATUM | 2. April 1885 |
| STERBEORT | Marseille |