Ein Videobook ist ein digitales Angebotsformat, das Videosequenzen, Bildergalerien, interaktive Grafiken und vertiefende Texte zu einer vielschichtigen, multimedialen Erzählung zusammengeführt. Videobooks zeichnen sich durch eine zweidimensionale Navigationsstruktur aus: Durch das Wischen gelangen die Nutzerinnen und Nutzer von einem Kapitel zum nächsten; dies ermöglicht die grundlegende Erzählstruktur. Das Scrollen ermöglicht, die einzelnen Kapitel zu vertiefen. Die visuellen Erzählelemente stehen dabei im Vordergrund. Sie werden durch ausführliche Texte oder Originaldokumente ergänzt. Vertrieben werden Videobooks entweder in Form einer einzelnen App oder in Form einer Container App, welche mehrere Videobooks zusammenfasst, oder sie werden als eigenständige, themenorientierte Website angeboten. Videobooks finden ihre Anwendung oft als Bestandteil einer transmedialen Erzählstruktur, indem zu diesem Zweck ein Hauptwerk (Film, Buch) für ein Videobook adaptiert und mit weiteren multimedialen Elementen ergänzt wird. Sie eignen sich dank ihrer Multimedialität, der Navigations- und Erzählstruktur insbesondere auch für Histotainment.
«VideoBook» (mit grossem V und grossem B) wurde 1982 von Barry R. Pyatt, dem Eigentümer der Filmproduktionsfirma «Studio 21» aus Yorkshire, im Vereinigten Königreich (UK) registriert und verwendet. VideoBook war die Marke, der Handelsname und der Stil für Videofilme von lokalem Interesse und für den Verkauf. «VideoBook» wurde bis 2003 von «Studio 21» in Grossbritannien und Spanien kommerziell genutzt. Im Jahr 2004 gründete Pyatt AngelFilms in Spanien, das die Marke übernahm. Im Jahr 2005 wurde AngelFilms-UK gegründet, und im Jahr 2008 wurden VideoBook-Produkte in Grossbritannien neu auf den Markt gebracht.
Der Name «Videobook» (ohne grosses B in der Wortmitte) hat sich als Standardbegriff für eine digitale Präsentationsform durchgesetzt, bei der Video im Zentrum des Angebots steht. Erste Formen und Veröffentlichungen von Videobooks erschienen im deutschsprachigen Raum im Jahr 2010 mit der Einführung des iPads, welches das Wischen und Scrollen als Grundnavigation intuitiver darbot. Im November 2013 veröffentlichte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) als Begleitmedium zur TV-Serie „Die Schweizer“ mehrere vertiefende Videobooks in den vier Landessprachen.
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