Viljo Anslan (* 6. April 1937 in Tallinn; † 28. Oktober 2017 ebenda) war ein estnischer Seemann und Schriftsteller.
Anslan ging bis 1954 in Tallinn zur Schule und absolvierte eine Funkerausbildung bei der Luftwaffe der Sowjetarmee in Odessa. Ab 1954 fuhr er zur See, später machte er noch eine Ausbildung zum Bootsmann und arbeitete in dieser Funktion bis 1986 im estnischen Fischereiwesen. Nach einem Intermezzo als Berufsschullehrer in Tallinn fuhr er Anfang der 1990er Jahre erneut zur See und widmete sich danach vornehmlich dem Schreiben.
Anslan war seit 1995 Mitglied des Estnischen Schriftstellerverbands.
Anslans Reisereportagen, die er später zu Erzählungen und Romanen ausbreitete, erschienen seit den frühen 1960er Jahren in Zeitschriften. Aus ihnen stellte er 1970 auch sein Debüt zusammen, dem er zahlreiche Romane folgen ließ. Sie beschreiben anfänglich nahezu ausschließlich die Seefahrt und das Leben der Seeleute und lassen in ihren faktenreichen Darstellungen des Seemannsalltags „eine untergegangene Welt“ entstehen, wie es auch die Welten von „Herman Melville oder Joseph Conrad“ waren. Manche seiner Bücher, die gelegentlich auch mit der Seefahrt verbundene Kriminalität behandeln, sind in die Nähe eines Naturalismus von Ernst Peterson-Särgava, Jaan Oks oder August Jakobson gerückt worden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Anslan, Viljo |
| KURZBESCHREIBUNG | estnischer Seemann und Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 6. April 1937 |
| GEBURTSORT | Tallinn |
| STERBEDATUM | 28. Oktober 2017 |
| STERBEORT | Tallinn |