Digitale Kunst (Universität für angewandte Kunst Wien)

Klasse für Digitale Kunst
Gründung1984
GründerPeter Weibel, Oswald Oberhuber
Professur 1984–1999: Peter Weibel
1999–2001: Karel Dudesek
2002–2006: Thomas Fürstner
2007–2010: Virgil Widrich
2010–2023: Ruth Schnell
seit 2023: Ubermorgen (Liz Haas, Luzius Bernhard)
ZugehörigkeitUniversität für angewandte Kunst Wien
StandortExpositur Postsparkasse, Wien, Österreich
Websitedigitalekunst.click

Die Digitale Kunst Klasse an der Universität für angewandte Kunst Wien ging aus der 1984 gegründeten ersten Meisterklasse für Medienkunst im deutschsprachigen Raum hervor. Bis 2004 war sie intern unter dem Namen VisMed (Meisterklasse für visuelle Mediengestaltung) bekannt. Die Klasse gilt als Wegbereiterin der Medienkunst im deutschsprachigen Raum und hat zahlreiche bekannte Medienkünstlerinnen und Medienkünstler hervorgebracht. Die Universität für angewandte Kunst Wien gilt international als eine der führenden Kunstuniversitäten im Bereich künstlerischer Forschung.

Geschichte

Die Meisterklasse für Visuelle Mediengestaltung wurde 1984 auf Initiative von Peter Weibel und des damaligen Rektors Oswald Oberhuber gegründet und war damit die erste Meisterklasse für Medienkunst im deutschsprachigen Raum. Weibel, der seit 1976 an der damaligen Hochschule für angewandte Kunst Wien lehrte, übernahm die Professur und Leitung der neuen Klasse. Sie legte einen Grundstein für die Entwicklung der Medienkunst in Österreich.

Von 1999 bis 2001 leitete Karel Dudesek die Klasse, ab 2002 Thomas Fürstner als Professor. Im Zuge der Studienreform 2004 wurde der Fachbereich in Digitale Kunst umbenannt.

Von 2007 bis 2010 war Virgil Widrich Leiter der Abteilung.

Von 2010 bis 2023 übernahm Ruth Schnell die Professur der Klasse. Seit Herbst 2023 hält die Künstlergruppe Ubermorgen (Liz Haas und Luzius Bernhard) die Professur und Leitung der Abteilung inne.

2017 würdigte die Universität für angewandte Kunst Wien Weibels jahrzehntelanges Wirken mit der Gründung des Peter-Weibel-Forschungsinstituts für digitale Medienkulturen, das auf einer Schenkung von über 1.150 Exponaten aus seinem Archiv basiert.

Studium

Die Lehrinhalte umfassen die Konvergenz der Medien Fotografie, Film, Video und Computer. Behandelt werden die formale Grammatik der Medien, Geschichte und Theorie der Medienkunst, Game-Engines, Netzkunst, interaktive Installationen und Interface Design sowie Radio- und Fernsehformate. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erprobung künstlerischer Produktionsmethoden sowie auf kollaborativem und gesellschaftskritischem Arbeiten. Die Abteilung erschließt dabei kontinuierlich neue Felder künstlerischer Praxis und lotet Möglichkeiten digitaler Technologien wie Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Blockchain und Online-Performance für die Weiterentwicklung künstlerischer Produktion aus.

Die Klasse für Digitale Kunst ist ein Studienzweig des Diplomstudiums Medienkunst und umfasst 240 ECTS-Punkte bei einer Mindeststudiendauer von 8 Semestern. Das Studium gliedert sich in zwei Abschnitte – der erste Abschnitt (2 Semester) dient der künstlerischen Orientierung, der zweite (6 Semester) der Vertiefung. Die Lehre findet projektbasiert in Ateliers, Studios und Laboren statt.

Zulassung

Die Zulassung zum Studienzweig Digitale Kunst setzt die positive Absolvierung einer künstlerischen Zulassungsprüfung voraus. Diese besteht aus dem Online-Upload eines digitalen Portfolios als Grundlage der Vorauswahl sowie einem zweiten Teil, zu dem erfolgreiche Bewerberinnen und Bewerber per Einladung zugelassen werden und der je nach Abteilung in Wien oder per Videokonferenz stattfindet.

Bekannte Lehrende und Absolventen

Einzelnachweise

  1. ↑ KI und Zukunft: Die Abteilung für Digitale Kunst der Angewandten zeigt jüngste Arbeiten im Rahmen der Foto Wien. In: APA Science. 21. Oktober 2025, abgerufen am 1. April 2026.
  2. ↑ Angewandte gründet Peter-Weibel-Forschungsinstitut. In: science.ORF.at. 4. Oktober 2017, abgerufen am 1. April 2026.
  3. ↑ Universität für angewandte Kunst Wien. In: Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF). Abgerufen am 1. April 2026.
  4. ↑ Universität für angewandte Kunst Wien startet mit acht neuen Professuren ins neue Studienjahr. In: Universität für angewandte Kunst Wien. 25. September 2023, abgerufen am 1. April 2026.
  5. ↑ Peter-Weibel-Archiv. In: Kunstsammlung und Archiv der Universität für angewandte Kunst Wien. Abgerufen am 1. April 2026.
  6. ↑ Angewandte gründet Peter-Weibel-Forschungsinstitut. In: science.ORF.at. 4. Oktober 2017, abgerufen am 1. April 2026.
  7. ↑ Karel Dudesek. In: V2_ Lab for the Unstable Media, Rotterdam. Abgerufen am 1. April 2026.
  8. ↑ Mythos Medienkunst: Karel Dudesek | Versorgerin. Abgerufen am 18. April 2017.
  9. ↑ basis wien – Thomas Fürstner. Abgerufen am 18. April 2017.
  10. ↑ Digitale Kunst. In: Universität für angewandte Kunst Wien. Abgerufen am 1. April 2026.
  11. ↑ Universität für angewandte Kunst Wien. In: widrichfilm.com. Abgerufen am 1. April 2026.
  12. ↑ Inszenierung und neue Medien / Presentation and New Media. In: Springer. 2011, abgerufen am 1. April 2026.
  13. ↑ Biografie. In: Ruth Schnell. Abgerufen am 1. April 2026.
  14. ↑ Ruth Schnell. In: Vienna Digital Cultures. Abgerufen am 1. April 2026.
  15. ↑ Künstlerinnengespräch mit Ruth Schnell. In: Kunsthalle Wien. 14. Mai 2025, abgerufen am 1. April 2026.
  16. ↑ Universität für angewandte Kunst Wien startet mit acht neuen Professuren ins neue Studienjahr. In: Universität für angewandte Kunst Wien. 25. September 2023, abgerufen am 1. April 2026.
  17. ↑ Angewandte gründet Peter-Weibel-Forschungsinstitut. In: science.ORF.at. 4. Oktober 2017, abgerufen am 1. April 2026.
  18. ↑ Hearings Professur Digitale Kunst. In: Universität für angewandte Kunst Wien. Abgerufen am 1. April 2026.
  19. ↑ KI und Zukunft: Die Abteilung für Digitale Kunst der Angewandten zeigt jüngste Arbeiten im Rahmen der Foto Wien. In: APA Science. 21. Oktober 2025, abgerufen am 1. April 2026.
  20. ↑ Curriculum Diplomstudium Medienkunst. (PDF) In: Universität für angewandte Kunst Wien. 2023, abgerufen am 1. April 2026.
  21. ↑ Bewerbung. In: Universität für angewandte Kunst Wien. Abgerufen am 1. April 2026.
  22. ↑ Admissions. In: Digitale Kunst, Universität für angewandte Kunst Wien. Abgerufen am 1. April 2026.