Vogeler

Holzschnitt von Jost Amman, 1568

Vogeler ist ein deutscher Familienname.

Herkunft und Bedeutung

Vogeler ist der Berufsname für einen Vogelfänger, beziehungsweise der Übername für einen Beizjäger. Er fing Vögel, um sie zu verkaufen oder abzurichten wie ein Falkner. Ælfric Grammaticus nannte zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert als Beute unter anderem den Habicht, Adler, Milan, Kranich, Reiher, Storch, Amsel, Ringel- und Hohltaube, Schwan, Drossel, Wasservögel und manchmal Jungvögel, aber auch Sperlinge, Gänse, Hähne und Hühner, Wachteln, Fledermäuse, Käuze, Turteltauben, Dohlen, Schopflerchen, Eulen und weitere. Im Mittelhochdeutschen begegnet uns die heute noch gültige Wortgestalt Vogel mit der genauen Bedeutung jagdbarer Vogel, Schwimmvogel, also Gans, Ente.

Die Vogeljagd war eine Tätigkeit, die der Legende nach auch von König Heinrich dem Vogeler (* 876, † 2. Juli 936) ausgeübt wurde. Kaiser Friedrich II. (* 26. Dezember 1194, † 13. Dezember 1250) schrieb in seinem Buch Über die Kunst mit Vögeln zu jagen über die Falknerei und Vogelkunde.

Frühe Nennungen und Berufsbezeichnungen

Weitere Formen

Namensträger

Einzelnachweise

  1. ↑ Matthias von Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Leipzig 1872–1878
  2. ↑ Georg Friedrich Benecke, ausgearbeitet von Wilhelm Müller und Friedrich Zarncke: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch, Leipzig 1854–1866
  3. ↑ Dr. Johann Ernst Rudolph Kaeuffer: Geschichte von Ost-Asien, Leipzig 1860
  4. ↑ Jost Amman: Auceps. Der Vogler, 1568
  5. ↑ Rudolf Zoder: Familiennamen in Ostfalen, Hildesheim 1968
  6. 1 2 Karl Ernst Demandt: Regesten der Grafen von Katzenelnbogen 1060-1486, Textstelle, Selbstverlag der Historischen Kommission für Nassau, Wiesbaden 1986, ISBN 3-922244-14-9
  7. ↑ Agrippa von Nettesheim: Ungewißheit und Eitelkeit aller Künste und Wissenschaften, LXXVII. Vom Jagen und Vogelstellen, Köln 1527
  8. ↑ Joseph von Hammer-Purgstall: Geschichte der goldenen Horde in Kiptschak, Wien 1840
  9. ↑ Jacob Grimm: Geschichte der Deutschen Sprache, Frankfurt 1848
  10. 1 2 Franz von Kobell: Wildanger Digitalisat. Projekt Gutenberg (deutsch).
  11. ↑ Timothy Lewis: Glossary of Mediæval Wélsh Law, Celtic Series III, S. 195, Manchester 1913
  12. ↑ Ælfric Grammaticus: Colloquium, C, 95, O, Julius Zupitza: Die ursprüngliche Gestalt von Älfrics Colloquium, Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Literatur 31, S. 40, Berlin 1886
  13. ↑ Matthias von Lexer: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, S. 293, Stuttgart 1974
  14. ↑ Albert Heintze: Die Deutschen Familiennamen: geschichtlich, geographisch, sprachlich, Berlin 1908
  15. 1 2 3 4 5 6 Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854–1960
  16. ↑ Ælfric Grammaticus: Glossar, 539, Hans Kurath: Middle English Dictionary 4, S. 839–840, Michigan 2001
  17. ↑ Ælfric Grammaticus: Colloquium, 67, 3, Julius Zupitza: Ælfrics Grammatik und Glossar, Sammlung englischer Denkmäler in kritischer Ausgaben 1, S. 301–302, Berlin 1880
  18. ↑ Annales Palidenses, Pöhlde um 1182, in Georg Heinrich Pertz: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores in folio 16, Annales aevi Suevici, S. 61, Stuttgart 1859, in Georg Waitz: Jahrbücher des Deutschen Reichs unter König Heinrich I., Berlin 1863
  19. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Hans Kurath: Middle English Dictionary 4, S. 839–840, Michigan 2001
  20. 1 2 3 4 Percy Hide Reaney und Richard Middlewood Wilson: A dictionary of English surnames, S. 1215, Hildenborough 1976
  21. ↑ Manfred Kliem: Zeittafel Fredersdorf-Vogelsdorf (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) (PDF; 38 kB), Fredersdorf
  22. ↑ Sächsische Weltchronik, um 1260, in Hans Ferdinand Maßmann: Das Zeitbuch des Eike von Repgow in ursprünglich niederdeutscher Sprache, Stuttgart 1857
  23. ↑ Schweizerische Benediktinerkongregation: Idea, Durch neunfaches Bündnis gesichert (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive), Sankt Gallen 1702
  24. ↑ Dr. Heinrich Rückert: Lohengrin: Zum Erstenmale kritisch, Quedlinburg und Leipzig 1858
  25. ↑ Königliche Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen: Nachrichten, Göttingen 1856
  26. ↑ Lohengrin, in Codex Palatinus Germanicus 345, Bl. 79 links, Str. 317, Bayern 1283–1289
  27. ↑ W. Uhl: Heinrich der Vogler. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 787–790.
  28. 1 2 3 Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon, Hamburg 1976
  29. ↑ Joseph Meyer: Meyers Konversations-Lexikon, Vogler (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive), Gotha 1885–1892
  30. ↑ Hannes Obermair, Bozen Süd - Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500, Bd. 1, Bozen 2005, S. 341f. Nr. 694.
  31. ↑ Werner Rösener: Jagd und höfische Kultur im Mittelalter, Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 135, Seite 273, Göttingen 1997
  32. ↑ Voglhof Gemeinde Kirchdorf an der Amper
  33. ↑ Konrad Wutke und August Meitzen: Codex diplomaticus Silesiae, Band 4, Seite 217, Breslau 1857–1933
  34. ↑ Thomas Lirer: Schwäbische Chronik, Ulm am 12. Januar 1486
  35. ↑ Bernd Hopke und Edwin Kretzschmann: Chronik der Stadt Annaburg (Lochau) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive), Annaburg
  36. ↑ August Friedrich Pott: Die Personennamen, insbesondere die Familiennamen und ihre Entstehungsarten unter Berücksichtigung der Ortsnamen, Leipzig 1859