Volker Bialas (* 18. Oktober 1938 in Berlin) ist ein deutscher Wissenschaftshistoriker und Philosoph. Er befasst sich besonders mit dem Leben und Werk des Astronomen Johannes Kepler.
Volker Bialas promovierte nach naturwissenschaftlichen, philosophischen und historischen Studien in Berlin, Marburg und München 1968 an der TU München über die Rudolphinischen Tafeln von Johannes Kepler und habilitierte sich drei Jahre später mit einer Arbeit über Genauigkeitsuntersuchungen von Planetenbeobachtungen der frühen Neuzeit. Er war seit 1981 außerplanmäßiger Professor an der TU München und 1985 bis 2003 Wissenschaftlicher Leiter der Herausgabe von Keplers Gesammelten Werken an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Bialas ist Mitglied der Arbeitsgruppe „Johannes Kepler“ der Internationalen Astronomischen Union und war Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte bis Jahresende 2012. Bialas war Mitglied des Beirats der Humanistischen Union.
In seinen Forschungsarbeiten zu Johannes Kepler hat Bialas den wissenschaftlichen Nachlass von Kepler neu erschlossen und in wesentlichen Teilen erstmals ediert. Kepler wird von ihm nicht nur als großer Astronom und Mathematiker, sondern auch als Philosoph gewürdigt. Durch die Akzentuierung seines philosophisch-ganzheitlichen Denkens setzt Bialas bewusst einen Kontrapunkt zum herkömmlichen Kepler-Bild.
Astronomiegeschichte ist für Bialas in die Kulturgeschichte der Menschheit eingebettet. Ihr Teilgebiet Archäoastronomie sollte daher neben astronomischen Deutungen auch den sakralen Bezug steinerner Monumente aus Neolithikum und Bronzezeit bedenken.
Der Asteroid (318723) Bialas ist nach ihm benannt.
| Personendaten | |
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| NAME | Bialas, Volker |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Wissenschaftshistoriker und Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 18. Oktober 1938 |
| GEBURTSORT | Berlin |