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Volksgrenadier-Division | |
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| Aktiv | 20. Juli 1944 bis 8. Mai 1945 |
| Staat | |
| Streitkräfte | Wehrmacht |
| Teilstreitkraft | Heer |
| Truppengattung | Infanterie |
| Typ | Infanteriedivisionen ab Aufstellungsdatum 20.07.1944 |
| Gliederung | |


Volksgrenadier-Division war die Sammelbezeichnung für Infanterie-Divisionen, die ab dem 20. Juli 1944 von der deutschen Wehrmacht zum Ausgleich der schweren Verluste im Zuge der Invasion in der Normandie und des Zusammenbruchs der Heeresgruppe Mitte an Stelle der bisherigen Infanterie-Divisionen aufgestellt oder aufgefrischt wurden.
Die Volksgrenadier-Divisionen wurden anfangs aus regulären Einheiten des Front- und des Ersatzheeres aufgestellt. In den letzten Monaten des Krieges wurden sie aus Schulen des Heeres, Alarmverbänden und versprengten Soldaten gebildet. Luftwaffensoldaten und Angehörige der Kriegsmarine wurden zu Luftwaffenfeld-Divisionen und Marineinfanterie-Divisionen zusammengefasst und den alliierten Truppen entgegengestellt. Ab Februar 1945 wurde bereits der Jahrgang 1928 und einen Monat später auch der Jahrgang 1929 zum Wehrdienst einberufen. 16-jährige kamen im Rahmen der Aktion „Heimat an die Front“ in Ersatz- und Ausbildungsdivisionen an die Front und sollten wie völlig unausgebildete Hitlerjungen im Volkssturm auch das Reich vor der Niederlage bewahren.
Nach den schweren Verlusten im Sommer 1944 in Frankreich und an der Ostfront und der Ernennung Heinrich Himmlers zum Oberbefehlshaber des Ersatzheeres wurden sogenannte Volksgrenadier-Divisionen aufgestellt, die truppenrechtlich und disziplinarisch dem Reichsführer SS unterstanden und damit teilweise dem Zugriff der Wehrmachtführung entzogen waren. Dies war die Reaktion auf die Beteiligung von Militärs an dem Umsturzversuch am 20. Juli 1944. Die Volksgrenadier-Divisionen gehörten de facto in den Tätigkeitsbereich des SS-Führungshauptamtes, dem auch die Waffen-SS unterstand.
Mit der Bezeichnung Volks- sollte die Verbundenheit der Wehrmacht und des deutschen Volkes unterstrichen werden. Dieser Propagandazug war umso notwendiger, als tatsächlich viele Volksdeutsche der „Volksliste III“ und „IV“ in diese Verbände eingezogen worden waren, die sich oft aus materiellen Beweggründen, insbesondere höhere Lebensmittelzuteilungen, zum „Deutschtum“ bekannt hatten. Die intensive ideologische Beeinflussung und harte disziplinarische Maßnahmen sollten die Zuverlässigkeit der Volksgrenadier-Divisionen gewährleisten. Im Kampfeinsatz kam es jedoch aufgrund der teilweise mangelhaften Ausbildung und mangelnder Erfahrung zum Teil zu schweren Verlusten. Insbesondere an der Westfront wurde dies durch die absolute Luftüberlegenheit der Alliierten verstärkt.
Die Volksgrenadier-Divisionen wurden Ende 1944 vor allem im Westen eingesetzt. Im März kämpften zwei Volksgrenadier-Divisionen bei Kaiserslautern (siehe Operation Undertone).
Die Volksgrenadier-Divisionen umfassten nur sechs statt der üblichen neun Bataillone der bisher aufgestellten Infanterie-Divisionen. Sie waren somit auch kleiner als diese. Weil die hohen Verluste in der Endphase des Zweiten Weltkrieges nicht mehr vollständig ersetzt werden konnten, entsprach die Stärke der Volksgrenadier-Divisionen in etwa der echten Stärke vieler der älteren Infanterie-Divisionen. Die Volksgrenadier-Divisionen wurden nur unzulänglich bewaffnet.
Divisionsstab mit
3 Grenadierregimenter zu je
Divisionsfüsilierkompanie (wie Grenadier-Kp, allerdings auf Fahrrädern beweglich gemacht)
Panzerjägerabteilung mit
Die 2. Kompanie hieß ab Oktober 1944 Panzerjäger-Kp, ab Februar 1945 Jagdpanzer-Kp. Die Ausrüstung mit Sturmgeschützen war nicht einheitlich, teilweise kamen auch andere Pak auf Selbstfahrlafetten zum Einsatz. Generell richtete sich die Ausrüstung der gesamten Panzerjägerabteilung nach dem verfügbaren Material und war sehr uneinheitlich.
Artillerieregiment mit
Pionierbataillon mit 2 Kompanien (teilmot.)
Nachrichtenabteilung (gekürzt) mit
Feldersatzbataillon mit
Sanitätskompanie (teilmot.)
Krankenkraftwagenkompanie
Kommandeur der Div. Nachschubtruppen (Kodina, wird Ende 1944 Divisions-Versorgungs-Regiment) mit
Veterinärkompanie (bespannt)
Feldpostamt (teilmot.)
Ende 1944 wurden die noch bestehenden Volksgrenadier-Divisionen in Infanterie-Divisionen 45 umgegliedert.
In den letzten Kriegswochen wurden weitere, eilig zusammengeraffte Kampfeinheiten gebildet, die Bezeichnungen wie Volkswerfer-Brigaden oder Volksartilleriekorps erhielten. Wie schon die Bezeichnung „Volksgrenadier“ auf das alte Preußen verwies, wurden in der Schlussphase des Krieges Verbände mit Namen berühmter Deutscher gebildet. Clausewitz, Ferdinand von Schill, Ulrich von Hutten, Scharnhorst, Theodor Körner, Albert Leo Schlageter lauten die Namen der letzten vom Heer neu aufgestellten Verbände. Im April 1945 wurde schließlich noch aus fanatisierten NS-Funktionären das Freikorps Adolf Hitler gebildet. Auch diese Verbände waren jedoch größtenteils nur mit alten Gewehren, aber auch mit automatischen Waffen, vor allem dem neu entwickelten Sturmgewehr 44 und Panzerfäusten ausgerüstet. Artillerie, Panzer, Sturmgeschütze fehlten ebenso wie Pioniergerät.
Die Volksgrenadier-Divisionen wurden hauptsächlich in der Ardennenoffensive, bei der Verteidigung des Westwalls sowie an der Ostfront eingesetzt. Danach wurden sie in Kämpfen innerhalb des Reichsgebietes eingesetzt.
Der Kampfwert der Volksgrenadierdivisionen ist gemeinhin als sehr unterschiedlich zu betrachten. Teilweise bestand das Stammpersonal (Unteroffizierkorps und Offizierskorps) aus kampferfahrenen Veteranen (z. B. 272. Volksgrenadierdivision, 12. Volksgrenadierdivision) und einem, für die späte Kriegsphase, hohen Ausbildungsstand bzw. Erfahrungsgrad der Mannschaften, so dass der Kampfwert als hoch angesehen werden kann. Beispielsweise wurde die 272. Volksgrenadierdivison aus Teilen der in der Normandie zerschlagenen, kampferfahrenen 91. Infanteriedivision (Luftlande) aufgestellt, deren Kommandeur König der erste Kommandeur der 272. Volksgrenadierdivison wurde.
Hingegen wurde beispielsweise der Kampfwert der 708. Volksgrenadierdivision gemeinhin als gering eingeschätzt. Dies ist auf den durchschnittlich niedrigeren Altersschnitt des Offizier- und Unteroffizierkorps und der hieraus mangelnder Erfahrung zurückzuführen. Weiterhin wurde der Mannschaftsbestand bei dieser Division mit bis zur Aufstellung vom Wehrdienst freigestellten verhältnismäßig alten und jungen Mannschaften aufgestellt, sodass die Division schnell zerschlagen wurde. Ebenso verhielt es sich mit der 361. Volksgrenadierdivision.
Insofern kann festgestellt werden, dass der Kampfwert einer Volksgrenadierdivsion sehr uneinheitlich anzusetzen war, was die Führung im Gefecht auf Ebene der Armee deutlich erschwerte.
Siehe auch