Ein Vorverstärker (auch Vorstufe oder Preamp genannt – englisch: preamplifier, kurz preamp) ist ein Verstärker für Messtechnik, Sensorik oder Audio- und Videotechnik, der die Aufgabe hat, Eingangssignale von unterschiedlichen elektrischen Quellen so anzupassen, dass die nachfolgende Stufe (z. B. die Endstufe) in ihrem optimalen Arbeitsbereich arbeitet.
Die Anpassung kann sich beziehen auf:
Je nach Anforderung können Vorverstärker als eigene Geräte ausgeführt oder in ein übergeordnetes Gerät (also z. B. in einen Vollverstärker oder ein Messgerät) integriert sein.
Beispiele sind
Vorverstärker werden auch in der Audioaufzeichnung ohne nachgeschaltete Endstufe angewendet.
Grundsätzlich arbeiten Vorverstärker, soweit sie analog arbeiten, im Kleinsignalbetrieb. Das bedeutet, dass nur ein kleiner Abschnitt des geraden Teiles der Kennlinie des verwendeten aktiven Bauelements ausgesteuert wird. Dies ermöglicht es Vorverstärkern, außerordentlich geringe Oberwellenanteile zu erzeugen.
Qualitätsmerkmale von Vorverstärkern sind in der Regel:
Für Audioanwendungen sind relative Bandbreiten (Verhältnis der oberen zur unteren Grenzfrequenz) von drei Dekaden minimales Kriterium. In der Hochfrequenztechnik sind die zu verstärkenden relativen Bandbreiten regelmäßig sehr viel kleiner. Stattdessen stehen Rauscharmut und hohe Übersteuerungsfestigkeit (Verhältnis zwischen nominaler und maximaler Eingangsspannung) im Vordergrund der Optimierung.
Fast immer verfügen Vorverstärker über Stellglieder, die Verstärkung, Ausgangsspannung, spektrale Anteile usw. definiert ändern können. Diese Stellglieder sind in der analogen „Welt“ meistens Potentiometer (regelbare Widerstände) oder veränderliche Kondensatoren (z. B. im UKW-Eingangsteil eines Rundfunkempfängers). In der Digitaltechnik werden z. B. Multiplizierer verwendet.