Vulcanops

Vulcanops

Künstlerische Lebendrekonstruktionen verschiedener 2018 entdeckter ausgestorbener Tiere, Vulcanops ist mit der Nummer 3 markiert.

Zeitliches Auftreten
Unteres Miozän
19 bis 16 Mio. Jahre
Fundorte

Neuseeland

Systematik
Säugetiere (Mammalia)
Höhere Säugetiere (Eutheria)
Fledertiere (Chiroptera)
Hasenmaulartige (Noctilionoidea)
Mystacinidae
Vulcanops
Wissenschaftlicher Name
Vulcanops
Hand, Beck, Archer, Simmons, Gunnell, Scofield, Tennyson, Pietri, Salisbury und Worthy, 2018
Arten

Vulcanops jennyworthyae

Vulcanops ist eine ausgestorbene Gattung der Fledertiere, welche während des unteren Miozäns auf dem Gebiet des heutigen Neuseelands vorkam. Die Fossilien wurden in der Bannockburn-Formation in der Region Otago auf der Südinsel von Neuseeland gefunden und von Hand et. al erstbeschrieben. Die einzige beschriebene Art der monotypischen Gattung ist Vulcanops jennyworthyae.

Entdeckung und Namensgebung

Die Fossilien von Vulcanops stammen aus Ablagerungen der Bannockburn-Formation in der Region Otago, welche wiederum auf der Südinsel Neuseelands liegt. Der Name Vulcanops setzt sich aus Vulcan, was von Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers und der Vulkane, sowie aus dem Suffix -ops zusammen, welcher häufig in der zoologischen Namensvergabe von Fledertieren verwendet wird. Dieser Name verweist zum einen auf die vulkanische Aktivität Neuseelands und zum anderen auf das historische Vulcan-Hotel im Zentrum des Weilers St. Bathans, von dem sich der Name der St. Bathans-Fauna ableitet. Der Artname V. jennyworthyae wurde zur Ehrung von Jenny P. Worthy gewählt, welche entscheidend zur Entdeckung der Artenvielfalt der St. Bathans-Fauna beigetragen hat.

Beschreibung

Das Gewicht von Vulcanops wird auf 39,8 bis 42,6 Gramm geschätzt. Die Gattung Vulcanops lässt sich anhand einiger Merkmale klar von ähnlichen Gattungen abgrenzen. So haben die unteren ersten und zweiten Backenzähne zum Beispiel einen äußerst hohen Entokonid, einen speziellen Höcker, welcher sich auf den unteren ersten und zweiten Backenzähnen befindet. Zudem hat Vulcanops auf den unteren hinteren Backenzähnen einen knolligen Höcker, einen Hypoconid. Darüber hinaus ist der dritte Molar von Vulcanops in der Länge und Breite auffällig reduziert.

Systematik

Anhand der festgestellten Merkmale konnten die Erstbeschreiber Vulcanops der Familie der Mystacinidae zuordnen, einer Familie, welche der Überfamilie der Hasenmaulartigen angehört, welche wiederum zu den Fledertieren (Chiroptera) gehören. Vulcanops war vermutlich nahe mit der Gattung Mystacina verwandt.

Paläoökologie

Die Bezahnung und Ernährung von Vulcanops war möglicherweise denen von manchen Lanzennasen (Phyllostominae) ähnlich, welche sich von Wirbellosen, Nektar, Früchten, Blumen und kleinen Wirbeltieren ernähren.

Wikispecies: Vulcanops – Artenverzeichnis

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Suzanne J. Hand, Robin M. D. Beck, Michael Archer, Nancy B. Simmons, Gregg F. Gunnell, R. Paul Scofield, Alan J. D. Tennyson, Vanesa L. De Pietri, Steven W. Salisbury, Trevor H. Worthy: A new, large-bodied omnivorous bat (Noctilionoidea: Mystacinidae) reveals lost morphological and ecological diversity since the Miocene in New Zealand. In: Scientific Reports. Band 8, Nr. 1, 10. Januar 2018, ISSN 2045-2322, S. 235, doi:10.1038/s41598-017-18403-w, PMID 29321543, PMC 5762892 (freier Volltext) – (nih.gov [abgerufen am 8. September 2026]).