Das Wissenschaftspropädeutisches Seminar (W-Seminar) ist ein Seminar in der gymnasialen Oberstufe des neunjährigen Gymnasiums sowie des Kollegs (= Gymnasien für den zweiten Bildungsweg mit Abschluss Abitur) in Bayern und eine Weiterentwicklung des W-Seminars des bayerischen achtjährigen Gymnasiums.
Das W-Seminar findet in der 12. und 13. Jahrgangsstufe statt, ist einem bestimmten Fachgebiet (z. B. Physik) zugeordnet und behandelt ein vorher festgelegtes Rahmenthema (z. B. die Physik des Fliegens). Es baut auf die Wissenschaftswoche mit Projekten in der Jahrgangsstufe 11 auf, in der die Schüler noch nicht auf ein Fach festlegt sind und führt über die Präsentation der Ergebnisse in 13/1 zu der Fähigkeit, wissenschaftlich zu denken und zu arbeiten, um so auf ein Studium an Universitäten oder Hochschulen oder eine Berufsausbildung vorzubereiten.
Jeder Schüler muss innerhalb dieses Rahmenthemas eine individuelle und unverfälschte Anfertigung einer Seminararbeit (früher als Facharbeit bezeichnet) erstellen, deren Umfang 10 bis 15 Textseiten umfassen soll. Titelseiten, Inhaltsverzeichnisse, Bibliographie und etwaige Anhänge zählen nicht zu diesem Umfang.
Nach Abgabe der Seminararbeit erfolgt eine Abschlusspräsentation mit anschließender Präsentation der Ergebnisse (mit Prüfungsgespräch) nach wissenschaftlichen Kriterien. Zweck der Präsentation ist die reflektierte Darstellung der wesentlichen Ergebnisse der Seminararbeit mit Einordnung in übergeordnete Zusammenhänge des Rahmenthemas.
Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen des W-Seminars systematisches Recherchieren und wissenschaftliches Arbeiten erlernen. Sie sollen fachwissenschaftliche Methoden kennenlernen und üben, sich mit künstlicher Intelligenz (KI) und intelligenter Anwendung von KI auseinandersetzen, grundlegende Formatierungsregeln der Textverarbeitung und weitere formale Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit sowie gelungenes Präsentieren erlernen und verfestigen, was für ihren Erfolg nach dem Schulabschluss von Bedeutung ist.
Dabei gibt es bei der Wahl des W-Seminars durch die Schülerinnen und Schüler Besonderheiten zu beachten.
In 12/1 und 12/2, nicht aber in 13/1, werden jeweils mindestens 2 kleine Leistungsnachweise gefordert. Die Lehrkräfte von W-Seminaren sollen sich abstimmen, um dem Gleichheitsgrundsatz für die Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden. Es können mündliche, schriftliche und praktische Leistungen bewertet werden, die auch zu Hause erstellt werden können, wenn es im Vorfeld so ausgemacht wurde.
Die Seminararbeit und die Abschlusspräsentation werden von der verantwortlichen Lehrkraft im Verhältnis 3 : 1 bewertet, dann durch 2 dividiert und gerundet, so dass eine maximale Gesamtpunktzahl von bis zu 30 Punkten zuerkannt wird, was die doppelte Punktzahl von 15 erreichbaren Punkten pro Einzelfach in der Notenskala der bayerischen Oberstufe entspricht. Dies beeinflusst bei 900 möglichen Punkten Gesamtpunktzahl die Durchschnittsnote auf der Zehntelkommastelle (Ausnahme: 1,0 ab 823 Gesamtpunkten bleibt 1,0).
Null Punkte in der Seminararbeit verhindern die Zulassung zum Abitur.
Jedes Schuljahr werden die besten Seminararbeiten nach Bewerbung durch Schülerinnen und Schüler verschiedener Fächer prämiert. Im Jahr 2025 vergab die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) 17 Preise an Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Themen wie zum Beispiel: