Wackelkamera

Wackelkamera beschreibt ein ästhetisches Ausdrucksmittel der Kameraführung, bei dem auf Stative oder Stabilisierungssysteme (wie Steadicam) verzichtet wird. Während die Technik in Actionfilmen oft genutzt wird, um Dynamik oder Chaos zu vermitteln, kommt sie im Independent-Film, im Drama oder in Mockumentarys häufig zum Einsatz, um Authentizität, dokumentarische Unmittelbarkeit und eine größere emotionale Nähe zum Geschehen zu erzeugen.

Technik

Ursprünglich wurden nur Handkameras verwendet, heute werden diese Effekte meist digital erzeugt.

Geschichte

Die Wackelkamera wurde bereits 1925 in z. B. Ewald André Duponts Varieté experimentell eingesetzt. In den 80er und 90er Jahren wurde sie bei Mainstream-Filmen vermehrt eingesetzt und erst kürzlich wiederentdeckt. So wurde sie beispielsweise bei Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis, Stargate Universe, Beverly Hills Cop – Ich lös’ den Fall auf jeden Fall, Stirb langsam 2, The Rock – Fels der Entscheidung, Jäger des verlorenen Schatzes, Das Bourne Ultimatum oder Operation: Kingdom angewendet.

Kritik

Die Wackelkamera gilt als umstritten. Inflationär eingesetzt wirkt sie auf viele Kinobesucher zu hektisch oder hysterisch. Die Handlungsstränge werden unterbrochen und die Konzentration auf die Geschichte wird gestört. Auch auftretende Kopfschmerzen oder Übelkeit wurden beobachtet. In Dokumentarfilmen hingegen ist sie eher akzeptiert.

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Jonas Mekas: A Note on the Shaky Camera. In: Film Culture, issues 24–27, 1962.
  2. ↑ Markus Kuhn: Das narrative Potenzial der Handkamera. In: uni-wuppertal.de. uni-wuppertal.de, abgerufen am 11. Dezember 2025.
  3. ↑ Unsteadicam chronicles. In: Observations on film art. Abgerufen am 9. Februar 2025.
  4. ↑ Roger Ebert: The Shaky-Queasy-Utimatum vom 22. August 2007 auf rogerebert.com, abgerufen am 2. Oktober 2009.
  5. ↑ Danielle Dellorto: Scary Movie Making Viewers Sick, CNN, 24. Januar 2008.