Wackelkamera beschreibt ein ästhetisches Ausdrucksmittel der Kameraführung, bei dem auf Stative oder Stabilisierungssysteme (wie Steadicam) verzichtet wird. Während die Technik in Actionfilmen oft genutzt wird, um Dynamik oder Chaos zu vermitteln, kommt sie im Independent-Film, im Drama oder in Mockumentarys häufig zum Einsatz, um Authentizität, dokumentarische Unmittelbarkeit und eine größere emotionale Nähe zum Geschehen zu erzeugen.
Ursprünglich wurden nur Handkameras verwendet, heute werden diese Effekte meist digital erzeugt.
Die Wackelkamera wurde bereits 1925 in z. B. Ewald André Duponts Varieté experimentell eingesetzt. In den 80er und 90er Jahren wurde sie bei Mainstream-Filmen vermehrt eingesetzt und erst kürzlich wiederentdeckt. So wurde sie beispielsweise bei Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis, Stargate Universe, Beverly Hills Cop – Ich lös’ den Fall auf jeden Fall, Stirb langsam 2, The Rock – Fels der Entscheidung, Jäger des verlorenen Schatzes, Das Bourne Ultimatum oder Operation: Kingdom angewendet.
Die Wackelkamera gilt als umstritten. Inflationär eingesetzt wirkt sie auf viele Kinobesucher zu hektisch oder hysterisch. Die Handlungsstränge werden unterbrochen und die Konzentration auf die Geschichte wird gestört. Auch auftretende Kopfschmerzen oder Übelkeit wurden beobachtet. In Dokumentarfilmen hingegen ist sie eher akzeptiert.