| Waco Model 10 | |
|---|---|
| Typ | Leichtflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Advance Aircraft Company und Waco Aircraft Company |
| Erstflug | April 1927 |
| Produktionszeit | 1927–1933 |
| Stückzahl | 1623 |

Die Waco Model 10 (auch Waco 10) war ein offenes Doppeldecker-Leichtflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Advance Aircraft Company, der seine Flugzeuge unter dem Handelsnamen Waco vermarktete. Ab Juni 1929 war der Herstellername dann Waco Aircraft Company. Mit 1623 Exemplaren, die zwischen 1927 und 1933 gebaut wurden, war die Waco 10 von den Stückzahlen her, das erfolgreichste Baumuster des Unternehmens überhaupt.
Die Waco 10 wurde im April 1927 der Öffentlichkeit vorgestellt, wonach bis zum Jahresende bereits über 360 Flugzeuge verkauft werden konnten. Für die Konstruktion der Maschine war hauptsächlich Charlie Meyers verantwortlich, während für die Serienfertigung Clayton Bruckner und Bud Schulenburg zuständig waren.
Wie sein Vorgänger Waco 9, war auch das Model 10 ein dreisitziger offener Doppeldecker. Als Antrieb wurde ebenfalls der Curtiss OX-5 Achtzylinder-V-Motor mit einer Leistung von 90 PS (66 kW) eingesetzt. Die Musterzulassung (Approved Type Certificate) erhielt die Waco 10 im Oktober 1927 unter der Nummer A.T.C.#13.
Die OX-5-Waco-10 wurde bis zur Erschöpfung der aus der Zeit des Ersten Weltkriegs stammenden OX-5-Triebwerksbestände, etwa bis 1930 gebaut. Die Produktion umfasste 1927 neben den OX-5-Maschinen: 15 OXX-6-Waco-10, 1 mit Hisso, 4 mit Ryan-Siemens (Siemens-Halske) und 19 mit J-5 Whirlwind. Hinzu kam noch eine kleine Anzahl von J-4-Whirlwind-Maschinen und ein Testexemplar, das mit einem Vierzylinder Fairchild-Caminez-Motor ausgestattet war.
Der Anfangspreis betrug 1927 ab Werk 2460 US-Dollar, wurde 1928 auf 2385 US-Dollar gesenkt und 1929 wieder auf 3145 US-Dollar erhöht. Edo-Schwimmer konnten für 1100 US-Dollar nachgerüstet werden.
Im Juni/Juli 1927 nahmen vier Waco 10 Sports (Waco ASO) an der Ford Air Tour teil, wo sie die Plätze 5, 7, 9 und 12 erreichten. Das 1927 Air Derby war ein weiterer Wettbewerb an dem die Whirlwind-Waco 10 teilnahm. Mit Charlie Meyers am Steuer erreichte eine Maschine den ersten Platz in der Class-B-Wertung, wobei die Strecke von 2352 Meilen in 30 Stunden und 23 Minuten zurückgelegt wurde. Zwei weitere Waco 10 erreichten die Plätze 6 und 7.
Das 1928er Air Derby, das von New York nach Los Angeles führte, beendete Tex Rankin mit einer OX-5-Waco auf dem fünften Platz, vor allen weiteren Maschinen mit dem gleichen Triebwerk.
Im April 1929 gab das Unternehmen bekannt, ab sofort sein Bezeichnungssystem so zu ändern, dass die PS-Zahl Hauptbestandteil des Namens wird. Die Waco 10 mit OX-5-Motor wurde nun als Waco 90 bezeichnet, die Hisso-Wacos wurden die Waco 150 und 180. Aus der Whirlwind 10-W wurde die Waco 220 Straightwing (Rechteckflügel), aus der Whirlwind 10-T (Waco Sports) die Waco 220 Taperwing (Trapezflügel). Die 1929 vorgestellten Waco 10 mit Wright J-6 Fünfzylindermotoren erhielt anfangs die Bezeichnung Waco 150 (mit Rechteckflügel) und Waco 300 (mit Trapezflügel).
Eine zweite grundlegende Änderung des Bezeichnungssystems führte Waco dann 1930 ein, wobei jetzt ein dreistelliger Buchstabencode verwundet wurde. Der erste Buchstabe charakterisierte das Triebwerk, der zweite stand für die Zellenauslegung und der dritte Buchstabe bezeichnete die „Serie“. Beim letzten Buchstaben wurden jedoch, wie an der zweiten Stelle, überwiegend Zellenauslegungen unterschieden. Insgesamt gab dieses System, bedingt durch seine nicht konsequente und nicht eindeutige Anwendung, von Beginn an Anlass für Fehlinterpretationen in der Literatur. Die Varianten sind nachfolgend in der Reihenfolge der Erteilung der Musterzulassung (Approved Type Certificate, ATC) aufgeführt.


Die Waco 10 war ein dreisitziger, offener Doppeldecker und zu Beginn der Entwicklung mit einem 90 PS leistenden Curtiss-OX-5-Motor ausgerüstet. Die zwei Passagiere saßen nebeneinander im vorderen Cockpit, während der Pilot den hinteren Sitz einnahm. Die Rumpfstruktur bestand aus einem mit geschweißten Stahlrohren gebildeten Fachwerk, das mit Holzstreifen in eine abgerundete Form gebracht und mit Stoff bespannt wurde. Die positive Staffelung (horizontaler Versatz) der beiden Tragflächen betrug 35,6 cm. Der vertikale Abstand zwischen den Flächen war 1,45 m groß.
Verbesserungen gegenüber dem Model 9 betrafen hauptsächlich das Fahrwerk, das nun statt der durchgehenden, eine geteilte Achse und ein neues Feder-Dämpfer-System mit oleo-pneumatischen-Stoßdämpfern erhielt. Diese fanden hier zum ersten Mal bei einem US-Flugzeug Verwendung. Als Hecksporn diente weiterhin eine Blattfeder-Kufe. Verändert wurde außerdem die Motorverkleidung, die das Triebwerk nun vollständig umschloss. Unverändert blieb bei den ersten Varianten der Wasserkühler, der weiterhin unter der Mitte der oberen Tragfläche im Luftstrom aufgehängt war. Der aerodynamische Ausgleich der Querruder und des Seitenruders bei der Waco 9, deren überhängende Form an Elefantenohren erinnerten, wurde bei dem neuen Modell nicht übernommen. Die Seitenruderflosse konnte zum Ausgleich des Propellerdrehmoments (Torque-Effekt) am Boden verstellt werden. Weiterhin wurde eine Vergrößerung de beiden Cockpits vorgenommen, wobei das vordere mit zwei nebeneinander liegenden Sitzen ausgestattete zusätzlich eine Rumpfklappe zur Erleichterung des Zugangs erhielt. Der hinten liegende Pilotensitz wurde mit einer stromlinienförmigen Kopfstütze versehen.
| Kenngröße | Daten der Basisversion mit OX-5-Triebwerk |
|---|---|
| Besatzung | 3 |
| Länge | 7,17 m |
| Spannweite | 9,33 m (oben), 8,97 m (unten) Flächentiefe: 1,59 m |
| Höhe | 2,75 m |
| Flügelfläche | 26,7 m², modifiziertes Aeromarine Profil |
| Leermasse | 545 kg |
| Startmasse | 919 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 155 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | 134 km/h |
| Landegeschwindigkeit | 59 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 3660 m |
| Reichweite | 616 km |
| Tankkapazität | 140 l |
| Triebwerke | 1 × Achtzylinder-V-Motor Curtiss OX-5 mit 90 PS (66 kW) |