
Wade Walton (* 10. Oktober 1923 in Lombardy, Mississippi, USA; † 10. Januar 2000 in St. Louis, Missouri, USA) war ein US-amerikanischer Bluesmusiker (Gitarre, Mundharmonika, Gesang), Erzähler und Bürgerrechtler aus Mississippi. Er war außerdem ein renommierter Barbier (englisch: barber), der etliche berühmte Musiker zu seinen Freunden, Kollegen und Kunden zählte.
Wade Walton wurde am 10. Oktober 1923 (manche Quellen geben 1919 als Geburtsjahr an) als sechzehntes von 17 Kindern auf Lee May’s Plantation in Lombardy (Mississippi) geboren und wuchs auf der Goldfield Plantation in der Nähe der Parchman Farm auf. Mit 12 Jahren begann er, Gitarre und Mundharmonika zu spielen; er lernte von seinen Brüdern Hollis und Frank Walton und befreundeten Bluesmusikern wie Tony Hollins. Walton spielte auf House Partys, im Vaudeville und gelegentlich für Strafgefangene. Er besuchte die Booker T. Washington High School in Memphis und erwarb die Qualifikation als Barber am Lupkin Barber College. 1943 trat er seine erste Stelle im Barbershop Big Six in Clarksdale (Mississippi) an.
In Clarksdale lernte Walton Ike Turner kennen und musizierte zeitweise in dessen Band Kings of Rhythm, bis Turner nach St. Louis (Missouri) zog. 1958 besuchten die Bluesforscher Dave Mangurian und Don Hill Walton in Clarksdale, zwei Jahre später dann Paul Oliver und Chris Strachwitz. Oliver veröffentlichte Gespräche mit Walton in seinem Buch Conversation with the Blues (1965), und Strachwitz veröffentlichte Aufnahmen der Musik Waltons auf dem Sampler I Have to Paint My Face (Arhoolie F 1005, 1960). 1962 nahm Walton auf Einladung Mangurians in Bergenfield (New Jersey) das Album The Blues of Wade Walton: Shake ’Em On Down (Bluesville BVLP 1060) auf, das 1963 herauskam.
Walton wurde bekannt als der „Blues Barber“. Während seiner Arbeit als Barbier spielte er den Blues nicht nur auf Gitarre und Mundharmonika, sondern begleitete sich und andere Musiker etwa durch rhythmisches Benutzen des Streichriemens. Zu seinen Kunden zählten unter anderem neben Ike Turner auch Howlin’ Wolf, Muddy Waters, Sonny Boy Williamson II. und Allen Ginsberg. Anfang der 1960er Jahre war Walton im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung in der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) aktiv.
Walton arbeitete im Big Six, bis er 1972 seinen eigenen Barbershop eröffnete, mit angeschlossener Coffee Bar. Sein Versuch, 1989 ins Nachtclubgeschäft einzusteigen, scheiterte. Danach hatte er einen neuen Barbershop. 1999 trat er beim Sunflower River Blues & Gospel Festival in Clarksdale auf.
Wade Walton starb am 10. Januar 2000 in St. Louis (Missouri) nach einer Operation.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Walton, Wade |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Bluesmusiker, Erzähler und Bürgerrechtler |
| GEBURTSDATUM | 10. Oktober 1923 |
| GEBURTSORT | Lombardy, Mississippi, St. Louis, Missouri, USA |
| STERBEDATUM | 10. Januar 2000 |
| STERBEORT | St. Louis, Missouri, St. Louis, Missouri, USA |