
Als Waffeleinpressung (englisch grill) bezeichnet man in der Philatelie ein durch Gaufrieren in das Briefmarkenpapier eingeprägtes Muster aus regelmäßig angeordneten Prägepunkten. Es sollte die erneute Verwendung bereits entwerteter Briefmarken erschweren. Durch die Prägung wurden die Papierfasern teilweise aufgebrochen und das Papier poröser, sodass die Farbe des Poststempels tiefer eindringen und sich schlechter auswaschen ließ.
Waffeleinpressungen wurden vor allem bei Briefmarken der Vereinigten Staaten in den späten 1860er und frühen 1870er Jahren verwendet. Die verschiedenen Ausführungen werden in der US-amerikanischen Philatelie mit Buchstaben bezeichnet.
Die US-amerikanische Postverwaltung befürchtete nach dem Sezessionskrieg, Einnahmen durch das Reinigen und erneute Verwenden bereits entwerteter Briefmarken zu verlieren. Es wurden deshalb verschiedene Verfahren erprobt, die das Entfernen der Stempelfarbe erschweren sollten. Charles F. Steel von der National Bank Note Company entwickelte ein Verfahren, bei dem das Briefmarkenpapier durch eine Prägung teilweise aufgebrochen wurde. Am 22. Oktober 1867 erhielt er darauf das US-Patent Nr. 70.147.

Steel beschrieb in seinem Patent sowohl geprägte Platten als auch Prägewalzen als mögliche Werkzeuge. Wie die tatsächlich bei der Briefmarkenproduktion eingesetzten Maschinen aufgebaut waren, ist jedoch nicht bekannt. Bei den ausgegebenen Marken erfolgte die Prägung nach dem Druck und der Gummierung, aber vor der Perforation.
Die ersten Versuche fanden 1867 statt. Beim sogenannten A Grill bedeckte die Prägung nahezu die gesamte Markenfläche. Dadurch wurde das Papier jedoch stark geschwächt und die Trennung der Marken entlang der Zähnung erschwert. Daraufhin wurden kleinere rechteckige Prägefelder erprobt. Auf den A Grill folgten zunächst weitere Versuchsausführungen und schließlich kleinere Grills für die reguläre Produktion.
Die heute gebräuchliche Buchstabenklassifikation geht auf den Philatelisten William L. Stevenson zurück, der die verschiedenen Waffeleinpressungen im frühen 20. Jahrhundert systematisch untersuchte. Bis etwa 1930 war seine Klassifikation von den meisten Briefmarkenkatalogen übernommen worden.
Für die Bestimmung eines Grilltyps sind nicht allein dessen äußere Abmessungen in Millimetern maßgeblich. Entscheidend sind insbesondere die Anzahl der Prägepunktreihen, die Orientierung der Punkte sowie die Form ihrer Spitzen. So können beispielsweise Z-, D- und E-Grills ähnliche äußere Abmessungen besitzen. Für die US-amerikanischen Ausgaben werden folgende Typen unterschieden:
| Typ | Orientierung | Punktreihen (Breite × Höhe) |
Form der Prägepunkte | Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| A Grill | Punkte nach oben | gesamte Markenfläche | abgerundet | Versuchsausgabe 1867 |
| B Grill | Punkte nach oben | 22 × 18 | stumpf | Versuchsausgabe |
| C Grill | Punkte nach oben | 16–17 × 18–21 | abgerundet | Versuchsausgabe 1867 |
| Z Grill | Punkte nach unten | 13–14 × 17–18 | horizontale Rippe | 1867/68 |
| D Grill | Punkte nach unten | 15 × 17–18 | vertikale Rippe | 1868 |
| E Grill | Punkte nach unten | 14 × 15–17 | vertikale Rippe | ab 1868 |
| F Grill | Punkte nach unten | 11–12 × 15–17 | vertikale Rippe | ab 1868 |
| G Grill | Punkte nach unten | 12 × 11–11½ | vertikale Rippe | Ausgabe von 1869 |
| H Grill | Punkte nach unten | 11–13 × 14–16 | vertikale Rippe | Ausgaben ab 1870 |
| I Grill | Punkte nach unten | 10–11 × 10–13 | vertikale Rippe | Ausgaben ab 1870 |
| J Grill | Punkte nach unten | 9–10 × 12 | vertikale Rippe | spätere Ausgaben der Continental Bank Note Company |

Der Z Grill unterscheidet sich von den anderen US-amerikanischen Typen dadurch, dass die Spitzen seiner Prägepunkte horizontale statt vertikale Rippen besitzen. Der G Grill wurde bei der Briefmarkenausgabe von 1869 verwendet; H- und I-Grills finden sich bei den nachfolgenden Ausgaben ab 1870. Seltene Marken der Continental Bank Note Company sind mit einem J Grill bekannt; die U.S. Philatelic Classics Society weist darauf hin, dass es sich dabei möglicherweise um Versuche und nicht um reguläre Ausgaben handelt.
Durch Abweichungen beim Prägevorgang entstanden verschiedene Varianten. Lag das Prägefeld über dem Rand zweier Marken, wird dies in der englischsprachigen Fachliteratur als split grill bezeichnet; bei einer Verteilung über vier Marken als quadruple split grill. Wurde ein Markenbogen zweimal durch die Prägemaschine geführt, entstand ein double grill. Sehr selten sind außerdem umgekehrte Waffeleinpressungen, bei denen die sonst nach unten gerichteten Prägepunkte nach oben beziehungsweise umgekehrt ausgerichtet sind.
Auch bei Portomarken aus Peru wurden Waffeleinpressungen verwendet. Einige dieser peruanischen Grills besitzen wie der US-amerikanische Z Grill horizontal gerippte Prägepunkte, sind jedoch kleiner. Die in älterer Literatur anzutreffende Gleichsetzung solcher Prägungen mit dem US-amerikanischen Z Grill ist daher nicht zutreffend.