Walter Brand (* 23. November 1907 in Żyrardów, Russisch-Polen; † 24. Dezember 1980 in Mühldorf am Inn) war ein sudetendeutschen Politiker in der Tschechoslowakei, Mitbegründer der Sudetendeutschen Partei (SdP) und späterer Vertriebenenfunktionär sowie Publizist in der Bundesrepublik Deutschland.
Brand wurde in Żyrardów (ca. 50 km westlich von Warschau) im damals russisch beherrschten Teil Polens geboren, wo sein Vater bei der Webereimanufaktur Hielle & Dittrich arbeitete, der Niederlassung eines ursprünglich böhmischen Unternehmens. Der Sohn besuchte die Volksschule im niederösterreichischen Retz und das Gymnasium im böhmischen Kaaden, das nach dem Zerfall Österreich-Ungarns zur Tschechoslowakei gehörte. Nach dem Abitur 1927 studierte er an der Universität Wien bei Othmar Spann. Mit der Arbeit Beitrag zu einer universalistischen allgemeinen Organisationslehre und die Anwendung ihrer Gesetze auf die Organisation des Staates wurde er 1931 zum Dr. rer. pol. promoviert.
Während seiner Studienzeit in Wien trat Brand zum 14. Dezember 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 781.417). Er war ein enger Freund Konrad Henleins, 1933 Mitgründer der Sudetendeutschen Heimatfront (ab 1935: Sudetendeutsche Partei, SdP) und Chefredakteur ihrer Zeitung Die Zeit. 1936 wurde er Leiter des Sekretariats der SdP in Prag, 1938 war er ein Organisator des nationalsozialistischen Sudetendeutschen Freikorps und Hauptsturmführer der SA.
Brand gehörte innerhalb der SdP dem sogenannten Kameradschaftsbund um den Spann-Schüler Walter Heinrich an, also derjenigen Strömung, die bis weit in das Jahr 1937 hinein einen Anschluss des Sudetenlands an das nationalsozialistische Deutsche Reich ablehnten. Infolgedessen wurde dieser Parteiflügel nach dem Vollzug des Münchner Abkommens verfolgt: Bei den so genannten Dresdner Prozessen wurden 300 Angehörige des Kameradschaftsbundes, vielfach unter dem Vorwurf homosexueller Verfehlungen, politisch kaltgestellt, gemaßregelt oder inhaftiert.
Walter Brand verbrachte deswegen die Jahre 1939 bis 1945 nacheinander in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Natzweiler und Heinkel-Oranienburg.
Nach Kriegsende war er als Vertriebenenpolitiker, Buchautor und Publizist in Bayern tätig, u. a. von 1950 bis 1952 Vorsitzender des Witikobundes sowie stellvertretender Vorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Er war Mitglied der Deutschen Gildenschaft.
Brand gehörte mit Wenzel Jaksch, Hans Schütz und Walter Zawadil zu den Verfassern der „Adventserklärung von Eichstätt“ vom 27. November 1949, in der Vertreter der Sudetendeutschen einerseits die Wiederherstellung ihrer eigenen Rechte und Freiheiten sowie die Anerkennung des Heimatrechts aller Vertriebenen, verwahrten sich andererseits aber auch gegen Kollektivbeschuldigungen gegen das tschechische und polnische Volk.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brand, Walter |
| KURZBESCHREIBUNG | sudetendeutscher Politiker (SdP) |
| GEBURTSDATUM | 23. November 1907 |
| GEBURTSORT | Żyrardów |
| STERBEDATUM | 24. Dezember 1980 |
| STERBEORT | Mühldorf am Inn |