Wendy Carlos

Wendy Carlos (* 14. November 1939 in Pawtucket, Rhode Island als Walter Carlos) ist eine US-amerikanische Komponistin und Interpretin, die als eine Pionierin der Elektronischen Musik gilt. Bekannt wurde sie als Walter Carlos durch ihr 1968 veröffentlichtes Album Switched-On Bach sowie ihre Soundtracks zu den Stanley-Kubrick-Filmen Uhrwerk Orange und Shining.

Leben

Carlos studierte Musik und Physik an der Brown University in Providence, später Komposition am Zentrum für elektronische Musik an der Columbia University in New York bei Otto Luening und Vladimir Ussachevski. Carlos war eine der ersten Interpreten elektronischer Musik. Sie unterstützte Robert Moog bei der Entwicklung seines Synthesizers.

1968 war Switched-On Bach, das Synthesizer-Versionen von Werken Johann Sebastian Bachs enthielt, eines der ersten Alben, auf denen Synthesizer anstatt eines Orchesters verwendet wurden. Switched-On Bach wurde eines der ersten klassischen Alben mit Platin-Status und gewann drei Grammy-Awards.

1972 unterzog sich Carlos nach längerer Vorbereitung einer geschlechtsangleichenden Operation. 1979 änderte sie ihren Vornamen von Walter in Wendy.

Im Jahre 1980 schuf sie die Filmmusik zur Stephen-King-Verfilmung Shining von Regisseur Stanley Kubrick. Bereits 1972 hatte sie für Kubrick die Musik zu Uhrwerk Orange geschrieben. 1982 komponierte sie den Soundtrack zur Walt-Disney-Produktion Tron.

Auf Beauty In the Beast von 1986 experimentierte Wendy Carlos mit extremen alternativen Stimmungen. Eine der Skalen, die sie für das Album entwickelte, enthält 144 Töne pro Oktave.

Carlos zog sich in den 2000er-Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. 2020 erschien die Biografie Wendy Carlos. A Biography der Autorin Amanda Sewell. Carlos, die nicht für das Buch interviewt wurde, kritisierte es und warf Sewell vor, ihr Leben falsch zu schildern und ihre verstorbenen Eltern in ein schlechtes Licht zu rücken.

Auszeichnungen

Diskographie

Literatur

Commons: Wendy Carlos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Jude Rogers: „Ich reiße die Klappe auf“. In: Der Freitag. 3. Dezember 2020, archiviert vom Original am 6. Dezember 2020; abgerufen am 11. Mai 2024.
  2. ↑ Thom Holmes: Electronic and Experimental Music: Technology, Music, and Culture. Taylor & Francis, 2008, ISBN 978-0-203-92959-9 (google.de [abgerufen am 10. Januar 2025]).
  3. ↑ Martina Züger: 14. November 1939 – Geburtstag der Musikerin Wendy Carlos. In: WDR 2 Stichtag. 14. November 2019, abgerufen am 22. Juli 2020.
    Martina Züger: 14. November 1939 – Geburtstag der Musikerin Wendy Carlos. (mp3-Audio; 4 MB; 4:10 Minuten) In: WDR 2 Stichtag. 14. November 2019, abgerufen am 11. Mai 2024.
  4. ↑ Amanda Sewell: Wendy Carlos. S. 213 ff.
  5. ↑ Wendy Carlos. In: grammy.com. Abgerufen am 30. August 2023.
  6. ↑ Susan Reed: After a Sex Change and Several Eclipses, Wendy Carlos Treads a New Digital Moonscape. In: People. 1. Juli 1985 (englisch, people.com [abgerufen am 13. Juli 2025]).
  7. ↑ Malte Hemmerich, Jakob Baumer: Tron und Tron Legacy – Das verstümmelte Experiment. (mp3-Audio; 9,5 MB; 10:35 Minuten) In: SWR-Kultur-Sendung „Score Snacks – Die Musik deiner Lieblingsfilme“. 10. Mai 2024, abgerufen am 11. Mai 2024.
  8. ↑ Wendy Carlos: Bogus “Bio” Alert. In: wendycarlos.com. Abgerufen am 5. Juli 2022 (englisch).
  9. ↑ Auszeichnungen für Musikverkäufe: US
Personendaten
NAME Carlos, Wendy
ALTERNATIVNAMEN Carlos, Walter (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Komponistin und Elektronikmusikerin
GEBURTSDATUM 14. November 1939
GEBURTSORT Pawtucket, Rhode Island