Walter Methlagl

Walter Methlagl (2024)

Walter Methlagl (* 20. März 1937 in Feldkirch; † 17. August 2025 in Hall in Tirol) war ein österreichischer Germanist und Leiter des Brenner-Archivs.

Leben

Walter Methlagl studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Innsbruck. Von 1960/61 war er Lektor für Deutsch an der University of Durham. 1966 promovierte er mit einer Dissertation zu weltanschaulichen Wandlungen der Zeitschrift Der Brenner vor dem Ersten Weltkrieg.

In den letzten Lebensjahren des Brenner-Gründers Ludwig von Ficker war Methlagl dessen enger Vertrauter und übernahm ab 1964 die Verwaltung der umfangreichen Sammlungen Fickers, die 1979 in die Etablierung des Forschungsinstituts Brenner-Archiv an der Universität Innsbruck mündete, das Methlagl bis 2001 leitete. Gleichzeitig war er zunächst wissenschaftliche Hilfskraft, dann Assistent und später wissenschaftlicher Beamter am Institut für Germanistik an der Universität Innsbruck und habilitierte sich 1978 mit der Arbeit Die Entstehung von Franz Michael Felders „Reich und Arm“. Ein Erwartungshorizont. Von 1990 bis zu seinem Übertritt in den Ruhestand 2001 hielt er den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors (Tit. ao. Univ. Prof.).

Gemeinsam mit seiner Frau Inger betätigte er sich auch als Übersetzer aus dem Dänischen. Gemeinsam übersetzten sie etwa das Buch Kritik der Gegenwart oder: zwei Zeitalter von Søren Kierkegaard.

Er war Mitglied der Kommission für Gebrauchsliteratur der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Beiratsmitglied des Internationalen Trakl-Forums in Salzburg, Beiratsmitglied der Internationalen Ferdinand Ebner-Gesellschaft in Wien, Mitglied des Kuratoriums des Franz-Michael-Felder-Archivs der Vorarlberger Landesbibliothek, Beiratsmitglied des Franz-Michael-Felder-Vereins, Vizepräsident des Instituts zur Erforschung und Förderung österreichischer und internationaler Literaturprozesse in Wien, Mitglied der Rilke-Gesellschaft in Bern, Mitglied des Kulturbeitrats und des Literaturbeirats der Tiroler Landesregierung und Mitglied der Wissenschaftskommission der Vorarlberger Landesregierung. Seit 1958 war er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KÖHV Leopoldina Innsbruck. Er wurde in Hall in Tirol bestattet.

Auszeichnungen

Publikationen

Einzelnachweise

  1. ↑ Parte. In: tt.com. Tiroler Tageszeitung, abgerufen am 23. August 2025.
  2. 1 2 3 Joachim Leitner: Der Hüter von Tirols literarischem Erbe: Walter Methlagl gestorben. In: tt.com. Tiroler Tageszeitung, 20. August 2025, abgerufen am 21. August 2025.
  3. ↑ Ulrike Tanzer: Editorial. In: Newsletter Nr. 40/2025 des Forschungsinstituts Brenner-Archiv. Universität Innsbruck, 1. Oktober 2025, abgerufen am 29. April 2026.
  4. ↑ Walter Methlagl. In: Universität Innsbruck. Abgerufen am 21. August 2025.
  5. ↑ Sören Kierkegaard: Kritik der Gegenwart oder: zwei Zeitalter : ein Kapitel aus der Schrift „Eine literarische Besprechung“, 1846. Otto Müller, Salzburg / Wien 2011, ISBN 978-3-7013-1189-7 (Originaltitel: En literair anmeldelse. Übersetzt von Inger Methlagl, Walter Methlagl).
  6. ↑ Parte Walter Methlagl. In: uibk.ac.at. Abgerufen am 26. Oktober 2025.
  7. ↑ Verleihung der Franz-Michael-Felder-Medaille für Verdienste um die Literatur Vorarlbergs an Walter Methlagl, Bezau, 12. Mai 1990 Franz-Michael-Felder-Verein, 1990, 40 Seiten
  8. ↑ iPoint-Archiv: Großer Ehrungstag 2007. In: Universität Innsbruck. 25. Juni 2007, abgerufen am 18. Januar 2024.
Personendaten
NAME Methlagl, Walter
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Germanist
GEBURTSDATUM 20. März 1937
GEBURTSORT Feldkirch
STERBEDATUM 17. August 2025
STERBEORT Hall in Tirol