Walter Rammelt wuchs in Straßburg auf, wo der Vater Philipp Rammelt als Lyzeal-Professor tätig war. Er war zunächst Schüler der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin. Ab 1911 studierte er im Fach Bildhauerei an der Kunstakademie in München an der Bildhauerschule von Balthasar Schmitt. Nach dem Ersten Weltkrieg war er ab etwa 1919 in Rostock ansässig. In den Adressbüchern war er ab 1920 als Bildhauer und Kunstgewerbler und als Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB) verzeichnet. In einem vom Heimatbund Mecklenburg ausgeschriebenen Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen von Kriegergedenktafeln in mecklenburgischen Kirchen erhielt Rammelt einen zweiten Preis für seinen Entwurf einer mit einem Heiligen Georg geschmückten Tafel. In anderer Gestaltung ist das Motiv in der Parchimer Georgenkirche realisiert worden. Ab etwa 1924 war er am Rostocker Stadttheater für das Künstlerische Ausstattungswesen verantwortlich – als Bühnenbildner und Theatermaler. Er war zudem aber weiter als akademischer Maler und Bildhauer ausgewiesen. 1928 war Walter Rammelt auf der Architektur-Sonderschau der Vereinigung Rostocker Künstler mit mehreren Bühnenmodellen vertreten. In Verbindung mit dem u.a. von Fritz Specht geschriebenen Rostocker Theaterbrief wurden in den Mecklenburgischen Monatsheften mehrfach Skizzen seiner Bühnenentwürfe und Theaterszenen wiedergegeben. 1929 unternahm er eine Schiffsreise nach Frankreich. Eindrücke von und Zeichnungen zu dieser Reise veröffentlichte er ebenfalls in den Mecklenburgischen Monatsheften.
Werke (Auswahl)
Gedenktafel 1914–1918 in St. Georgen Parchim
Bildhauer
1920: Denkmal für den Ehrenfriedhof des Alten Friedhofs in Schwerin (Vorsatzbeton, 1924 nach schweren Schäden entfernt)
1922: Kriegerehrenmal in der Marienkirche Rostock, Reste erhalten (Figuren 1936 zu „entarteter Kunst“ erklärt und entfernt, Namenstafeln nach 1945 entfernt)
Rammelt, Walter. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts.Band4: Q–U. E. A. Seemann, Leipzig 1958, S.16 (Textarchiv– Internet Archive– Leseprobe).
Katalog der Ausstellung der Vereinigung Rostocker Künstler im Palais während der Rostocker Frühjahrswoche 1922. Carl Hinstorffsche Hofbuchdruckerei, Rostock 1922, S. 15–17, 30, (RosDok)
↑Adressbuch für die Elsaß-Lothringer im Reich. Verlag der „Elsaß-Lothringischen Mitteilungen“, 1920, S. 200. „Walter Rammelt, Rostock, Kistenmacherstr. 28, Beruf: akad. Bildhauer (Straßburg).“
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Zensus 1919, Mecklenburg-Schwerin, Stadt Rostock, Kistenmacherstr. 28: „Walter Rammelt, *29.3.1890 in Bischweiler, Elsass (Haushaltsvorstand); Sophie Rammelt, geb. Hermann, *27.12.1888 in Köln, Rhl. (Ehefrau).“
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Fritz Specht, Wolfgang Golther: Rostocker Theaterbrief. In: Mecklenburgische Monatshefte. Bd. 3 (1927), S. 50, 161, 215. (als Beispiele genannt).
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Walter Rammelt: Zu Schiff nach Frankreich. In: Mecklenburgische Monatshefte, Bd. 5 (1929), 9, S. 480–482. (Digitalisat LBMV).
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Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler… Siehe Literatur.
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Hans-Heinrich Schimler: Ein Ehrenmal in St. Marien zu Rostock. 3. April 2013. (mv-terra-incognita.de).
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Antje Heling-Grewolls: Denkmale in Kirchen – Beispiele für Auseinandersetzung und Umgestaltung. In: Netzwerktreffen „KRIEGER EHREN in Kirchen und Kommunen?“ Landeskirchenamt der Nordkirche, Dezernat Bauwesen, 23. April 2021 (PDF, S. 10, 44–48)