Walter Urbanek

Walter Urbanek (* 10. September 1919 in Mährisch Schönberg (Šumperk), Tschechoslowakei; † 14. März 2010 in Landshut) war ein deutscher Gymnasiallehrer, Philologe, Kunstmaler und Lyriker. Er publizierte Gedichte unter dem Pseudonym Walter Bauernfeind.

Leben und Wirken

Walter Urbanek absolvierte das Abitur am Staatsrealgymnasium Freudenthal. An der Deutschen Karlsuniversität in Prag studierte er ab 1939 Germanistik. Dort wurde er bereits 1941 zum Dr. phil. promoviert.

Es folgten Wehrmachtsausbildung und Kriegsdienst, dann Gefangenschaft und Flucht. Verheiratet war er mit Elisabeth Urbanek geborene Jaschke. Sein Sohn Axel Urbanek wurde am 15. April 1944 in Prag geboren und später Verleger, Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie und Journalist. Ab 1946 lebte Walter Urbanek in Bayern, zunächst in Gröbenzell, dann in Wasserburg am Inn, schließlich ab dem 1. Dezember 1971 in Landshut. Er erwarb das Staatsexamen für den Höheren Schuldienst in Bayern und war in der Folge 1951 bis 1981 als Gymnasiallehrer (Studienprofessor) für Deutsch, außerdem Kunst, Geschichte, Sozialkunde und Geographie tätig.

Als Literaturwissenschaftler publizierte er Anthologien, insbesondere zur Lyrik für die Verwendung in der Gymnasialbildung in Bayern. Seine Anthologie Lyrische Signaturen erreichte viele Auflagen. Eigene Gedichte publiziert er unter dem Pseudonym Walter Bauernfeind.

Als bildender Künstler erwarb er regionale Anerkennung. Zu paradigmatischen Werken der bildenden Kunst der klassischen Moderne schrieb er Einführungen, u. a. zu Oskar Kokoschka (Städtebilder und Landschaften) und Edvard Munch (Der Tanz des Lebens). Urbanek war befreundet mit Emilio Vedova. Er pflegte Bekanntschaft mit Oskar Kokoschka und Giorgio Morandi. Das Werk Max Beckmanns prägte seinen Stil. Der tschechische Kunstmaler Jakub Bauernfreund (1904–1976, als Emigrant in London unter dem Namen Jacob Bornfriend) habe ihn „richtungsweisend gelenkt“ (Reingard Schwippl-Seitz).

Veröffentlichungen (Auswahl)

Ausstellungen

Literatur

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe (von Degeners Wer ist’s?) Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1274.
  2. ↑ Auskunft des Stadtarchivs Landshut vom 25. April 2023
Personendaten
NAME Urbanek, Walter
ALTERNATIVNAMEN Bauernfeind, Walter
KURZBESCHREIBUNG deutscher Philologe und Lyriker
GEBURTSDATUM 10. September 1919
GEBURTSORT Freudenthal
STERBEDATUM 14. März 2010
STERBEORT Landshut