Walther Gebhardt

Walther Gebhardt (* 14. August 1906 in Ludwigsburg; † 13. September 2003 in Tübingen) war ein deutscher Bibliothekar. Von 1959 bis 1972 leitete er als Direktor die Universitätsbibliothek Tübingen.

Leben und Wirken

Walther Gebhardt wurde am 14. August 1906 in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) geboren. Nach dem Studium der Fächer Germanistik und Klassische Philologie legte er 1929 das Staatsexamen ab und wurde 1930 an der Universität Gießen promoviert. Das Thema seiner Dissertation lautete: „Religionssoziologische Probleme im Roman der deutschen Aufklärung“. Nach dem Volontariat für den höheren Bibliotheksdienst an der Universitätsbibliothek Gießen, der Universitätsbibliothek Leipzig und der Württembergischen Landesbibliothek legte er 1932 in Leipzig die Fachprüfung für die Bibliothekslaufbahn ab. Weitere berufliche Stationen waren die Weltkriegsbücherei in Stuttgart und die Landesbibliothek Darmstadt, wo er von 1934 bis 1939 tätig war. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft (1939–1948) wirkte er von 1949 bis 1959 als Bibliothekar an der Westdeutschen Bibliothek in Marburg/L., die er seit 1954 als stellvertretender Direktor leitete. Diese Einrichtung verwaltete die in den westlichen Teil Deutschlands ausgelagerten Buchbestände der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek in Berlin. 1959 wurde Gebhardt Direktor der Universitätsbibliothek Tübingen und leitete sie bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1972. Sein Nachfolger wurde Richard Landwehrmeyer (1929–2006).

Während seiner Tübinger Dienstzeit entstand das 1963 fertiggestellte neue Hauptgebäude der Universitätsbibliothek Tübingen. Weitere wichtige Schwerpunkte seiner Arbeit waren:

Auszeichnung

Vor allem wegen seiner Verdienste um das Depot der vorübergehend in Tübingen untergebrachten Handschriften der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek Berlin wurde Walther Gebhardt 1969 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Aufsätze

Literatur

Personendaten
NAME Gebhardt, Walther
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bibliothekar
GEBURTSDATUM 14. August 1906
GEBURTSORT Ludwigsburg
STERBEDATUM 13. September 2003
STERBEORT Tübingen