| Was da ist | ||||
|---|---|---|---|---|
| Studioalbum von Peter Kowald | ||||
|
Veröffent- |
||||
|
Aufnahme |
||||
|
Format(e) |
CD, Download | |||
|
Titel (Anzahl) |
23 | |||
|
1:12:11 | ||||
|
Besetzung |
Kontrabass: Peter Kowald | |||
|
Jost Gebers, Peter Kowald | ||||
|
Studio(s) |
Artcore Studio Wuppertal | |||
| ||||
Was da ist ist ein Soloalbum von Peter Kowald. Die am 18. Mai 1994 im Artcore Studio Wuppertal entstandenen Aufnahmen erschienen 1995 auf Free Music Production.
Das Album enthält 23 Solo-Improvisationen des deutschen Bassisten Peter Kowald mit einer Länge von 50 Sekunden bis sechseinhalb Minuten. Jedes Stück konzentriert sich auf eine andere Technik oder Herangehensweise an das Instrument. So verwendet der Bassist beispielsweise in „Part 4“ durchgehend einen Orgelpunkt auf leeren Saiten; in „Part 5“ nutzt er anstelle des Griffbretts ein Stimmgerät, um die Tonhöhe zu verändern; und in einigen anderen Stücken erzeugt er scharfe, sägende Borduntöne, die sich über ihre gesamte Dauer in einem bestimmten Bereich des Instruments bewegen, notierte William York.
Alle Kompositionen stammen von Peter Kowald.
William York verlieh dem Album in Allmusic viereinhalb Sterne und schrieb, der bluesige „Part 14“ sei eine direkte Anspielung auf Charles Mingus, doch im Rest des Albums fänden sich nur wenige direkte Bezüge zu anderen Musikern oder etablierten Stilrichtungen – Kowalds Spiel sei einzigartig, geprägt von seinem aggressiven und mitunter harschen Bogenstrich und seinem kühnen Einsatz dissonanter mikrotonaler Intervalle. Kowald würde es weniger um die konventionelle Entwicklung von Ideen als vielmehr darum gehen, sich intensiv mit einer bestimmten Idee auseinanderzusetzen und sich erst dann dem nächsten Aspekt zuzuwenden, wenn er diese eingehend untersucht habe.
Seine intensive Konzentration verleihe der Musik Fokus und erzeuge an einigen Stellen eine hypnotische Wirkung, so York weiter. Dies würde jedoch ebenso viel Konzentration vom Hörer erfordern (dem es schwerfallen könnte, die gesamten 72 Minuten am Stück zu bewältigen). Dennoch sei „Was da ist“ ein sehr persönliches Album, das all jene belohne, die seine zunächst etwas abweisende Oberfläche durchdringen könnten.
Richard Cook und Brian Morton verliehen Was da ist vier Sterne mit der Krone (als zusätzlichen Auszeichnung für außergewöhnliche Aufnahmen) und schrieben 2003 in der sechsten Auflage des Penguin Guide to Jazz, dies sei Musik von höchstem Rang, technisch geschickt, emotional und intellektuell konzentriert und hervorragend aufgenommen. Nur Derek Bailey und Evan Parker hätten sich als fähig erwiesen, auf diesem Niveau ein Solo über längere Zeit aufrechtzuerhalten; was Kowald auszeichne, sei der leichte, trockene Humor, den er in diese Stücke einbringe, „philosophische Fragen, die scheinbar damit zufrieden sind, nicht beantwortet zu werden“. Dies sei eine Platte zum Genießen und Nachdenken; eine Platte, zu der man immer wieder zurückkehren sollte, so oft es die Zeit erlaube.