Wechselobjektiv

Eine digitale Spiegelreflexkamera (li. unten) mit fünf Objektiven: Links oberhalb der Kamera ist ein 35-mm-Weitwinkelobjektiv, herstellerunabhängig eines der kleinsten Objektive. Rechts oben nebeneinander vier Zoom-Teleobjektive mit unterschiedlichen Brennweitenbereichen, wobei Länge und Durchmesser mit der Brennweite und der maximalen Öffnung (Lichtstärke) korrelieren.

Wechselobjektive sind in der Fototechnik solche Objektive, die durch einen Bajonett- oder Schraubanschluss an einem Kameragehäuse befestigt werden. Wechselobjektive bilden zusammen mit dem Kameragehäuse wesentliche Teile eines Kamerasystems. Im Wechselobjektiv ist zumeist eine Blende und ein Schneckengang zu Entfernungseinstellung enthalten; manche Wechselobjektive enthalten auch einen Verschluss, dieser heißt dann Zentralverschluss.

Objektivadapter ermöglichen es, Objektive anderer Hersteller oder Objektive mit anderen Anschlüssen zu verwenden.

Funktionen

Die Motiventfernung wird mit einem Einstellring eingestellt, welcher manuell oder motorisch (Autofokus) angetrieben wird. Die Blendeneinstellung kann ebenfalls manuell mit Hilfe eines Einstellringes oder automatisch über die Belichtungssteuerung des Kameragehäuses erfolgen. Modernere Wechselobjektive können Blendenwerte automatisch mit der Kameratechnik im Gehäuse austauschen, so dass verschiedene Belichtungsautomatiken möglich werden. Auch die Brennweite kann bei Zoomobjektiven über einen Einstellring, bei einigen Modellen auch mit einem elektrischen Wippschalter oder mit der Kamerasteuerung eingestellt werden.

Objektive von digitalen Kamerasystemen, die in der Regel mit eigenem Datenprozessor und Firmware ausgestattet sind, können weitere Daten mit dem Kameragehäuse austauschen und zusätzlich zu den Blendenwerten in der Regel Hersteller, Objektivbezeichnung, Seriennummer, Software-Version, Motiventfernung, sowie minimale, maximale und aktuelle Brennweite zur Speicherung in den Exif-Daten der aufgenommenen Bilder speichern. Bei Kamerasystemen mit digitaler Bildaufnahme können zudem auch die für verschiedene Brennweiten und Blenden auftretenden Abbildungsfehler (Randlichtabfall, chromatische Aberration und Verzeichnung) übertragen und zur digitalen Bildfehlerkorrektur in der Kamera verwendet werden.

Kategorien

Spiegelreflexkamera mit Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiv
Nikon 18-70-mm-Objektiv
Nikon 50-mm-Objektiv mit maximal geöffneter Blende

Grob unterteilen lassen sich Wechselobjektive in

Weiterhin ist zu unterscheiden zwischen:

Eine weitere Unterscheidung von Wechselobjektiven ist möglich nach folgenden Kriterien:

Bei Wechselobjektiven mit herausragenden Konstruktionsmerkmalen oder eng begrenzten Anwendungsgebieten spricht man auch von Spezialobjektiven; Beispiele hierfür sind Makro-Zoomobjektive sowie Shift-Objektive und Tilt-Objektive.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Panasonic Launches World-First High Performance Interchangeable Power Zoom Lenses for Lumix G Cameras, Panasonic, online abgerufen am 31. Oktober 2012
  2. ↑ Lens Technology, Completely electronic mount, online abgerufen am 31. Oktober 2012
  3. ↑ Geometric distortion correction, Micro 4/3rds Photography, online abgerufen am 31. Oktober 2012